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Autor Thema: Buchit  (Gelesen 1399 mal)

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Offline gladhammar

Buchit
« am: 18 Mär 21, 13:09 »
  edit Mod: abgetrennt von einer Rätselfrage

Sebastian hat es und ist damit dran.

Das Gestein nennt sich Buchit und ist gefritteter Sandstein. Typlokalität der Wilde Stein in Büdingen. Im folgenden Link unter Besonderheiten ist die Enstehung schön erklärt: 

https://de.m.wikipedia.org/wiki/Wilder_Stein_(B%C3%BCdingen)

Gruß, Julian


Hallo Julian,
ist die Typlokalität von Buchit nicht die "Blaue Kuppe" bei Langenhain?
Steht jedenfalls so im Atlas. Viel mir nur auf weil ich da schon mal war.
GA Detlef
« Letzte Änderung: 20 Mär 21, 15:30 von oliverOliver »

Offline jkstar

Re: Buchit
« Antwort #1 am: 18 Mär 21, 17:14 »
Hallo Detlef, ich kenne es nur so wie es  Wikipedia steht. Andere Literaturnachweise habe ich nicht.

Viele Grüße, Julian

Offline Conny3

Re: Buchit
« Antwort #2 am: 18 Mär 21, 17:21 »
Hallo,

bei Buchit fallen mir auch die Säulen im Zittauer Gebirge ein. Bei Johnsdorf gibt es auch Buchit.Da habe ich auch noch irgendwo ein paar alte s/w Aufnahmen. Und Buchonit ist auch basaltisch entstanden. Klingt so ähnlich, hat aber mit Buchit nichts zu tun:

https://www.mineralienatlas.de/forum/index.php/topic,2365.msg48250.html#msg48250

Und heißt heute auch Camptonit: https://de.wikipedia.org/wiki/Camptonit Die TL ist bei Poppenhausen, wo man ihn auch sicher heute noch findet.

Gruß Conny
« Letzte Änderung: 18 Mär 21, 17:30 von Conny3 »

Offline gladhammar

Re: Buchit
« Antwort #3 am: 20 Mär 21, 00:21 »
Hallo Julian,
da hat halt einer der Autoren was falsches geschrieben.
Und es müsste dann hier https://www.mineralienatlas.de/lexikon/index.php/RockData?rockid=517oder im Wiki geändert werden.
GA Detlef

Offline giantcrystal

Re: Buchit
« Antwort #4 am: 20 Mär 21, 11:16 »
Der Eintrag Buchit im Lexikon stimmt schon soweit.  Buchit muß nicht unbedingt hexagonale Säulen bilden, siehe z.B. der klassische Buchit an der Blauen Kuppe bei Eschwege

Allerdings sollte der Extozamit vom Buchit abgetrennt werden, denn das ist tatsächlich etwas anderes

Glück Auf

Thomas

Offline jkstar

Re: Buchit
« Antwort #5 am: 20 Mär 21, 12:23 »
Am Wilden Stein in Büdingen haben wir den Buchit in jetzt aufgesägten und polierten Stücke gefunden. Diese Säulenbildung betrifft ja nur den gefritteten Sandstein. Beim Buchit muss glaube ich der Glasanteil mind. 20 % sein.
Ich werde bei Gelegenheit mal ein anderes Stück zeigen. Das mit der Typ Lokalität kläre ich auch noch mal.

Viele Grüße, Julian

Offline Pcheloyad

Re: Buchit
« Antwort #6 am: 20 Mär 21, 19:22 »
Vielen Dank an den Mod für das Abtrennen von einer Rätselfrage.

Dafür ist das Thema Buchit(e) auch zu spannend, als das es nicht einen Thread verdient hätte.

@ Julian/jkstar :

Ihr habt Stücke in Büdingen gefunden und habt sie aufsägen und polieren lassen. Richtig ?

Könntest Du ein paar Bilder raufladen ? Würde mich interessieren, wie die Buchite ausschauen.

VG

Marcus

Offline oliverOliver

Re: Buchit
« Antwort #7 am: 20 Mär 21, 20:15 »

Allerdings sollte der Extozamit vom Buchit abgetrennt werden, denn das ist tatsächlich etwas anderes


hallo Thomas,
wie wäre der Exotzamit dann in der Gesteinsklassifizierung genau zuzuordnen?
bei mindat ist er dem Buchit untergeordnet - ist das korrekt?
lg + ga
oliver

Offline jkstar

Re: Buchit
« Antwort #8 am: 20 Mär 21, 22:01 »
Hallo Marcus, das werde ich machen mit den Fotos, dauert aber circa eine Woche da ich dann erst wieder bei meinem Vater bin.

Viele Grüße, Julian

Offline giantcrystal

Re: Buchit
« Antwort #9 am: 21 Mär 21, 10:31 »
Hallo aus Mittelfranken

Zum Thema Exotzamit : Ich mußte selbst erst einmal nachgucken, was das sein soll, da der Name mir bisher völlig unbekannt war. Anscheinend wurde der Name Exotzamit 2016 mehr oder minder frei erfunden und zwar von

Bohaty, J.: Anstehend verglaster Buchit (Klipstein 1827) sensu stricto vs. Exotzamit nom. nov. - ein neuer Name für pyrometamorph verglaste, siliziklastische Krusten-Xenolithe mit äußeren Glasschmelzkrusten. in Mainzer Naturwissenschaftliches Archiv 53, 2016

Ob es dieses neuen Namens nun bedarf, darüber kann man trefflich streiten. Ich persönlich finde ihn komplett überflüssig, früher nannte man solche Erscheinungen in der Eifel einfach "vulkanisches Glas", gelegentlich tauchte auch der Begriff Lechatelierit dafür auf, der aber eigentlich eher für Fulgurit - Gläser steht.

Wie dem auch sei, der Name Exotzamit ist auch deshalb unglücklich, weil eine klare Abtrennung gegenüber anderen pyrometamorphen Bildungen wie Haldenbränden, Waldbrandbildungen, Blitzeinschlägen etc. fehlt...vulkanisches Glas ist da viel präziser !

Grundsätzlich sollte aber eine Abgrenzung meiner Meinung nach so aussehen

Buchit = thermometamorph durch Vulkanitkontakt (Basalt etc.) veränderte Sedimentgesteine am Kontakt zum Vulkanit (das sind die Säulenbildungen) oder auch durch Umschliessung mit flüssigem Magma / Lava (das wäre dann der Typus Blaue Kuppe), wobei es zur Neubildung verschiedener Mineralien kommt

Exotzamit = oberflächliche Verglasungen durch kurzfristige starke Erhitzung, der Mineralbestand bleibt ansonsten aber weitgehend unverändert.

Glück Auf

Thomas


Offline Pcheloyad

Re: Buchit
« Antwort #10 am: 21 Mär 21, 17:20 »
@Julian : Sehr gerne.

@Thomas :

War da mal nicht was mit "Arianeit" ?

Kann ja jeder halten, wie er mag. Für mich heißt das : vulkanisches Glas bzw.Verglasungen, auch noch verglaste Xenolithe.

Nur dieses Exodingsda hört sich halt exotischer an. In manchen Ohren,vielleicht. Ob es Tausch bzw. Verkaufsfördernder ist, sei mal dahin gestellt.   ;)

VG

Marcus

Offline oliverOliver

Re: Buchit
« Antwort #11 am: 08 Apr 22, 00:22 »
nochmal zum Thema Buchit:
habe gesehen, dass wir im Lexikon (von mindat übernommen? und wohl in Anlehnung an die Arbeiten von Łukasz Kruszewski) auch bei 2 "brennenden Kohlehalden" Buchit angeführt haben. Und zwar bei https://www.mineralienatlas.de/?l=53322 und https://www.mineralienatlas.de/?l=53327.

Da bin ich aber strikt dagegen!
Wir haben im Lexikon den Pyrometamorphit Buchit als kontaktmetamorphes Gestein definiert: Kontaktmetamorphe Gesteine  ⇒ Pyrometamorphe Gesteine.
Nun können Bildungen eines Haldenbrandes zwar als pyrometamorph bezeichnet werden, aber nie und nimmer als kontaktmetamorph!!
Ich bin daher dafür (und zwar sehr!), den Buchit bei diesen beiden Fundstellen als "falsch/durchgestrichen" zu markieren, und als Referenz bzw. Erklärung die Definition im Lexikon anzugeben.
Schließlich sind die Bildungsbedingungen bei Gesteinen ja ganz wesentlich für die Definition. Wenn das so "schludrig" oder weit gefasst gehandhabt wird, dann könnte man ja in Analogie dazu, um an den oben diskutierten Exotzamit anzuknüpfen, auch jeden verglasten Ofenstein (oder aus sonstigen Gründen eine verglaste Oberfläche aufweisenden quarzhältigen Brocken wie z.B. in dieser kürzlich erfolgten Bestimmungsanfrage: https://www.mineralienatlas.de/forum/index.php/topic,55720.0.html) als Exotzamit bezeichnen.
Langer Rede kurzer Sinn: ich bin strikt dafür, definitionsgemäß kontaktmetamorph entstandene Gesteine von ähnlichen Bildungen, die zwar pyrometamorph, aber nicht kontaktmetamorph entstanden sind, zu unterscheiden und zu trennen.


 

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