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Autor Thema: Bergkristalle und Quarze aus Goethes Mineraliensammlung in Weimar  (Gelesen 1262 mal)

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Offline Lexikon

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Bergkristalle und Quarze aus Goethes Mineraliensammlung in Weimar

Offline ganomatit

Sehr schön, alle Bilder.
Da müsste man eine Stufe von Sankt Andreasberg besitzen.
Mit der Original- Etikettierung  vom Dichterfürsten.

An Charlotte von Stein schreibt Goethe 1783 bei seiner zweiten Harzreise aus Zellerfeld: "Ich hab mich recht mit Steinen angefüttert, sie sollen mir, denke ich, wie die Kiesel dem Auerhahn, zur Verdauung meiner übrigen schweren Winterspeise helfen" (Juranek, "Abenteuer Natur Spekulation", S.122).

In diesem Sinne weiter so.


Grüße aus Thüringen!
Frank Heise
« Letzte Änderung: 27 Aug 21, 17:01 von ganomatit »

Offline prospector56

Hallo Frank,

vielen Dank für die Mitteilung und das Zitat unseres Dichterfürsten. Das "Anfüttern mit Steinen" haben wir als Sammler wohl alle schon erlebt...

Im Vorraum zu Goethes Arbeitszimmer in Weimar befindet sich noch eine Vitrine mit Mineralien. Leider ist die derart schlecht beleuchtet, dass man so gut wie nichts erkennen bzw. fotografieren kann. Schade, da könnte man mehr draus machen.

Glückauf aus Celle

Joachim

Offline ganomatit

Guten Tag Joachim,
danke für Deine positive Rückmeldung (Feedback).

Es war mir eine Freude diese Sammelobjekte aus Goethes Privatsammlung hier im Mineralienatlas zu finden. Das Goethe-Nationalmuseum in Weimar hab ich schon mehrmals besucht. Und es hat mich immer sehr beeindruckt!
Die privaten Räume (Bibliothek, Schlafstube und besonders das Arbeitszimmer) Goethes sind etwas Besonderes.
Sie strahlen eine Aura aus!
Den Schrank im Vorraum (der wohl auch Minerale aus Sankt Andreasberg enthält, meine ich) hat deswegen keine künstliche Beleuchtung um alles so zu zeigen, wie es zu Goethes Zeit einmal gewesen sein könnte. Es war ja nach dem II. Weltkrieg vieles zerstört.

“Im September 1783 unternahm Goethe seine zweite Harzreise. Gemeinsam mit Fritz von Stein, dem zehnjährigen Sohn von Charlotte von Stein aus Weimar und den Vizeberghauptmann Friedrich Wilhelm Heinrich von Trebra erwanderte Goethe unter anderem den Weg am Rehberger Graben. Dieser Graben, der zur Wasserführung zwischen Oderteich und Sankt Andreasberg angelegt wurde, befindet sich geologisch gesehen in einer Übergangszone. Hier stößt der Granit des Brockenplutons an bereits vorhandene Sedimentgesteine, einen Litharenit, oder häufig auch Grauwacke genannt sowie Tonschiefer. Wenn ein Pluton aufsteigt und auskristallisiert, dann gibt er Wärme an die unmittelbare Umgebung ab. Hierbei bildet sich im Kontaktbereich ein extrem feinkörniges, dunkeles und dichtes Gestein, der Hornfels. …

1812, dreißig Jahre später schickt von Trebra zwei Gesteinsplatten an Goethe und Goethe als Antwort an von Trebra: "Fürwahr! Du hast mich, mein würdiger verehrter Freund, durch Deine Sendung überrascht und durch die herrlichen Platten in Erstaunen gesetzt … und in einen zweiten Brief schreibt Goethe; "Die übersandte köstliche Tischplatte wird jeden Tag schöner und herrlicher…, von Trebra unterbreitet Goethe eine Bitte, die Platte auf ein Tischgestell bringen zu lassen, und wörtlich: "WENN DANN AUF SOLCHEM TISCHE TÄGLICH KAFFE ZU TRINKEN GEBRACHT WÜRDE, DANN MÖCHTE SICH DER GEOLOGISCHE GESCHMACK WOHL NOCH SICHER FESTHALTEN LASSEN, DER, WIE ICH AUS MEHREREN BEWEISEN SEHE, MEINEN LIEBEN FREUND (GOETHE), AUFS NEUE IN BESITZ GENOMMEN HAT." JURANEK, Abenteuer Natur Spekulation, S.121-122.

Also mit meinen Worten Geologie ist eine wunderbare Wissenschaft und wenn sie dann so auf einen wirkt, wie Goethe und von Trebra schreiben, dann hat sie ihren Sinn erreicht. Mit Herzblut und ist nicht nur ein Hobby von vielen.
Jedenfalls nicht für alle Menschen.
Aber das mit dem "Hobbies" ist ein anderer Beitrag.
Also viel Freude weiterhin den geologischen Geschmack (Geologie) zu genießen!

Beste Grüße aus Thüringen!
Frank Heise
« Letzte Änderung: 01 Sep 21, 03:45 von ganomatit »

Offline giantcrystal

Hallo aus Mittelfranken

Zum Thema Goethes Mineraliensammlung kann ich noch folgendes beitragen :

-- Es gibt anscheinend eine Reihe von Goethe - Mineraliensammlungen, die von ihm zu verschiedenen Zeiten zusammengestellt und dann weiter verschenkt oder auch gestiftet wurden. Eine davon ist im Kloster Stift Tepl in Tschechien zu sehen. Auf eine weitere Goethesammlung - im wesentlichen Gesteine -  stiess ich völlig unverhofft im Archiv des Berg- und Heimatmuseums in Obernkirchen / Schaumburg.

-- Einige wenige Mineralien aus der Goetheschen Sammlung, darunter eine polierte Tischplatte mit dem Kontakt Hornfels - Brockengranit finden sich auch in Goethes Gartenhaus in Weimar

Tatsächlich handelt es sich bei Goethes Mineraliensammlungen um ein sehr spannendes Thema, was meines Wissens nach bisher kaum historisch - mineralogisch aufgearbeitet wurde

Glück Auf

Thomas


Offline Conny3

Hallo,

ich werde mal später Frau Dr. Kreher von der Mineralogischen Sammlung der UNI Jena fragen, ob die dazu noch etwas weiß.

Gruß Conny

Offline ganomatit

Das wäre nett Conrad,
Dort ist wohl auch die zweite Platte!

Die andere Platte auf Tisch montiert, wie richtig erwähnt in Goethes Gartenhaus in Weimar.


 Frank Heise

Offline ganomatit

Hier die besagte 2. Platte in Jena. https://www4.uni-jena.de/-p-366002.html

"WENN DANN AUF SOLCHEM TISCHE TÄGLICH KAFFE ZU TRINKEN GEBRACHT WÜRDE, DANN MÖCHTE SICH DER GEOLOGISCHE GESCHMACK WOHL NOCH SICHER FESTHALTEN LASSEN, DER, WIE ICH AUS MEHREREN BEWEISEN SEHE, MEINEN LIEBEN FREUND (GOETHE), AUFS NEUE IN BESITZ GENOMMEN HAT." JURANEK, Abenteuer Natur Spekulation, S.121-122.

Im Originaltext schreibt man Kaffe.


Beste Grüße aus Thüringen!

Frank Heise

« Letzte Änderung: 03 Sep 21, 04:20 von ganomatit »