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Autor Thema: Diamanten in Europäischen Vulkanschloten  (Gelesen 12992 mal)

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Offline proyect

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Re: Diamanten in Europäischen Vulkanschloten
« Antwort #15 am: 13 Jul 05, 06:30 »
Hallo,
aber die sind immer noch schwerer als die normalen Bestandteile Quarz und Feldspat,... diamanten sammeln sich zusammen mit den schwermineralien (Vor allem Granat, Magnetit, aber auch Zirkon, Rutil, ect) dann muss man ein gutes Auge haben und sortieren. Ich glaube die von der Humbold-Uni haben sehr lange gebraucht.
Gruß
proyect

Offline berthold

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Re: Diamanten in Europäischen Vulkanschloten
« Antwort #16 am: 13 Jul 05, 08:48 »
Hallo,

ja, Diamant gehört zu den Schwermineralien (Diche um 3.5). Allerdings reicht die Anreicherung mit Sieben und Rotationswaschanlagen nicht aus, um den Diamant soweit zu konentrieren (da z.B. sehr viel mehr Granat mitgewonnen wird), dass man ihn schon auslesen könnte. Man macht sich die Eigenschaft des Diamant zu Nutze sehr gut an Fett zu haften. Man lässt das Konzentrat über fettbestrichene Bänder/Rinnen laufen, wobei man die Bänder wiederum mit Wasser überspült. Da Diamant nicht so gut mit Wasser zu benetzen ist, jedoch eine fettfreundliche Oberfläche hat, bleibt der Diamant im Fettband hängen. Das führt zu einer sehr guten Anreicherung. Allerdings kann es notwendig sein, vor dem Fettband die Diamanten (typischerweise bei Diamanten aus fossilen Seifen) chemisch vorzubehandeln um (fettfeindliche) Überkrustungen zu entfernen.

Siehe:  http://www.diamant.de/foerderung.html

Gruß

Berthold (der im Waschkonzentrat leider noch keinen Diamanten gesehen hat)

Offline uwe

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Re: Diamanten in Europäischen Vulkanschloten
« Antwort #17 am: 13 Jul 05, 09:00 »
Ich habe mal gehört, daß in einem Institut Mikrodiamanten in Deutschland nachgewiesen wurden. Man hätte wohl das Gestein (Basalt ?) völlig in Flußsäure gelöst und es blieb ein Diamantstaub übrig.

Es wird viel geredet, wenn der Tag lang ist und ich kann mich natürlich für den Wahrheitsgehalt des Gehörten nicht verbürgen. Vielleich kennt jemand den Hintergrund dieses Gerüchtes besser ?

Glück Auf
Uwe

Offline berthold

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Re: Diamanten in Europäischen Vulkanschloten
« Antwort #18 am: 13 Jul 05, 10:09 »
Hallo Uwe,

das ist schon richtig, gemeint ist sicher das Nördlinger Ries, siehe den Link von Ralf.

Nachtrag:

Europa: Vorkommen in Finland, Norwegen und Schweden wären zu nennen.  In Deutschland noch im Erzgebirge (mikroskopisch).

Gruß

Berthold
« Letzte Änderung: 13 Jul 05, 10:43 von berthold »

Offline Micha

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Re: Diamanten in Europäischen Vulkanschloten
« Antwort #19 am: 13 Jul 05, 20:30 »
Wenn ihr schon von Diamanten in Schloten in Deutschland sprecht, vergesst nicht den Granat-Kimberlit im Seufzergründel bei Hinterhermsdorf in der Sächsischen Schweiz. Dort waren ziemlich viele Schwermineralien im Verwitterungssand zu finden (Mini-Körnchen), einen Diamanten allerdings hat man wohl noch nicht gefunden. Nach meinem Kenntnisstand nimmt "man" an, dass ein Basalt die Sandsteindecke durchschlug um beim Erkalten zwar enorme Drücke nach innen erzeugte, diese aber nicht zur Diamantbildung reichten. Oder fehlte nur der Kohlenstoff?

Benni S.

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Re: Diamanten in Europäischen Vulkanschloten
« Antwort #20 am: 30 Jul 05, 18:44 »
Ja, im Geografie-Kabinett der Hinterhermsdorfer Schule gab damals (sprich, in der DDR) auch Fundstücke (AFAIR unter anderem Granat, Spinell und Zirkon) von dort. Der Geo-Lehrer war sehr engagiert, was die einheimische Mineralogie betraf.

Heute sollte man jedoch von der Suche abstandnehmen: während das Seufzergründel damals "nur" Flächennaturdenkmal war und man bis Mitte der 70er Jahre bei entsprechender Begründung durchaus noch Klein(st)schürfungen genehmigte, ist das Gebiet heute Naturschutzgebiet und gehört überdies zum "Nationalpark Sächsische Schweiz". Die Parkranger reagieren überaus heftig, sollten sie dort jemanden a) abseits der Wanderwege, und b) dann auch noch beim Schürfen erwischen.

Viele Grüße,
Thomas

Offline finderlohn

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Re: Diamanten in Europäischen Vulkanschloten
« Antwort #21 am: 25 Jul 11, 13:51 »

Auch, wenn hier lange niemand mehr war, zur Vervollständigung:

Der erste Diamant in Tschechien wurde in der Nähe des Dorfes Dlažkovice im Jahr 1869 gefunden und hat eine Größe von 4,13 x 2,63 mm, 0,0573 Gramm ( 0,2865 Karat). Der zweite Diamant, in der Nähe des Dorfes Chrášťany 1927 gefunden, beträgt 3,00 x 2,60 mm. Beide Steine, aus quartiären Sedimenten im Böhmischen Mittelgebirge (České středohoří) , werden in den mineralogischen Sammlungen des Nationalmuseums in Prag aufbewahrt. Farblich gelblich-orange. Die lieben Russen haben dann in den 60er Jahren des letzten Jahrhunderts (bin ich schon so alt?) intensivst, aber ergebnislos gesucht.
Also, wer´s denen doch noch zeigen will ...  viel Spaß dabei ;-)

der finderlohn.