Hallo Klaus,
es gibt beim Spinell Mehrfachzwillinge nach (111), nach dem fünften Kristall bleibt ein Restwinkel von ca. 7,35°, beim Eingangsbild währen es aber sechs Kristalle außerden sind keine typischen Zwillingsnähte erkennbar. Ich denke, genau wie Du, dass es sich hier um einen angelösten Einkristall handelt, vielleicht ein Rhombendodekaeder als Ausgangsform.
Der Mythos der Diamant-Zwillingen mit sich durchdringenden Tetraedern stammt aus einer Zeit in der man noch keine Möglichkeit zur Strukturbestimmung kannte. Ein solcher Zwilling mit (100) als Symmetrieelement, ist beim Diamant nicht möglich und eine Strukturvariante mit geringerer Symmetrie währe sicher schon aufgefallen.
Also auch hier, eine durch Lösungsvorgänge entstandene Laune der Natur.
Grüße Josef