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Muster im Kalk
Manfrid:
--- Zitat von: oliverOliver am 17 Nov 20, 12:54 ---sorry, Manfrid, aber das ist Unsinn. Das sind eindeutig Korallen im Weißjurakalk.
--- Ende Zitat ---
Ich hatte ja anderswo schon vorgewarnt:
--- Zitat von: Manfrid am 13 Nov 20, 09:58 ---Ich traue den Konkretionen mittlerweile ziemlich viel Potenzial zu, Fossilien vorzutäuschen.
--- Ende Zitat ---
Das kommt nicht zuletzt von der Entdeckung dieser "Korallen" her. Ich zeige mal noch die Rückseite der Scherbe (Bild 1). Rechts sieht man da allerlei meines Erachtens eindeutige Übergänge zwischen "Brekzien" und "Korallen".
--- Zitat von: oliverOliver am 17 Nov 20, 12:54 ---für die "Umwandlung" bedürfte es einer deutlichen metamorphen Überprägung (hydrothermal, Subduktion etc.) was mir von der Alb nicht bekannt wäre - und auch anders aussehen würde. Z.B. eine grobkristalline Marmurstruktur, oder eine Schieferung ...
--- Ende Zitat ---
Letzteres habe ich auch im Angebot - von der gleichen Fundstelle (Bilder 2 und 3). Das Grobkristalline, z. T. mit Linienstrukturen, geht wohl in Richtung des hier nicht gerade seltenen "Zuckerkornkalkes". - Ich freue mich ja natürlich immer, etwas Ungewöhnliches zu entdecken. Aber ein paar Varianten der Sache sind doch zum Durchschauen derselben trotzdem immer ganz willkommen. Sollten diese "Korallen" wirklich so rar sein, dass niemand etwas Vergleichbares zu zeigen hätte?
Grüßle!
oliverOliver:
hallo Manfrid,
die konzentrischen Bildungen im "Trümmerkalk" auf den letzten beiden Bildern könnten m.E. Hornstein- oder Kieselkalkknollen sein (also in diesem Fall wirklich so was wie Konkretionen). Für Hornstein wirkt es mir aber zu wenig dicht bzw. zu kalkig, aber Kieselkalk könnte evtl. hinkommen - auch nach den Bruchflächen auf Bild 3.
edit:
--- Zitat ---Sollten diese "Korallen" wirklich so rar sein, dass niemand etwas Vergleichbares zu zeigen hätte?
--- Ende Zitat ---
Anscheinend tritt in Söhnstetten (auch) die Mergelstetten-Fm auf - aus dieser sind Korallen bekannt:
"Da in der Massenkalkfazies keine echten Gerüstbildner wie z. B. Korallen auftreten – mit Ausnahme der Mergelstetten-Formation im Raum Nattheim–Gerstetten – handelt es sich nicht wirklich um „Riffe”, sondern um „mud mounds” oder allgemein um Bioherme. Üblicherweise wird der Massenkalk als Schwamm-Mikroben-Biohermfazies angesprochen"
(Zitat aus: https://lgrbwissen.lgrb-bw.de/rohstoffgeologie/rohstoffe-des-landes/kalksteine-im-oberjura )
Manfrid:
Diese konzentrischen Bildungen sind das, was ich anderswo (s. o.) "Kalk-Achate" genannt hatte. Kalk. Ich hatte auch mal an etwas Dolomitisches gedacht, weil ja der Dolomit für seine Auflösung (fast) aller Fossilstrukturen bekannt und ebenfalls im Gebiet nicht selten ist, aber das Verhalten dieser Knollen in Salzsäure scheint mir mit dem von Kalk vollkommen übereinzustimmen (braust stark auf und löst sich gut). Und zwischen diesen Knollen und den metamorphen, marmorigen Bereichen in ihrem Umkreis gibt es eben auch allerlei Zwischenformen. So, wie auch zwischen den "Korallen" und dem "Zuckerkornkalk".
Die Hornsteinknollen kenne ich ganz gut. Die gibt es auch in diesem Steinbruch, wenn auch nicht so reichlich wie etwas weiter westlich (Böhmenkirch) und östlich (Wentalgegend). Sie sind ja natürlich auch schon ein Fall von "metamorpher Überprägung", aber es müssen offenbar nicht unbedingt Lösungen anderer Stoffe (Dolomit, Kieselsäure) sein, die den Kalk metamorph überprägen, sondern es kann wohl auch eine Kalklösung selber sein (ähnlich bei der Kieselsäure in kieseligen Ablagerungen).
Grüßle!
P. s. zum Edit: Ja, schöne Korallen gibt es in Nattheim und Gerstetten. Aber die sehen anders aus und sind charakteristischerweise verkieselt.
Das mit dem Massenkalk ist auch so eine Sache. Der kommt kleinräumig mitten zwischen Schichtkalk vor und dürfte ebenfalls, zumindest teilweise, auf metamorphe Überprägung von Schichtkalk (im Sinne von einer Art "Riesenkonkretionen") zurückgehen; gar nicht auf ursprüngliche "Bioherme".
oliverOliver:
Na dann bleiben für die konzentrischen Knollen eh wieder nur Bioherme übrig ..... was ja meine erste Einschätzung war.
Und Vorsicht mit dem Begriff "metamorph" - Dolomitisierung und spätere "Dedolomitisierung" wie beim "Zuckerkornkalk" haben nichts mit einer echten Metamorphose wie z.B. bei Marmor zu tun - die Dolomitisierung dürfte nach heutigem Kenntnisstand überwiegend (wenn auch nicht nur) bereits frühdiagenetisch erfolgen. Und Lösungs-/Ausfällungserscheinungen die z.B. zur Bildung von Hornsteinen führen können, sind auch keine "metamorphen Überprägungen" - bei einer wirklichen Metamorphose (egal ob Kontakt-, Regional-, etc. -metamorphose) braucht es schon hohen Druck und/oder hohe Temperatur, so dass das Gestein an sich in ein anderes "verwandelt" wird, also aus einem (im konkreten Themenbereich) Sedimentgestein ein Metamorphit (bzw. ein Metasediment) wird.
Alles in allem aber recht interessante Stücke, die du hier zeigst!
Manfrid:
--- Zitat von: oliverOliver am 17 Nov 20, 22:26 ---bei einer wirklichen Metamorphose (egal ob Kontakt-, Regional-, etc. -metamorphose) braucht es schon hohen Druck und/oder hohe Temperatur, so dass das Gestein an sich in ein anderes "verwandelt" wird, also aus einem (im konkreten Themenbereich) Sedimentgestein ein Metamorphit (bzw. ein Metasediment) wird.
--- Ende Zitat ---
So nimmt man allgemein an. Aber ich denke, Unterdruck tut's auch in manchem Falle.
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