Glück Auf!
Das ist ein bemerkenswertes Stück Achat von Schlottwitz. Soetwas ist mir noch nicht untergekommen. Da nun ein vielversprechendes Vergleichsobjekt bekannt ist, kann ich noch einen Test vorschlagen. Unter kurzwelligem UV-Licht zeigt Quarz und Achat/Chalcedon manchmal Fluoreszenz. Häufig ist die Fluoreszenz an einzelne Stadien gebunden, auch wenn die polystadiale Genese eher monominerlisch ausfällt. Dadurch kann es sein, dass nur einzelne Achatbänder oder Quarzlagen fluoreszieren, die man im Normallicht nicht unbedingt als Bildungsstadium abgrenzen würde. Manchmal stehen die fluoreszierenden Bestandteile auch am Anfang oder Ende eines Stadiums. Ein Vergleich des Fluoreszenzverhaltens kann als Indiz gewertet werden. Leider taugt der Test nicht als Beweis, weder zur Bestätigung noch zur Ablehnung. Quarz fluoresziert vor allem in einem Neongrün, üblicherweise verursacht durch geringste Mengen Uran im Kristallgitter. Verschiedene Fundstellen können die gleiche Fluoreszenz zeigen. Die zur Fluoreszenz benötigten geringen Uranmengen können aus verschiedenen Quellen (Gesteinen) mobilisiert werden. Bei ähnlicher polystadialer Genese verschiedener Fundstellen, kann es beiderorts zu einer fluoreszierenden Quarz- oder Chalcedonschicht kommen, die sich in die gleiche Abfolge von Mineralbildungen einordnet. Diese Ähnlichkeit der Mineralabfolge verleitet dann zu der voreiligen und unbedachten rekonstruierten Fundortzuordnung. Letztlich ist es das immer wiederkehrende Übel der verlorengegangenen Fundortangaben zu einem Fundstück, hier nur eben in Fluoreszenzfarben. Die uranhaltigen Quarz-/Chalcedonbänder sind üblicherweise eisenarm (kein Hämatit, Goethit) und nicht rot gefärbt. Die eindeutige Ablehnung einer Fundortvermutung bei unterschiedlichem Fluoreszverhalten scheitert an dem Umstand, dass die Abfolge von Mineralbildungen nicht über ein ganzen Vorkommen konsistent sein muss. Da kann auch mal eine Abfolge fehlen oder anders ausgebildet sein als üblich.
Schlussendlich sprechen Gemeinsamkeiten tendenziell für ein gemeinsames Vorkommen, Unterschiede tendenziell dagegen.
Mit einem Kathodenlumineszenzmikroskop ließen sich noch detailliertere Untersuchungen anstellen, um Gemeinsamkeiten oder Unterschiede zu finden. Die Motivation dürfte aber schon mit dem Willen zur Bereitstellung von repräsentativem Probenmaterial aufgebraucht sein.
Mit freundlichen Grüßen
Das Felsenmammut