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Autor Thema: Stibnit  (Gelesen 9032 mal)

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Offline Lexikon

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Offline Uwe Kolitsch

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Stibnit
« Antwort #1 am: 22 Jan 21, 11:45 »
Ich denke, dass Stibnit nicht der korrekte deutsche Name ist, sondern Antimonit (das betrifft sowohl den Atlas als auch Wikipedia).

Was auf Wikipedia steht ("Im deutschen Sprachgebrauch werden die Mineralnamen Stibnit, Antimonit bzw. Antimonglanz etwa gleichwertig verwendet.") stimmt erst seit etwas dem letzten Jahrzehnt und nur deshalb, weil unbedarfte Händler und Sammler das englische Stibnite einfach eingedeutscht haben, ohne den korrekten Namen nachzuschauen (oder vielleicht überhaupt zu kennen?).

Man könnte nun argumentieren, dass Wörter einen Bedeutungswandel durchmachen, aber das trifft hier nicht wirklich zu.
Und ja, das bekannte Problem ist natürlich auch, dass es nie eine "offizielle" Liste deutscher Mineralnamen (z.B. von der Deutschen Mineralogischen Gesellschaft) gab.

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Offline sulzbacher

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Re: Stibnit
« Antwort #2 am: 22 Jan 21, 11:54 »
Hallo Uwe,

kann ich nur unterstreichen.
In meiner Sasmmlung laufen alle Antimonite als Anitmonite.

Glückauf
Hans-Jürgen

Offline gladhammar

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Re: Stibnit
« Antwort #3 am: 22 Jan 21, 12:36 »
Hallo Uwe,

.............................. Antimonite als Anitmonite.

Glückauf
Hans-Jürgen


Da haben wohl die Tasten geklemmt?  :)

Offline Philip Blümner

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Re: Stibnit
« Antwort #4 am: 22 Jan 21, 12:44 »
Ich hab mich der Umstellung (wann das war, weiß ich nicht) gefügt.
Ich bevorzuge Stibnit, weil es dem lateinischen stibium näher ist (ich bin latinophil).


Offline Manfred Früchtl

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Re: Stibnit
« Antwort #5 am: 22 Jan 21, 13:26 »
Hallo,
ich habe auch im letzten Jahr den Begriff Stibnit genommen.
Aber in meiner Sammlung habe ich 163 mal Antimonit drin.
Da habe ich beschlossen das nicht zu ändern, da ich weiß um was es geht.
In der Lithothek haben wir 295 mal Antimonit, da hatte auch keiner Lust da was zu ändern.
Ich bin dafür Antimont zu behalten.
Gruß
Manfred

Offline Erzsucher

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Re: Stibnit
« Antwort #6 am: 22 Jan 21, 13:46 »
Bei Zinnober bzw. Cinnabarit haben wir das gleiche „Problem“. Synonyme gibt es ja öfter. In der eigenen Sammlung macht es wohl Sinn sich dauerhaft für eine Variante zu entscheiden.

Gruß
Burkhard

Offline Chrisch

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Re: Stibnit
« Antwort #7 am: 22 Jan 21, 14:24 »
Also mir ist bisher nicht untergekommen, daß irgendein ernstzunehmender einheimischer Sammler die Bezeichnung Stibnit verwendet. Falls es so sein sollte, kann ich es mir auch nur durch wissens-/gedankenlose Übernahme der Bezeichnung von Etiketten von ausländischen bzw. weltweit gehandelten Stufen erklären. Und daß es bei vielen nicht Fach-Händlern einfach nur ums Geld geht, zeigen viele Börsen leidvoll und überdeutlich.
Daß diese Originaletiketten zur Stufe gehören, ist klar, aber die Verwendung "Stibnit" im deutschen Sprauchraum deutet für mich eher auf mineralogisch-historisches Unwissen hin. Vielleicht hat es auch damit zu tun, daß heute viele von leicht erhältlichen schönen Stufen fasziniert sind und sich ohne Hintergrundwissen in die Vitrine stellen wie früher Sammeltassen oder Matchboxautos (!wertungsfrei!). Aber vielleicht wird es ja wie so oft auch hier immer angesagter, mit Anglizismen zu glänzen?
Mir ist dieses Benennungsproblem bisher vor allem bei Gipsstufen ("Selenit(e)") aufgefallen, die als Touri-Massenware gehandelt werden. Trotzdem schreibt ja wohl niemand was anderes als "Gips" auf sein Etikett! Als Regionalsammler hat man es naturgemäß generell einfacher. Naja nicht immer, man fühlt sich mitunter schon mehr zu "Mesitinspat", "Rothspießglanz" oder "Feuerblende" hingezogen ;)
Das mit der nicht existierenden offiziellen deutschen Namensliste (Zusammenstellungen und Übersichten gibt es ja reichlich) macht es zusammen mit der Vielfalt regionaler Bezeichnungen nicht einfacher, die IMA aber auch nicht. Es gibt ja die Möglichkeit, die eigene Sammlung exakt nach IMA-Nomenklatur zu benennen. Bei mir wird im Zweifelsfall aber immer "Biotit" oder "Wolframit" an den Stufen stehen, denn wer kann es sich leisten, jedes 0815-Sammlungsstück zu analysieren, ständig Namen austauschen!? Eine Sammlung stellt immer auch Stück Zeitgeschichte dar.
Generell muß jeder selbst wissen, wie er seine Sammlung etikettiert und benennt. Ich denke, das Ergebnis sagt dann aber auch viel über die Ernsthaftigkeit und Intensität der Beschäftigung mit dem Sammelobjekt aus. Und im deutschsprachigen Raum sollten meiner Meinung einfach auch die entsprechenden gängigen Mineralbezeichnungen verwendet werden.

Glückauf!
Chrisch



Offline Josef 84,55

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Re: Stibnit
« Antwort #8 am: 22 Jan 21, 17:49 »
Hallo,

bitte in "Antimonit (Stibnit)" zurück ändern.
Für mich sind diese deutschen Mineralnamen ein Stück Kulturgut.

Glück Auf,
Josef

Offline Lynx

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Re: Stibnit
« Antwort #9 am: 22 Jan 21, 18:07 »
Hallo zusammen

Antimonit. Zumindest auch, um Kontinuität zu behalten.. Aber warum nicht auch Stibnit? Zudem sehe ich da eigentlich kein Problem. Englischsprachig wird analog ja gerne von 'sodium ions' gesprochen und 'Na+' geschrieben - verstehen tut mans trotzdem, französich azote ist der deutsche Stickstoff und englisch nitrogen - alles wird mit N im Periodensystem gekennzeichnet. Die Chemiker und Physiker verstehen es, und ich glaube, auch die Mineralogen sind schlau genug wie die Sammler, Antimonit mit Stibnit zusammenzubringen...

Interessanter finde ich dann schon  Kenoargentotetrahedrite-(Fe). An diese seltsame Umbenennung  möchte ich mich eigentlich garnicht gewöhnen. Das ist so, wie wenn Städte umbenannt werden, hier kennen wir das - aus Chemnitz wurde Karl-Marx-Stadt und die Kanadier können das auch: Val-des-Source hieß bis quasi vorgestern (17.12.2020) noch Asbestos...vgl https://en.wikipedia.org/wiki/Val-des-Sources. Die Motive waren natürlich sehr unterschiedlich. Sowas kommt öfter vor.

Bevor ich noch mehr Unsinn sage, hör ich auf -

Gruß, Martin


Offline oliverOliver

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    • naja ....
Re: Stibnit
« Antwort #10 am: 23 Jan 21, 17:50 »
Und ja, das bekannte Problem ist natürlich auch, dass es nie eine "offizielle" Liste deutscher Mineralnamen (z.B. von der Deutschen Mineralogischen Gesellschaft) gab.

Ich denke, das ist das Hauptproblem dabei - wenns keine offizielle Regelung gibt, ermuntert das natürlich so manchen zur "Kreativität".  >:D

Offline Lynx

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Re: Stibnit
« Antwort #11 am: 23 Jan 21, 18:07 »
... hmmm ....
Umgekehrt wirken die ofiziellen Namensdefinitionen zuweilen recht ungelenk und sind auch nicht unbedingt immer hilfreich (siehe mein Beispiel zu Freibergit, aber es gibt noch zahlreiche andere). Und manche Begriffe halten sich - auch wenn sie nicht hilfreich sind. Es werden sich bestimmt nicht viele Leute von meinem Post beeindrucken lassen, in dem ich erkläre, dass der Begriff Fluoreszenz bei Mineralien eigentlich Quatsch ist, und das lange Nachleuchten als persistente Lumineszenz eben nicht dasselbe ist wie eine Phosphoreszenz. Da wären auch Begriffe da, die wenig genutzt werden.

Oh. Bringt mich drauf. Vielleicht sollte ich dann auch bei den Bezeichnungen für Mineralien ähnlich großzügig vorgehen? Akanthit und Argentit ist doch beides Silbersulfid, oder? Und Anatas und Rutil ist beides Titandioxid - quasi dasselbe, so wie eben persistente Lumineszenz und Fluoreszenz und Phosphoreszenz und so.... Nein, jetzt werd ich grad bissig.

Was ich sagen will: letzlich zählt nur, dass Missverständnisse ausgeräumt werden können und man sich am Ende über dasselbe unterhält...
« Letzte Änderung: 23 Jan 21, 20:22 von Lynx »

Offline Fabian99

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Re: Stibnit
« Antwort #12 am: 23 Jan 21, 19:12 »
Und Anatas und Titanit ist beides Titandioxid

Hi, möchtest du korrigieren?

LG

Offline Lynx

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Re: Stibnit
« Antwort #13 am: 23 Jan 21, 20:23 »
gemacht. eh klar - bin nur grad am Polemisieren - ;D

Offline aca

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Re: Stibnit
« Antwort #14 am: 23 Jan 21, 20:34 »
Antimonit und Antimon sind so schöne, wohlklingende Wörter, Stibnit klingt dagegen einfach nur gestelzt. Kein Chemiker sagt "Stibnium", auch auf englisch ist das antimony.
Desgleichen Zinnober, ein lustiges Wort (mit doppelter Bedeutung), "Cinnabarit" ist gequält möchtegern-international.
Aber bei Zinnober schreibt man im Lexikon wenigstens Cinnabarit (Zinnober).
Also bei Antimonit mindestens genauso verfahren.

 

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