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Aegirin - Rätsel ?

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giantcrystal:
Ich schaue mir gerade wieder einmal meine Aegirine vom Mt. Malosa /  Malawi an, die ich 1999 von dort reichlich mitgebracht habe. Sehr schöne, freistehende Kristalle ! Hochglänzend, mit Orthoklas und Quarz  sowie Zirkon und allerlei anderem vergesellschaftet und bis zu 10 cm lang. Die weltbesten Aegirine eben...

Was mich jedoch immer wieder wundert ist, das es von den typischen Aegirinkristallen zwei völlig unterschiedliche Erscheinungsformen gibt. Die meisten zeigen einen typisch tetragonalen = viereckigen Querschnitt, viele aber auch einen typisch hexagonalen = sechseckigen Querschnitt, wobei zwei Seiten des Querschnittes immer deutlich länger sind als die anderen vier. Also nicht wie bei Quarz, der meist sehr regelmässige Sechsecke im Querschnitt zeigt.

Wie kann das sein, das ein und dasselbe Mineral - teilweise sogar auf ein und der selben Stufe - so unterschiedliche Kristallformen zeigt ? Es handelt sich dabei eben nicht um typische Verzerrungen, denn die Formen sind im Querschnitt immer gleich : entweder sechs oder viereckig.

Weiß jemand eine Antwort ?

Glück Auf

Thomas

Collector:
Hi Thomas

daß dasselbe Mineral in unterschiedlichen kristallographischen Formen auf ein und derselben Stufe auftritt, ist garnicht so selten; beste Beispiele dafür sind Quarze ( 2-3 Generationen), Fluorite ( Würfel, Oktaeder und Dodekaeder auf der gleichen Stufe) usw. Hängt i.d.R. vom Bildungsmechanismus, Zeit, Temperatur, Druck etc etc etc ab - weißt Du selbst.

Ägirin gehört zur monoklin-prismatischen  Kristallklasse 2/m. Die typischen Formen sind Pinakoide a {100} und b {010} sowie Prismen m {110}, {221}, {661}, alle erwähnten Formen sind häufig.

Die typischen Kristalle vom Malosa-Massiv sind entweder spitzprismatisch oder blockig-säulig-prismatisch. Was Du als "tetragonalen "  Querschnitt beschreibst, sind blockige Kristalle; die "hexagonalen " Querschnitte sind spitzprismatisch pseudohexagonal und entsprechen eher dem Klinopinakoid -Typus (auch als Akmit-Habitus bezeichnet).

Im übrigen wär ich verdammt vorsichtig mit den veschiedenen Kristallformen - gerade in Malosa treten garnicht selten Ägirine und Arfvedsonite gern nebeneinander auf - sind zwar beide monoklin - aber eben unterschiedlich in der Ausbildung. Nur son Gedanke.

gruß
collector

giantcrystal:
Hallo Collector

danke für die Antwort.

Ja, die Arfvedsonite sind auch sehr gut von dort. Unterscheiden lässt sich Aegirin von Arfvedsonit durch die Streifung der Kristallprismen. Arfvedsonitkristalle sind auf allen Kristallseiten des Prismas immer senkrecht zur Basis gestreift (und im übrigen immer von hexagonalen Habitus). Aegirine weisen dagegen in allen Habitusformen immer eine typische schräge Streifung auf den Prismaflächen auf.

Glück Auf

Thomas

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