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Weisse Kristalle - Borstein, Reichenbach

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Lynx:
Hallo zusammen

vom Borstein, in einem größeren Block zusammen mit Bariopharmakosiderit, Hämatit, Goethit, Arseniosiderit(?) und Cu-Mineralien kamen diese weissen Kristalle zum Vorschein (BB 1.65 mm). Was kann das sein? Erste Daten geben (Atom %)
Al 7.95
As 4.24
P 0.95
S 0.27
Pb 1.2
Ca 0.74
Sr 0.65
Ba 0.29
Fe 0.29
Dazu  C,O (beides auch Untergrund) und Bi (scheint ernst zu sein).
Wie abseitig wäre meine erste EInschätzung, das Philipsbornit zu nennen? Der ist von dort nicht genannt, was aber nichts heissen muss).

Grüße und Danke für Eure Gedanken,
Martin

aca:
Und wo sind die restlichen 83 Atom-% ?

felsenmammut:
Glück Auf!

Bei der Zusammensetzung scheint sich der Kreis der Verdächtigen durchaus im Umkreis von Philipsbornit abzuzeichnen. Allerdings könnte die Zusammensetzung auch auf ein Mischglied in der Dussertitgruppe hindeuten, eventuell sogar mit Beteiligung weiterer Minerale aus der übergeordneten Alunit-Supergruppe.

Zumindest ein zusammengebasteltes Verhältnis kommt da schon erstaunlich nah ran (Ca,Ba,Sr,Pb):(Al,Fe):(P,As,S) = 1:2.9:1.9 ≈ 1:3:2. Ein gewisser Messfehler wurde ja schon angedeutet. Eine trigonale Natur der Kristalle scheint, dem Bild nach zurteilen, durchaus möglich zu sein.


PS: In der Dussertitgruppe und sogar in der Alunit-Supergruppe ist die Struktur der chemischen Formel sehr ähnlich. Da entfallen in der Größenordnung 80% der Atome alleine auf O und H. Vielleicht kann Lynx noch die Messmethode mitteilen, die zu dem Messergebnis geführt hat.

Mit freundlichen Grüßen

Das Felsenmammut

Lynx:


Hallo zusammen,

sorry, das hätte ich noch dazu sagen müssen: EDX im Niederdruck (eineige Pa Restdruck), was zu einer Überschätzung vo O führt. Zudem kommt noch ein verstärktes skirting dazu, den Beitrag von C sehe ich auch auf einem Referenzstück und kann ihn damit ebenfalls dem Untergrund zuordnen (weshalb ich ihn nicht nenne). Bi war unsicher im Bereich 0-0.27%, wegen der Überlagerung mit Pb und S auch unsicher. Ist zwar wohl vorhanden, trägt meines Erachtens keine relevante Information bei.
Die Verhältnisse (Al+Fe3+):(As+P+S):(Pb+Ca+Sr+Ba+Fe2+), die ja im wesentlichen schon die Chemie beschreiben, lassen sich so schon abschätzen. Wohin mit dem Eisen? Glücklicherweise ist das aber eh nicht viel.

@Amir:
--- Zitat von: Lynx am 11 Jun 21, 00:09 ---Dazu  C,O (beides auch Untergrund) und Bi (scheint ernst zu sein).

--- Ende Zitat ---
da sind also die restlichen % - eigentlich ja nicht unerwartet ;-)

@Markus: Danke Dir! Genau das hatte ich mir auch gedacht und deswegen gefragt - vielleicht hat ja jemand sowas schon gesehen von dort gesehen.

Kurzum heisst das aber, dass das Material nicht uninteressant ist. Auf jeden Fall werde ich da nochmal nachhaken, genug Material ist da, um auch mit anderen Methoden zu ergänzen.

Grüße,
Martin

Uwe Kolitsch:
Eindeutig Philipsbornit, zumindest die analysierte Stelle (die Kristalle sehen zoniert aus, daher könnte es auch Zonen mit Hidalgoit geben - As:P:S-Verhältnisses können in Reichenbach stark schwanken, auch innerhalb eines Kristalls).

> Wohin mit dem Eisen?
Fe ist in dieser Gruppe immer dreiwertig und ersetzt das Al.

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