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Autor Thema: Borstein, Reichenbach - Bestimmungsfragen  (Gelesen 569 mal)

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Offline Lynx

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Borstein, Reichenbach - Bestimmungsfragen
« am: 11 Jun 21, 21:23 »
Hallo zusammen,

nach dem Philipsbornit von hier (siehe hier) ein gelbes Mineral, was ich nicht einordnen kann. Gelb, nadelige Kristalle, in Chalkosin; BB 0.7 mm. Hat jemand solche gelben Kristalle von dort schon gesehen? Was könnte es sein? Auch unabhängig von den EDX-Daten.

Eine schnelle Messung an herauspräpariertem Stück ergab etwa (Atom %)
Cu 6.37
As 3.28
Fe 1.64
Bi 1.27
Si 0.63
S 0.38
Rest O und C.
EDX im Niederdruck mit Restgas, daher ist O nicht aussagekräftig, C stammt wohl vom Untergrund (skirting; aus Referenzmessung) wie evtl auch Si. Die herauspräparierten Kristalle *sind* Nadeln ....

Wie geht das zusammen(*)?
Grüße Martin

(*) Ist vielleicht die Messung zwar an einem nadeligen Kristall, aber keinem gelben gemacht, weil ich beim Präparieren was anderes erwischt hab? Liegt eine gelbe Schicht auf dem Kristall? Beides halte ich für unwahrscheinlich, aber möglich.
« Letzte Änderung: 11 Jun 21, 22:13 von Lynx »

Offline felsenmammut

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Re: Borstein, Reichenbach - Bestimmungsfragen
« Antwort #1 am: 12 Jun 21, 07:32 »
Glück Auf!

krasse Farbe! Schöner Fund. Bei so einem Gelb würde man eigentlich kein Kupfer erwarten. Also, wenn ich das Wesentlichste mal außer Acht lasse, würde ich etwas in Richtung Bi-Arsenat oder Bi-Silikat vermuten, z.B. Preisingerit, Chenevixit, Bismutoferrit. Uran scheint nicht enthalten zu sein. Mixit enthält genug Kupfer und kann auch als hauchdünner Überzug auftreten. Andere Cu-haltige Minerale wie Gartrellit, Medenbachit sind auch nicht abzulehnen. Wurde die Messung auf der Außenseite einer Nadel oder an einer frischen Bruchstelle durchgeführt?

Mit freundlichen Grüßen

Das Felsenmammut


Offline Lynx

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Re: Borstein, Reichenbach - Bestimmungsfragen
« Antwort #2 am: 12 Jun 21, 07:39 »
Hoi Markus

jein, habe mich bemüht, die Bruchfläche zu erwischen, aber die Kristalle zu präparieren ohne alles kaputt zu machen, ist ziemlich fordernd. So ganz glaube ich die Analyse selber noch nicht  - im Bild sieht man an einer Stelle auch grüne Farbe. Ich werde eine Analyse auf alle Fälle wiederholen (lassen), wenn ich mich trau, da nochmal was herunter zu präparieren.
Ich hatte eben auch an so was gedacht wie Fe- oder Bi-Mineral auf Cu Mineral oder so was, kann es aber weder bestätigen noch widerlegen.
Mixit Gruppe wurde vielleicht auch hingehen :-/, aber gelb?
Noch eine verwegene Spekulaton: Fe, As,O, der Rest als Verzierung, könnte Auriacuist sein...


Gruß, Martin
« Letzte Änderung: 12 Jun 21, 08:35 von Lynx »

Offline Lynx

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Re: Borstein, Reichenbach - Bestimmungsfragen
« Antwort #3 am: 17 Jun 21, 21:58 »
Hoi zusammen

Muss mich korrigieren. Auf der Bruchfläche - je mehr im Material desto deutlicher - scheint es Mixit zu sein (also Cu, Bi, As, O mit wenig Fe) während auf der Fläche deutlich Fe gemessen wird, teilweise Fe>Bi. Die Vermutung meinerseits wäre also, dass auf Mixit ein Eisenmineral als dünne schicht liegt, und so insgesamt die Kristalle intensiv gelb wirken. Hat jemand sowas schon gesehen? Mixit (oder aus der Mixit-Gruppe) in gelb? Gibt es das von der Grube Clara?

Grüße
Martin

P.S. von einer anderen Stelle auf dem großen Brocken in ähnlicher Konfiguration (also auch mit Chalkosin) habe ich blassen, hellblaugrünen Mixit - soweit ist das konsistent.

Offline Uwe Kolitsch

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Re: Borstein, Reichenbach - Bestimmungsfragen
« Antwort #4 am: 18 Jun 21, 18:13 »
> ... während auf der Fläche deutlich Fe gemessen wird, teilweise Fe>Bi. Die Vermutung meinerseits wäre also, dass auf Mixit ein Eisenmineral als dünne schicht liegt, und so insgesamt die Kristalle intensiv gelb wirken. Hat jemand sowas schon gesehen?

Ja, das gibt es ab und zu bei Gliedern der Mixitgruppe. Manchmal sind die Limonithäutchen hauchdünn und kaum zu erkennen, verfälschen aber das REM-EDS-Spektrum. Die Analyse der Bruchfläche ist hier sicher verlässlicher.

Offline uwe

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Re: Borstein, Reichenbach - Bestimmungsfragen
« Antwort #5 am: 18 Jun 21, 18:14 »
Es wird sich wohl hier, wie sehr oft, um eine Mineralvergesellschaftung handeln. Mixit und Kakoxen sind beide hexagonal. Da kann es schon zu einer Auflage kommen. Bei Arsenaten und Phosphaten sind reine Minerale selten.

Gruß
Uwe

Offline Uwe Kolitsch

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Re: Borstein, Reichenbach - Bestimmungsfragen
« Antwort #6 am: 18 Jun 21, 18:26 »
> Mixit und Kakoxen sind beide hexagonal. Da kann es schon zu einer Auflage kommen.

Die Kristallsymmetrie hat damit nichts zu tun, der atomare Aufbau beider Minerale müsste ähnlich sein für orientierte Verwachsungen (ist er aber nicht).
Eine Epitaxie von Kakoxen auf Mixit, die nicht bekannt ist, ist hier auszuschließen. Kakoxen ist vom Borstein auch nicht bekannt.

 

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