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Anhydrit
heli:
So kann ich zusammen fassen:
1. Es könnte in dem geologischen Umfeld tatsächlich Anhydrit geben.
2. Aber weder in Mindat, in der sonstigen mir bekannten Literatur, noch einem lokalen Spezialisten ist das Mineral von dieser Fundstelle bekannt. Bei einer Google-Suche findet man nur den Hinweis auf den Mineralienatlas und dieses Bild.
3. Es fehlt eine Referenzangabe.
4. Höchstwahrscheinlich handelt es sich daher um eine visuelle Bestimmung des Bildautors.
5. Es sieht alles danach aus, dass die Mineralieneintragung durch den Bildautor erfolgt ist, um das Bild einbinden zu können.
6. Das Foto ist so unscharf, dass man höchstens raten kann, was das sein soll. Das Foto entspricht daher aus meiner Sicht nicht fotografischen Mindestanforderungen im Atlas.
7. Somit ist der Mineralieneintrag bei der angeführten Fundstelle für mich zumindest als höchst zweifelhaft einzustufen.
Grüße
Lynx:
Hallo zusammen
Noch ein bisserl Info aus
CLAR, E.: Über die Blei-Zinklagerstätte St. Veit bei Imst.- Jb. Geol. B.-A., 79, S. 333-356, 1 Taf., 6 Abb., Wien, 1929.
"....Die Lagerstätten verteilen sich demnach fast über die ganze streichende Erstreckung der Nördlichen Kalkalpen, wenngleich die weitaus bedeutendste Erzkonzentration und die dichteste Anordnung der Vorkommen in dem Räume zwischen dem Meridian von Hall bei Innsbruck und ungefähr dem von Landeck erreicht wird. Hier finden sich auch die jetzt oder noch vor kurzem wirtschaftlich wichtigen Bergbaue, neben St. Veit
Dirstentritt, Karrösten (Tschirgant), Silberleithen bei Biberwier, Nägelseekahr und Lafatscher Joch,....
Eine gewisse Armut in der Zahl der Lagerstättenmineralien
(Fehlen von Anhydrit und Gips, Seltenheit von Flußspat und Baryt;
Wulfenit ist außer St. Veit recht verbreitet) ist außerdem für die Nordtiroler Lagerstätten allgemein bezeichnend. "
Gruß, Martin
oliverOliver:
Gut, aber in Lafatsch kommt der blaue A. nach der Info von Volkmar ja doch vor .... also völlig fehlen wird er im gesamten Bereich wohl nicht (was aber natürlich nicht besagt, dass das im diskutierten Bild wirklich A. ist bzw. sein muss)
Lynx:
... ja. Das ist auch von 1929.
Mir fällt aber noch ein, dass in Lagerstätten diesen Tpys wohl auch Ilsemannit vorkommt (siehe unten).
Für das Foto wären möglich: Gips/Anhydrit, Hydrozinkit, Ilsemannit,...
Cerny, I. (1989). Die karbonatgebundenen Blei-Zink-Lagerstätten des alpinen und außeralpinen Mesozoikums: Die Bedeutung ihrer Geologie, Stratigraphie und Faziesgebundenheit für Prospektion und Bewertung Arch. f. Lagerst.forsch.Geol. B. A. Bd. 11. S. 5-12
P.S. ergänze gerade die Mineralienliste via des IRIS-Eintrags.
EDIT: Mineralienliste nach IRIS ( Interaktives RohstoffInformationsSystem; Geologische Bundesanstalt Österreich) eingetragen und IRIS als Referenz angegeben. Anhydrit als fraglich gekennzeichnet mit Verweis auf diese Diskussion. Fehlende Referenzen: bitte mithelfen.
Lynx:
Ergänzend aus
Hanneberg, A., Simon, P. & Wolkersdorfer, C. (2009): Galmei und schöne Wulfenite: Der Blei-Zink-Bergbau rund um den Fernpaß in Tirol. Lapis 34 (4), 21-31; 54.
"Illsemannit beschreibt Canaval (1914) als blaue Anflüge aus dem Bergbau Silberleithe. Ein weiteres Vorkommen ist Dirstentritt, wo das Molybdän-Oxid als Imprägnation der Gangart zusammen mit Schwarzbleierz und Wulfenit auftrat (Taupitz 1954)."
Canaval, R.(1914) Über den Silbergehalt der Bleierze in den triassischen Kalken der Ostalpen Z. f. prakt. Geol. 22: 157-163
Taupitz, K.-C. (1954): Die Blei-, Zink- und Schwefelerzlagerstätten der nördlichen Kalkalpen westlich der Loisach. Diss. Bergak. Clausthal, 120S.
sorry, war noch nicht fertig:
zudem (ibid)
"Gips kommt in den Oxidationszonen der Sulfidvorkommen sehr häufig in Form von Krusten und Nadeln bis mehrere Zentimeter länge vor. Vor allem die Streckenstöße in den Raibler Schichten sind of dicht besetzt. An der Fernpaßstraße nahe des Schlosses Fernstein befand sich ehemals ein Gipsabbau."
daher wenn CaSO4 eher Gips und nicht Anhydrit.
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