Fossilien / Fossils / Fósiles > Pseudofossilien
Fundstück, kann vielleicht jemand mir helfen?
oliverOliver:
--- Zitat von: heli am 27 Mar 22, 18:15 ---Für mich sieht das schwärzliche eher nach einem oberflächlichen Überzug aus.
--- Ende Zitat ---
Stichwort "Wüstenpatina" -
wenn die "klassischen" Wallsteine wirklich, wie bei der verlinkten Wikipediaseite aus im Paläozän / Eozän aufgearbeitetem Kreide-Sediment stammen solten, dann kommt der Glanz (wofür auch die oberflächlich dunkle Farbe spricht) wohl nicht oder nur untergeordnet von einer "Politur" mittels Schreibkreide (wie in wikipedia als eine Vermutung angeführt), sondern vermutlich daher, dass die Stücke (nach der Abrollung am Strand) in einem ariden Klima (heiß/trocken) an der Oberfläche lagen und atmosphärischen Einflüssen ausgesetzt waren. Die klimatischen Bedingungen wären im Paläozän/Eozän dafür jedenfalls gegeben gewesen. (Kenne ich auch von mehrfach umgelagerten mesozoischen Hornsteinen in niederösterreichischen miozänen Sedimenten, und auch von entsprechenden Kieselholzstücken - da hab ich in einem Paläobotanik-Thema vor längerem mal einen Beitrag dazu geschrieben).
Dein Eindruck eines "Überzuges" passt dazu - die "Wüstenpatina" wird ja auch - nicht ganz zutreffend - als "Wüstenlack" bezeichnet ....
edit:
hier der Link zu dem oben angesprochenen Forumsbeitrag:
https://www.mineralienatlas.de/forum/index.php/topic,30395.msg256684.html#msg256684
und weitere Links zu "Wallsteinen":
http://strandsteine.de/Wallsteine.htm
https://sammlung-online.stadtmuseum.de/Details/Index/481057
https://boerseos.de/index.php/gallerie/geschiebe/tertiaer?page=3
http://praehistorische-lithothek.de/attachments/Image/Feuerstein/Wallsteine/Damerow.jpg
guefz:
Der Fundort wurde als Gummersbach im Bergischen Land angegeben. Selbst wenn das Stück im Kieshaufen einer Baustelle gefunden wurde, wird es vermutlich aus der Gegend oder aus dem Rheinland stammen. Vergleiche mit Funden aus der Ostseekreide sind da wohl nicht ganz so passend.
oliverOliver:
Die Wallsteine wurden im Pleistozän (wie andere nordische Geschiebe) auch weit nach Süden verfrachtet - Stichwort Feuersteinlinie. Und danach konnte natürlich nochmal ein fluviatiler Transport erfolgen. Und ja, natürlich ist auch eine anthropogene Verfrachtung nie auszuschließen .....
Und zudem, wie oben erwähnt, das Phänomen tritt ja nicht nur beim klassischen Flint auf, sondern auch bei anderen Cherts - wenn auch nicht so verbreitet.
Fabian99:
Hallo,
einfache Antwort auf die Frage: "Wie ist der Strich?" - Antwort: "braun" oder "nicht sichtbar weil zu hart" würde es klären.
Die südlichste Eisrandlage liegt 100km entfernt - mit der falschen Seite. Also Gummersbach mit Flint als Wallstein - eher nein...
LG
oliverOliver:
--- Zitat ---einfache Antwort auf die Frage: "Wie ist der Strich?" - Antwort: "braun" oder "nicht sichtbar weil zu hart" würde es klären
--- Ende Zitat ---
jup, das wäre hilfreich - aber ich traue mich zu wetten, dass das Stück eben keinen Strich macht - die Fotos sind zum Glück sehr gut (bes. 111713.jpg !), und m.E. doch recht eindeutig.
--- Zitat ---Die südlichste Eisrandlage liegt 100km entfernt - mit der falschen Seite.
--- Ende Zitat ---
Auch da stimme ich zu - Gummersbach liegt (großräumig / gesamteuropäisch gesehen) zwar nur knapp außerhalb, aber eben doch außerhalb.
Bliebe noch eine jungtertiäre Transgression (niederrheinische Bucht, aber da kenne ich die regionale Geologie im Detail zu wenig, um die diesbezügliche Lage von Gummersbach zu beurteilen), oder eben doch ein anthropogener Transport ....
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