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Schleifen/Polieren mit Winkelschleifer und Diamantschleifpads - Tips & Tricks

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S-C-H-U-B-E-R-T:
Hallo zusammen,

mal wieder ein kleiner Beitrag aus der improvisierten Achatwerkstatt: Angehängt zwei Bilder einer ca. 5,5 cm großen Schneekopfkugel von Friedrichroda.

Ich hatte euch ja von den Problemen einer nicht ganz gleichmäßigen polierten Oberfläche erzählt. Das konnte ich doch mittlerweile korrigieren mit einer einfachen - wenngleich kräftezehrenden - Modifikation: ich übe einfach mehr Druck auf den Stein beim Schleifen aus  ;) Der gezeigte Achat hat einen tollen Spiegelglanz und das Lesen der Schrift auf einer alten Glühbirne (der klassische Test) funktioniert ohne Probleme.

Nun aber noch ein paar Fragen und Beobachtungen - vielleicht können wir da etwas an Erfahrung zusammentragen:

1.) Ich verwende mittlerweile die Pads von "Stonecraft". Auch sehr günstig, aber auch nicht so spottbillig wie das, was ich vorher hatte. Kosten, wenn ich mich recht erinnere, ca. 60/70 Euro für alle Pads von 50-6000er Körnung. Ich habe bei denen beim Schleifen ein besseres Gefühl, einen besseren "Grip".
2.) Da ich mich der einen Hand den Winkelschleifer halte und mit der anderen den Stein auf die Pads drücke, kann ich auch nicht so enorm viel Druck aufbauen. Aber lasst und mal vergleichen: Ich habe den Schleifvorgang vorhin mal auf einer Personenwaage simuliert: es sind so etwa 6 bis max. 8 kg Druck, den ich beim Schleifen auf den Stein bringe. Wie ist das bei euch? Wie ist das bei einer professionellen Schleifvorrichtung, bei der man ja mit beiden Händen den Stein halten kann?
3.) Den Schleifstaub, der sich ggf. in Drusen/Rissen festsetzt, entferne ich mühelos mit Ultraschall.
4.) Ein m. E. recht bekanntes Problem (las ich schon mal im Forum): Der Ryolith, aber auch der Achatrand in dem gezeigten Stück sind auf Hochglanz geschliffen, der Quarzkern jedoch nicht - dieser ist sogar beim Spiegeln im Licht ziemlich stumpf. Ich kann damit leben - aber warum ist das so?
5.) Drei Steine in der gezeigten Größe schaffe ich in ca. einer Stunde (50/100/200/400/800/1600/3000-Körnung). Das ist ja kein Schnelligkeitswettbewerb. Aber ist das nun flott, normal oder langsam??

So, das war es erst mal...viele Infos und einige Fragen  ;)

Grüße
Benedikt

felsenmammut:
Glück Auf!

Vielen Dank für die Zusammenfassung.

Nur zwei Anmerkungen zu dem stumpfen Quarz:
1. Quarz ist nicht gleich Quarz, wenn es ums Polieren geht. Es gibt Quarz, der nur sehr schwer Politur annimmt. Solch schwer polierbarer Quarz ist meist hornsteinartig, oft im Mikrometerbereich porös und in vielfältigen Bildungsmileaus anzutreffen. Solch ein Quarz scheint hier aber als Ausfüllung im Zentrum nicht vorzuliegen, da es wohl makrokristalliner Quarz ist.
2. Der Unterschied in der Schleifhärte zwischen Chalcedon/Achat und andere richtig kryptokristalline Quarzvarietäten auf der einen Seite und Quarz auf der anderen Seite ist noch recht enorm. Ein grober Schleifgang hinterlässt noch genug Rauigkeit im Quarz, die mit dem nächsten Schleifgang weggeschliffen werden muss. Da der Quarz weicher ist, ist die Rauigkeit tiefgreifender. Wenn der feinere Schleifgang dann zu kurz durchgeführt wird, wird nur der widerstandsfähige Chalcedon auf die geringere Rauigkeit gebracht. Im tiefer ausgeschliffenen Quarz bleibt die grobe Rauigkeit erhalten. Schleifpads mit weicher Unterlage und Schleifen mit losem Korn verstärken den Effekt. Schleifen mit Schleifpads auf harter Unterlage und Schleifscheiben mit gebundenem Korn mindern den Effekt. Das ist dann alles etwas relativ: Weich ist nicht gleich weich und der Eine hat Zeit und übt sehr gleichmäßigen Druck auf den Stein aus, der andere hat das Feingefühl einer Dampfwalze kombiniert mit der Hektik eines Hauptbahnhofs.

Mit freundlichen Grüßen

Das Felsenmammut

S-C-H-U-B-E-R-T:
Danke dir, Felsenmammut!

In deinen Anmerkungen habe ich mich entdeckt: Ich schleife auf Pads auf zwangsläufig weicher Unterlage, da die Pads ja mit Klettverschluss auf dem Padhalter angebracht werden und der Padhalter - bwz. die Schicht zwischen Klettauflage und Halterung - weich ist. Auch bin ich immer ziemlich fix mit den feineren Schleifvorgängen durch. Ich werde der Sache beim nächsten Schleifen mal auf den Grund gehen...

Nun bin ich aber noch gespannt auf weitere Anmerkungen. Es gibt doch einige Achatsammler hier, die auch selbst schleifen - mit Sicherheit.

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