Bergbau und Verhüttung / Mining and Smelting / Minería y Fundición > Themen zu Schlackenmineralien und -fundstellen, Verhüttungsprozesse etc.
Blaue Fe-Schlacke - "Mariensteine" bzw. "Bodeachat / Sieberachat"
Garfield:
Ja Hallo Allerseits.
Hier noch meine Doku von der Kupfererzformation Stenn - Thanhof.
Grüße. Garfield.
oliverOliver:
hallo Garfield,
nix zu danken - habs ja aus eigenem Interesse gemacht.
Entfernt ähnliche blaue Schlacken gab es früher angeblich auch im Gesäuse in Ö im Ennsschotter (steht in einem der alten Weisbach-Bücher) - die hatten aber runde hellgraue Flecken (zumindest die dort abgebildete) und wurden als Cu-Schlacken bezeichnet. Alten Cu-Bergbau gabs dort in der Nähe, bei der Fe-Verhüttung bin ich mir nicht so sicher. Zudem hieß es, dass in Blasen/Hohlräumen dieser Schlacke selten auch gediegen Silber auftrat, was m.E. wieder eher für Cu-Schlacke spräche - zumindest wäre in diesem Gebiet die Kombination Cu/Ag eher geläufig als Fe/Ag (was aber auch nicht auszuschließen ist).
edit:
schöner Beitrag in deinem pdf!
Bloß bei der Verbindung blaue Schlacke - Kupferverhüttung bin ich nach wie vor skeptisch -
überall wo es wirklich "handfeste" Verbindungen zwischen dieser Schlacke und Verhüttung gibt, handelt es sich ja um Fe-Verhüttung.
Und auch wie im anderen Forums-Thema angesprochen wurde: die Schlacke ist ja deutlich stärker abgerollt als das Kupfererzstück, von dem her würde ich da mal nicht unbedingt einen Zusammenhang herstellen wollen ...
felsenmammut:
Glück Auf!
Als mögliche Erklärung zu der blauen Schlacke in Verbindung mit Buntmetallvorkommen. Viele Buntmetallsulfidlagerstätten bilden eiserne Hüte. Die Eisenanreicherung als Residualbildung und die Abfuhr der Buntmetalle und Anreicherung an anderer Stelle, z.B. Zementationszone, kann soweit gehen, dass gut verhüttbare Eisenerze in der obersten Schicht der Lagerstätten vorhanden waren. Bei sideritischen Erzen ist die Qualität der Eisenerze zum Teil hervorragend (gewesen). Da der Abbau von Eisenerzen in Sachsen in der Regel keine hoheitliche Genehmigung erforderte und von den Grundstückseigentümern im Kleinstbergbau zur regionalen Versorgung vorgenommen wurde, ist gerade die Dokumentation davon sehr dürftig. Die Entdeckung zahlreicher Buntmetalllagerstätten dürfte auf das anfängliche werkeln eines Eisenbergbaus zurückzuführen sein.
Mit freundlichen Grüßen
Das Felsenmammut
uwe:
Markus schreibt in seiner Aussage zum Eisenerzbergbau im Erzgebirge in der Möglichkeitsform. Das was er schreibt, ist es aber eine Tatsache. Es gab wirklich sehr viele historische, bäuerlich betriebene Eisenerzgruben. Eisen war nun mal sehr wertvoll und notwendig für die Besiedlung. Der Name "Findeisen" oder "Baumann" sind im Erzgebirge häufig. Meistens wurden die Bundmetalllager, sogar Silber, durch diesen Eisenerzabbau entdeckt.
Das die Silbervorkommen durch silbrig glänzende Steine in den Radspuren der Fuhrleute entdeckt wurde, ist ein Märchen.
Gruß
Uwe
oliverOliver:
--- Zitat ---Entfernt ähnliche blaue Schlacken gab es früher angeblich auch im Gesäuse in Ö im Ennsschotter (steht in einem der alten Weisbach-Bücher) - die hatten aber runde hellgraue Flecken (zumindest die dort abgebildete) und wurden als Cu-Schlacken bezeichnet. Alten Cu-Bergbau gabs dort in der Nähe, bei der Fe-Verhüttung bin ich mir nicht so sicher.
--- Ende Zitat ---
Habe nochmal nachgelesen - natürlich gab es dort sowohl Cu- als auch Fe-Bergbau. Und die Schlacken kamen in einem großeren Gebiet aus dem Schotter und waren durchaus unterschiedlich, von grünlichgrau bis blaugrau bis intensiv blau, und von blasig-porös bis dicht und glasig. Es ist demnach zu vermuten, dass im Gesäuse im Ennschotter sowohl Cu- als auch Fe-Schlacken vorkamen - was ja nicht weiter verwunderlich ist.
Die dichte, intensiv hellblaue Schlacke war damals (1960er-/1970er-Jahre) bei österreichischen Sammlern angeblich unter dem (irreführenden) Begriff "Kupferopal" bekannt.
(Angaben aus: Karl Weisbach, Nichts als Steine? Salzburg 1974)
Navigation
[0] Themen-Index
[#] Nächste Seite
[*] Vorherige Sete
Zur normalen Ansicht wechseln