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Nadeliges schwarzes Mineral im verkieselten Barytgang am Borstein

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Dank G:
Der verkieselte Barytgang des Teufelstein – Borstein – Hochstein
streicht herzynisch und ist einer der markantesten Hydrothermalgänge im
Odenwald. Die besonders an den Blöcken
aus dem aktiven Steinbruchbetrieb zu sehende Bänderung bezeugt eine
mehrfache Öffnung und Aktivierung der Spalte. Der Gang ist aszendent
verkieselt, d.h. nach unten hin findet sich primärer Baryt (nicht aufgeschlossen).
An den Gang sind randliche Vererzungen gekoppelt. Am Hochstein wurde
zeitweise Kupferbergbau betrieben.

Was ist dieses schwarze nadelige Mineral? Entnommen aus einem Handstück aus der oben genannten randlichen Vererzung. Ich kenne mich noch nicht so gut mit mikrokristallinen nadeligen Kristallen aus.

Auf einer Karte von Fettel 1975 (Bergbaugeschichte des Odenwald) vermute ich Pyrolusit, auf Wikipedia steht dass dieser durch HCL löslich ist, habe ich getestet, nichts, wird aber auch nicht geschrieben wie konzentriert diese sein muss.

cmd.powell:
Moin

Naja, "löslich" in Salzsäure ist bei Pyrolusit vielleicht etwas verwirrend: Pyrolusit wird tatsächlich von Salzsäure gelöst, aber dies ist ein recht langsamer Vorgang: Je kompakter die Kristalle und je verdünnter die Salzsäure, desto länger dauert es. Bei sehr verdünnter Salzsäure (<5%) kann eine Reaktion ggf. auch vollkommen ausbleiben. Wichtig zu wissen ist, das bei der Reaktion Chlor freigesetzt wird, welches leicht am Geruch wahrgenommen werden kann (typischer Hallenbadgeruch). Auf jeden Fall konzentrierte (>30%) Salzsäure verwenden und ggf. etwas erwärmen, wenn es dann anfängt nach Chlor zu riechen ist es Pyrolusit (natürlich nicht zu wenig Probenmaterial nehmen). Bei sehr kleinen Probemengen bildet sich mit konz. Salzsäure eine bräunliche Lösung.

Haubi:
Moin moin,
ich würde das als ein Mineral der Manganomelan-Reihe ansehen, also Kryptomelan oder Coronadit z.B. Ein Belegfoto ist ja unter Borstein vorhanden. Ich habe so etwas auch aus der Petitjeansammlung daheim, sollte es mir kommendes Wochenende gelingen, heimwärts zu streben, kann ich ja mal ein Vergleichsfoto machen.

Glückauf von Haubi (der gerade im Gotthardbasistunnel steht… 800 Meter unter Sedrun)

Axinit:
Servus,

bestimmte Manganminerale, so auch Pyrolusit, setzen aus Salzsaeure oxidativ tatsaechlich gasfoermiges Chlor frei.

Hierzu muss Mangan in einer vierwertigen Oxidationsstufe vorliegen, bei zweiwertigem Mangan (wie z. B. in Rhodochrosit) versagt der Test.

Der Chlornachweis ist in Anbetracht der geringen Mengen nicht einfach - auch Salzsaeure (vor allem in hoeheren Konzentrationen) riecht durch freiwerdendes, gasfoermiges HCl "stechend".

Am Besten gelingt der Cl-Nachweis mit  einem angefeuchteten Kaliumiodid-Papier: dieses faerbt sich bei Anwesenheit von Chlor durch oxidativ freigesetztes Iod dunkel. Dieser Test ist sehr empfindlich und gelingt auch mit kleinsten Substanzmengen (z. B. manganhaltigen Dendriten).

Kaliumiodid-Papier gibt es als fertig konfektionierte Teststreifen im Chemikalienfachhandel.

GA,

Harald

Chrisch:
Wenn es sich um Braunstein sprich Pyrolusit handelt, ist auch ein einfacherer Test möglich: aus einer wäßrigen Wasserstoffperoxid-Lösung wird durch katalytische Zersetzung am Braunstein Sauerstoff freigesetzt, d.h. es bläselt schön vor sich hin mit dem Nebeneffekt einer Reinigung der Stufe  :)

Gruß Chrisch

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