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Lepidokrokit, Steinbruch Juchem

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Klaus Schäfer:
Hallo Joachim,

Vielen Dank für deine ausführliche Note, die beweist, mit welchem Gespür du erfasst hast, welche Ziele wir hier verfolgen.

Mir persönlich liegt die visuelle Emanation der für mich greifbaren Stufen, die für andere nur durch das Bild erfahrbar sind, sehr am Herzen. Ich versuche neben der ästhetischen, auch immer eine didaktische Qualität in der Fotografie zu erreichen. Das liegt wohl ein wenig an meiner pädagogischen Berufung.

Deine Ansätze sind da ähnlicher Natur - auch du willst den Atlas bereichern. Durch vergleichende Aufnahmen, Bilder seltener Mineralien oder außergewöhnlicher Fundstellen. Naturgemäß sind diese Bilder anfänglich in der Darstellung, ihrem Ausdruck und in ihrer Relevanz limitiert. Sie sind aber dennoch gerechtfertigt. Hier im Atlas werden Bilder zwar bewertet - aber Wettbewerbe werden ausdrücklich gekennzeichnet. Jeder Beitrag ist willkommen, sofern er sich Mindestanforderungen an Authentizität unterwirft und eine passable Darstellungsqualität erreicht. Der Mineralienatlas ist gleichzeitig muntere Spielwiese und ernsthaftes Archiv.
Wenn du dein Ziel Minerale abzubilden weiterverfolgst, werden sich auch qualitative Steigerungen einstellen. Die Ausrüstung, im Moment noch limitiert auf Handy und Mikroskop, wird sich dem Ziel anpassen.

Schaut man sich ältere Aufnahmen von mir an, finden sich ungewollte Farbstiche, unzureichende Auflösung, unscharfe Bereiche und bildgestalterischer Dilettantismus, den ich heute überwunden glaube. Um eine Steigerung zu erreichen, schaue ich mir Abbildungen von Kollegen genau an und versuche aus ihnen zu lernen. Besonders gelungene Momente der Beleuchtung und des Bildaufbaues meiner Vorbilder versuche ich in meinen eigenen Aufnahmen nachzuempfinden.

Allerdings macht auch mir manchmal das Motiv einen Strich durch die Rechnung, insbesondere dann, wenn es sich um tückisch kleine, kontrastarme, in Höhlungen versteckte und einfach nicht ausleuchtbare Sujets handelt. Ist das Ziel dann die Darstellung einer ergänzenden Varietät, oder nur die Dokumentation einer Stufe für die eigene Sammlung, muss man halt mit der erreichten Fotoqualität leben.
Eventuell muss man aber auch eine Stufe unter hohem Risiko säubern, umpräparieren oder vielleicht sogar neu knacken, sollte das zu erzielende Motiv die entsprechende Bedeutung besitzen.

Also:"Aller Anfang ist schwer" und "keep on trucking!"

Gruß von Klaus

prospector56:
Hallo Klaus,

vielen Dank für Deine Ausführungen, die mich einerseits bestätigen, anderseits zu noch mehr Qualität beim Anfertigen von Bildern anspornen. Wie Du schreibst, geht es auf dieser Plattform nicht vordergründig um den Wettbewerb um das schönste Bild, sondern auch und vor allem um den Aufbau eines umfassenden Online-Archivs, bei dem die deutschen Fundstellen sicherlich einen Schwerpunkt bilden. Archivarisch ideal wäre es für mich, zu jedem aufgelisteten Mineral einer Fundstelle einen Einzelnachweis und ein Foto zu haben, das wenigstens den Beleg dafür liefert, dass das Mineral dort nicht nur theoretisch vorkommt, sondern tatsächlich dort auch gefunden und bestimmt wurde. Insofern finde ich jeden neuen Beitrag eines "Belegstückes", und sei es noch so gewöhnlich oder unscheinbar, durchaus gerechtfertigt. Es hilft vielleicht anderen Sammlern, ihre Stücke zu identifizieren.

Andererseits fällt mir schon auf, dass die ästhetisch schönen Fotos auch öfter aufgerufen werden, also naturgemäß eher "Eyecatcher" sind als das mittelmäßige Foto des x-ten Malachits von irgendeiner Halde. Auf ein gelungenes Foto unter schwierigen Bedingungen darf man sicherlich auch ein wenig stolz sein.

In dem von Dir beschriebenen Sinne "Spielwiese und ernsthaftes Archiv" wird sich hier sicherlich jeder verwirklichen können, der gewisse Qualitätsstandards einhält und das ist gut so. Und über Geschmack lässt sich nicht streiten...

In diesem Sinne viele Grüße und Glückauf,

Joachim

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