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Fundstück "Metallschaum" mit Bitte um Einschätzung

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Torsten:
Hallo,

bin hier ratlos und auch weder hier noch sonst im Netz fündig geworden. Daher habe ich mir angemeldet, wo ich vorher nur-lesend beteiligt war und bitte freundlich um Eure Hinweise.

Ich schreibe hier mal zusammen, was ich weiß:

Fundort: südlich Rüsselsheim am Main
Fundsituation: Waldboden, oberflächlich aufliegend, Einzelfund. Darunter großflächig Sandboden
Größe: 7 x 4 x 10 cm
Gewicht: 175 g
Volumen: 160 cm³
Dichte: 0,9 g/cm³
Ritzung: ritzt nicht Glas, Marmor wird geritzt
Magnet: Wird nicht von Magnet angezogen. Aber Wirbelströme sind induzierbar mit bewegtem Magneten und Spule an Wechselstrom
Elektrische Leitfähigkeit: Sehr gut: über die 10 cm Länge keine 2 Ohm (Vielfachmessinstrumente sind im niederohmigen Bereich sehr ungenau; Meßleitungen hier bereits berücksichtigt)
Strichfarbe: Auf Keramik tiefschwarz, auf Papier: keine
Brennbar: nein.
Glühbar: ja. Bis ca. 1200°C getestet, schwaches kirschrotes Glühen, kein Schmelzen beobachtet, danach Eigenschaften wie zuvor.
Flammfarbe: kaum Änderung
Erscheinung: schwammartig.

Fundstück scheint keine Schlacke zu sein, da: kein Eisen enthalten, nächster Hochofen 70 km entfernt (Nieverner Hütte), keine glasartigen, glattgeschmolzenen Stellen, keine unterschiedlich großen Gasblasen. Homogen kleinzelliges Gerüst, in Vergrößerung silbrig glänzende Kugeln sichtbar, Durchmesser geschätzt 10-50 µm
Anschliff: wie angeschliffener Schwamm kaum plane Oberfläche erreichbar. In Vergrößerung tiefschwarz erkennbar, wo plan.

Dachte zuerst an Graphit, aber das scheidet aus aufgrund der Struktur und da kein Strich auf Papier möglich ist.

Anbei einige Bilder. Habe keine gute Vergrößerungsoptik, nur Handykamera an Lupe und Mikroskop gehalten.

Fundstück ist objektiv betrachtet ein Metallschaum. Dichte leider durch Schwammform nicht für das Metall bzw. Legierung/Mischung selbst ermittelbar.

Reaktion auf 30%-ige Salzsäure: sehr schwache Bläschenbildung. So schwach, dass Splitter nicht aufgeschwemmt werden.
Gasblasen steigen nicht auf, ergo stoppt die Gasproduktion, sobald untergetaucht. Daher denke ich nicht, dass es ein Leichtmetall wie Aluminium ist. Das würde auch nicht tiefschwarz verwittern, eher grün aufblühen.

Brüchiges Fundstück, es lassen sich mit Zange Stücke herausbrechen. Keine Duktilität feststellbar, wahrscheinlich wegen Schwammstruktur.

Innenliegende Bruchkanten zeigen silbrigen Metallglanz.

Mit Quecksilber erfolgt keine Amalgamierung.

Bei Erhitzung auf 1200°C keine Gerüche feststellbar (außer denen, die durch organische Anhaftungen entstehen)

Liegezeit auf Waldboden schätze ich auf maximal 10-20 Jahre.

Keine nennenswerten Sandanhaftungen, obwohl rundherum Flugsanddünen anstehen und Fundstelle selbst Sandboden ist.
Ergo keine liegengelassene Ausgrabung.


Freue mich über Eure Einschätzung!

Grüße,
Torsten
 

Torsten:
Weitere Bilder.

Torsten:
(Edit: Text konsolidiert)

Und weitere Bilder

Erstes Bild: Verfärbung blau und rosé erkennbar (Fundzustand)


Andere Bilder: Schliff. Auch hier tiefschwarz. Nur silbrig glänzend in direkter Reflexion der Lichtquelle.

Torsten:
Es ist Koks. Danke.

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