https://fossilsworldwide.de/https://crystalparadise.de/https://www.chiemgauer-mineralien-fossiliensammler.de/

Autor Thema: Etwas Neues von der Halde Haniel in Bottrop, wovon ich gern wüsste, was es ist. / Steinkohle u. Neb  (Gelesen 3096 mal)

0 Mitglieder und 1 Gast betrachten dieses Thema.

Offline Heureka

  • ***
  • Beiträge: 117
Guten Abend,

heute möchte ich gern noch einmal hinsichtlich meines Fundstückes Nr. 3 um Hilfe bitten.
Ich versuche mal eine Beschreibung:
Fundort: Halde Haniel in Bottrop
Gewicht: 195 Gramm, verdrängt 110 ml Wasser, Abmessungen ca. 13x5x4,5 cm
Nicht magnetisch
Strichfarbe grau/anthrazit
Er ritzt kein Glas
Er hat verschiedene Schichten, die auch etwas unterschiedlich beschaffen sind. Lässt sich mit einer Nadel ritzen.

Zuerst dachte ich, ich hätte ein Stück Steinkohle gefunden. Er war mir wegen den unterschiedlichen zusammengepressten Schichten aufgefallen und weil er von oben glänzte.
 
Für mich ist der Stein schwierig zu fotografieren, weil er sich bei wechselnden Lichtverhältnissen sehr stark verändert. In der Sonne glänzt er metallisch grau und man sieht verschiedenfarbige glänzende und reflektierende Schichten. Mal rötlich, silbrig, goldig, durchsichtig...
Als ich mit dem Fernglas schaute, entdeckte ich Stellen (wie Adern), wo es so aussah, als wenn man durch diese Schicht ein Stück hineinsehen könnte. Wie durch ein Fenster. Als wenn dort eine Scheibe vor ist. Aber das ist noch schwieriger zu fotografieren...

Ich hoffe, die tollen Fachleute hier wissen etwas mit meiner wieder sehr laienhaften Beschreibung und den Fotos anzufangen.

Mich würde es freuen, wenn ich wieder etwas lernen könnte und mache auch gern weitere Fotos oder Versuche :-).

Lieben Dank schon einmal.

Viele Grüße aus dem Kohlenpott sendet
Christiane
« Letzte Änderung: 18 Feb 22, 00:05 von Heureka »

Offline harzgeist

  • ******
  • Beiträge: 1.511
Hallo Christiane,
Auch wenn ich mich mit Steinkohlevorkommen gar nicht auskenne, möchte ich mich mal ganz weit aus dem Fenster lehnen und sagen, das metallisch Glänzende ist Steinkohle/Anthrazit. Das graue Gestein würde ich dem Aussehen nach als ein (kalkig-)toniges Sediment ansehen. Deiner Beschreibung nach könnte auch Gips beteiligt sein, wobei ich nicht weiß ob und mit welcher Häufigkeit der im Ruhrbergbau vorkommt. Zur Feststellung ob Kalk anwesend ist, hilft wieder die Salzsäure.
Kohle leitet den elektronischen Strom (Ohm-Meter) und ist -natürlich- brennbar.
Bei deinen Gewichts/Volumenangaben ist dir wahrscheinlich ein Fehler unterlaufen. Danach läge die Dichte knapp unter 1, wonach er im Wasser schwimmen würde. Dass er sehr leicht ist, würde aber zu "Kohle" passen.

Thomas

Offline vandendrieschen

  • inaktiver User
  • ******
  • Beiträge: 2.032
  • ⛏(❛ .❛ ✿)
Auf dem ersten Foto sieht man durch die glänzenden Anbruchflächen sehr gut, dass es sich um Steinkohle handelt. (Man kann auch zum Test auf ein Stück draufbeißen).

VG.

Offline oliverOliver

  • Globaler Moderator
  • *****
  • Beiträge: 12.489
  • REsearch and destroy
    • naja ....
hallo Christiane,
stimme im Großen und Ganzen Harzgeist zu - das ist eine Schichtabfolge aus dem Flöz mit unterschiedlichen Komponenten (Steinkohle, vmtl. "Kohleton"/Tonstein, etc.).
Vielleicht mit einer kleinen Ergänzung: die "verschiedenfarbigen glänzenden und reflektierenden Schichten. Mal rötlich, silbrig, goldig, durchsichtig..." könnten eventuell ein hauchdünner Belag aus Pyrit/Markasit (od. auch Chalkopyrit) mit Anlauffarben sein - vergleichbares kenne ich aus dem Saarkarbon. Ist aber lediglich eine schwache Vermutung, die ich anhand der Fotos nicht verifizieren kann.
lg + ga
oliver
« Letzte Änderung: 17 Feb 22, 23:59 von oliverOliver »

Offline Heureka

  • ***
  • Beiträge: 117
Glück auf und Hallo,

herzlichen Dank schon einmal, auch für das Aufdecken meines Messfehlers. Ich habe mich mit der Wassermenge vertan und es soeben geändert. Sorry...

Ich hatte es auch für Steinkohle gehalten und mich gefragt, ob und welche Kristalle dort vorkommen. Weil die von mir gesichteten Kristallflächen so klar sind, hatte ich auch bereits gesucht und gesehen, dass Gips sehr durchsichtig ist.

Um das Ganze noch zu verdeutlichen, habe ich noch einmal 4 Detailbilder gemacht. Sie sind alle nur von der gleichen Stelle des Steins, an der rechten Spitze. Bessere Fotos kriege ich wohl leider nicht hin. Vielleicht trägt das noch ein wenig zur Erhellung bei.

vandendrieschen, ich habe tatsächlich reingebissen und glaube nicht, dass es Kohle ist. Jedenfalls habe ich mir den Geschmack anders vorgestellt :-). Kam mir auch zu hart und zu schwer vor, aber ich weiß es nicht wirklich und könnte demnächst, falls nötig, den Vergleich mit einer Kohletablette machen.

Den Brenntest werde ich die Tage mit einem Stück machen, was mir soeben beim erneuten Eintauchen abgebrochen ist. Also wenn es getrocknet ist... und Salzsäure habe ich ja noch. Ich werde berichten.

Gute Nacht und einen schönen Tag wünscht
Christiane




Offline harzgeist

  • ******
  • Beiträge: 1.511
Hallo Christiane,
Die neuen Bilder zeigen ganz klar Kohle.
Übrigens sind die Bilder sehr gut. Glänzende Minerale sind ja ohnehin schwer zu fotografieren.

Eine einfache Methode der Dichtebestimmung geht so:

***Stelle ein Gefäß mit Wasser auf eine (elektronische) Waage und nulle diese (bzw subtrahiere das angezeigte Gewicht von den weiteren Wägungen)

***Lasse den Stein an einem Faden hängend im Wasser frei schwebend völlig untertauchen. Die Waage zeigt das VOLUMEN an.

***Lasse den Stein zu Boden sinken und die Waage zeigt das GEWICHT an.

Durch wiederholtes Anheben und Absenken kannst du bequem mehrere Messungen machen und den Durchschnitt berechnen.

Eine genaue Dichtebestimmung macht aber nur wirklich Sinn, wenn der Stein einheitlich zusammengesetzt ist. Anderenfalls ist die Aussagekraft begrenzt aber nicht völlig sinnlos.

Thomas
« Letzte Änderung: 18 Feb 22, 01:30 von harzgeist »

Offline stoanklopfer

  • ******
  • Beiträge: 2.335

... Die Waage zeigt das VOLUMEN an.


Eigenartige Waage!  ;D
« Letzte Änderung: 18 Feb 22, 05:23 von stoanklopfer »

Offline harzgeist

  • ******
  • Beiträge: 1.511

... Die Waage zeigt das VOLUMEN an.


Eigenartige Waage!  ;D
Warum ???
Nachzulrsen bei Archimedes  ;)
Der Legende nach soll er in der Badewanne sitzend das Prinzip des Auftriebs, und dessen Gleichheit mit der Wasserverdrängung und des Volumens entdeckt haben. Wonach er ausrief (passend zu diesem Thread) "heureka" (ich habe es gefunden).

Offline harzgeist

  • ******
  • Beiträge: 1.511
Hier zum allgemeinen Verständnis des Prinzips der Dichtebestimmung ein kleines Schaubild, das als Theorie die physikalischen Zusammenhänge verdeutlicht und darunter die praktische Durchführung.
Ich denke das Bild ist selbsterklärend  :)

Thomas

Edit: Ich sehe gerade, das Bild ist nicht optimal skaliert (ich hatte es einst für eine Diskussion auf Mindat angefertigt).
Bitte anklicken und bei Bedarf in Originalgröße anzeigen lassen
« Letzte Änderung: 18 Feb 22, 08:20 von harzgeist »

Offline harzgeist

  • ******
  • Beiträge: 1.511
Und nun auch noch mal ein kleines Tutorial, das zeigt, wie simpel die Durchführung der Dichtebestimmung ist.
Frage: Um welches Mineral handelt es sich bei dem Beispiel  ;D

Viel Spaß
Thomas

Offline stoanklopfer

  • ******
  • Beiträge: 2.335
Eine Waage erfasst trotzdem nur das Gewicht. Was du daraus machst, ist etwas anderes!

Offline harzgeist

  • ******
  • Beiträge: 1.511
Eine Waage erfasst trotzdem nur das Gewicht. Was du daraus machst, ist etwas anderes!
Und genau deshalb lautete meine Formulierung "... zeigt das Volumen an"

Offline etalon

  • *****
  • Beiträge: 812
Eine Waage erfasst trotzdem nur das Gewicht. Was du daraus machst, ist etwas anderes!

Hallo,

bei einer Testflüssigkeit mit der Dichte=1 (Wasser) entspricht das angezeigte Gewicht auch dem verdrängten Volumen in ccm. Die Formulierung von Thomas passt also unter der Voraussetzung dass man Wasser verwendet…

Grüße Markus

Offline Brodi69

  • Globaler Moderator
  • *****
  • Beiträge: 938
  • Engagierter Amateurstrahler

Streitet Euch doch bitte nicht um Formulierungen...

... und Danke für die Erläuterungen zur Dichtebestimmung.

Offline vandendrieschen

  • inaktiver User
  • ******
  • Beiträge: 2.032
  • ⛏(❛ .❛ ✿)
vandendrieschen, ich habe tatsächlich reingebissen und glaube nicht, dass es Kohle ist. Jedenfalls habe ich mir den Geschmack anders vorgestellt :-). Kam mir auch zu hart und zu schwer vor, aber ich weiß es nicht wirklich und könnte demnächst, falls nötig, den Vergleich mit einer Kohletablette machen.
Hallo, ich meinte damit die kohlige Konsistenz, die sich von Gesteinen unterscheidet. Kohle schmeckt nach nichts.

Gruß