Mineralien / Minerals / Minerales > Allg. Diskussionen Mineralien / General discussions minerals
beim Säubern verfärbt!
Lia:
Hallo zusammen,
Vor einigen Jahren habe ich eine bestehende Mineraliensammlung übernommen und in meine Reisemitbringsel und “Dekosteine“ auf dem Fensterbrett / Regal integriert und ständig erweitert. Wissenstechnisch stehe aber noch ziemlich am Anfang und mache auch so manchen Fehler:
Hier habe ich ein ehemals schönes Exemplar beim Reinigen in lauwarmer Seifenlauge grau verfärbt (chem. Reaktion). Ich hatte es für Calzit gehalten. Schätze, ich kann ich es nicht wieder entfärben...
Fundort: unbekannt
- 17,0 x 13,5 cm
- Strichprobe: weiß mit starkem Abrieb
- ritzt Glas mit ebenfalls starkem Abrieb
- keine Reaktion auf 10% Essigsäure
- nicht magnetisch
- etwas spröde
- fühlt sich schmierig/seifig an wie Serpentin
Was könnte das sein?
LG Lia
felsenmammut:
Glück Auf! Lia,
in dem Fall würde ich gerne mal den Kratzer auf dem Glas sehen. Ist die Glasscheibe wirklich Glas? Irgendwie passt mir das nicht mit dem starken Abrieb bei der Strichprobe zusammen. Oder ist das mehr ein Zerkrümeln als Abreiben? Oder ist es eine Kombination aus einem harten und einem weichen Mineral? So wie ich das Bild q1.jpg deute, könnten Kristallenden zu sehen sein. Diese unsymmetrisch schiefen Enden würden für ein monoklines oder triklines Kristallsystem sprechen. 10%ige Essigsäure ist halt immer ein schwaches, unsicheres Argument. Es gibt aber keine Karbonate mit einer Härte 7 (härter als Glas). Das schmierig seifige Tastgefühl könnte auf eine nachträgliche Oberflächenbeschichtung zurückzuführen sein, aber auch auf die Anwesenheit eines anderen Minerals, dass nur als dünne Schicht erscheint, selbst nicht sichtbar wird, aber das Tastgefühl maßgeblich beeinflusst. Mir erscheint das schmierig seifige Tastgefühl in Kombination mit einem so harten Mineral zwar etwas seltsam, will es aber hier als Möglichkeit einer natürlichen Ursache betrachten. Also wenn die Härte ungefähr stimmt, so fallen mir dazu Spodumen, Zoisit, Cyanit und schon mit etwas geringerer Härte Feldspat und Amblygonit ein. Durch die parallele Ausrichtung der Kristallindividuen ist es schwer Kristallgrenzen von Spaltflächen zu unterscheiden. Cyanit bricht aber gerne quer zur c-Achse, was auf den Bilder so nicht zu sehen ist. Die Dichten von Spodumen, Zoisit und Amblygonit liegen etwas über 3 g/cm3. Feldspat liegt mit der Dichte unter 3 g/cm3.
Wie sah den die ursprüngliche Farbe aus. So wie es aussieht, ist der Dreck (Überzug einer sekundären Mineralparagenese) jetzt weitestgehend runter. Die schnörkeligen Farblinien deuten auf Korrosionserscheinungen an dem Kristall hin.
Wäre eine Dichtebestimmung machbar?
Mit freundlichen Grüßen
Das Felsenmammut
stoanklopfer:
1. Lauwarme Seifenlauge verursacht normalerweise keine Reaktion bei Mineralen.
2. Calcit, der Glas ritzt? Gibts nicht.
3. Wenn schon schwache Essigsäure, dann auf Pulver, um eventuell eine Reaktion zu beobachten.
4. Vom Aussehen her eine klassische Harnischfläche, an der Bewegungen abgelaufen sind (gibt es auch in mineralisierten Kluftfüllungen!). Das würde die schmierig-seifige Oberfläche erklären.
Ob Quarz oder Calcit, musst Du mit weiteren Tests feststellen.
Volkmar
Brodi69:
Hallo Lia
Meinen vorrednern beipflichtend halte ich das Stück nicht für Quarz, Calcit evtl. und denke, dass du dein Test auf Glas nochmals wiederholen solltest.
Auf dem einen Bild sieht man Korrosionsspuren wie Pilzmyzelien, was eine Löslichkeit vermuten lässt. Starker Abrieb klingt nach weicher als Calcit. Gips, Cölestin und anderes kommt auch in sich spaltenden Schichten vor und würden auch ein seifiges Gefühl in der Hand verursachen. Versuch die Härte genauer zu bestimmen (Fingernagelritzen, Messerritzen etc.)
Was die Verfärbung angeht, ein so spaltendes Material saugt quasi mit seinen Spalten kapilarmässig die Seifenlauge auf. Diffundiert das Wasser raus bleiben graue? Seifenreste womöglich zurück... wäre eine Erklärung. ..
Grüessli
Christian
loismin:
Hallo.
Für mich ist das Gips !
loismin
Navigation
[0] Themen-Index
[#] Nächste Seite
Zur normalen Ansicht wechseln