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Rauchquarze aus dem Massenkalk

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aca:

--- Zitat ---Wer kann bzw. wo kann man eine diesbezügliche Untersuchung durchführen lassen, die dann auch bestand hat?

--- Ende Zitat ---

Die "amtliche" Untersuchungsmethode heißt "Electron Paramagnetic Resonance Spectroscopy"(eingedeutscht EPR-Spektroskopie oder Elektronenspinresonanz-Spektroskopy - was nicht wirklich das gleiche ist). Die Methode ist mit der NMR-Spektroskopie vergleichbar, nur wird nicht der Atomkern vermessen, sondern die Elektronen. Das funktioniert bei Material mit ungepaarten Elektronen, also vielen Ionen der Übergangsmetalle und auch Farbzentren.
Blödsinnig komplizierte Technik mit Mikrowellen im Magnetfeld etc. etc., die ich noch nicht mal ansatzweise verstehe.
Dazu muss man in irgendein entsprechend ausgestattetes physikalisches/chemisches Institut gehen und die Leute überzeugen, dass Sie sich herablassen, den Kristall zu vermessen und die sich dabei ergebenden Resonanzspektren zu interpretieren.
Damit kann man das Al-Farbzentrum nachweisen.
Das wäre die Methode für Diplomskeptiker und Nervensägen mit Geld. Vollkommen überkandidelt.

Der wirtschaftlichere Ansatz ist: 1. Prüfung auf Dichroismus + 2. Entfärben unter UV oder mit Hitze.
Meines Erachtens reicht es vollkommen aus, den Dichroismus zu prüfen. Die Kristalle werden nämlich nicht einfach heller und dunkler, man erkennt dabei auch eine charakteristische Farbänderung von dunklerem gelblichem zu hellerem rötlichen Ton. Das ist genauso aussagekräftig wie eine Härte- oder Dichtebestimmung. Markasit oder Bitumen oder Öl tun sowas nicht.
https://www.mindat.org/min-3689.html

Entfärben würde ich nur machen wenn das Material zu trübe ist oder die Färbung durch andere Einschlüsse überlagert ist. UV ist eindeutiger als Hitze, weil letzteres auch andere Farbveränderungen auslösen kann, aber UV braucht sehr lange (je nach UV-Quelle mehrere Tage bis Monate).

Auf Dichroismus prüfen kann jeder selbst machen, einfach mit einem "echten Rauchquarz" am Computer-Monitor üben.
Für Kristalle, bei denen das Prisma fehlt, würde ich empfehlen, eine 2-5 mm dicke Platte parallel zur c-Achse herauszuschneiden und zu polieren und damit den Test zu machen.

Fabian99:
Naja,

so kompliziert ist der lineare Zeeman-Effekt nicht. Aber ja, bei Raumtemperatur oftmals einfach Mist wegen der Lebensdauern und alles andere als einfach zu interpretieren.

Sollte nicht bei den meisten, organisch gefärbten Quarzen eine "weiße" Fluoreszenz sichtbar sein?

LG

aca:
Den Zeeman-Effekt verstehe ich noch, ich bin aber als Nicht-Chemiker außer Stande, EPR-Spektren zu interpretieren, bei den entsprechenden EPR Fachartikeln verstehe ich bis jetzt nur Bahnhof, muss mich da noch einlesen.

Meine SW-UV-Lampe ist leider kaputt und ich kann das nicht unmittelbar prüfen, aber ich meine mich zu erinnern, dass Fluoreszenz bei organischen Einschlüssen in meiner Sammlung eher die Ausnahme war, insbesondere bei festen Einschlüssen. Ich habe auch nur 1-2 Quarze mit organischen Einschlüssen in meiner Sammlung, die bei LW UV (365nm) fluoresziieren.
Ich habe aber einen echten Rauchquarz mit Bitumen-Enschlüssen in meiner Sammlung.
 

Gerdchen:
Ich kann tatsächlich einen Einzelkristall von Stromberg bekommen um ihn auf den Dichroismus zu untersuchen. Ich hoffe ich kann in der nächsten Woche meinen Kollegen Klaus Schäfer endlich mal wieder sehen und mit ihm dann die Untersuchung durchführen.
Vielen Dank aber schon mal an aca für seine Informationen. Das hat mir persönlich weitergeholfen mehr über Quarze, insbesondere über Rauchquarze, zu verstehen.

LG
Gerdchen

aca:
Bin gespannt.
Ich würde als Blindprobe Usinger Rauchquarze nehmen, die sind etwas trübe und aufgrund ihrer Einschlüsse und Form ohne Prismen ähnlich schwierig zu testen.

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