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Radioaktivität rund um Tschernobyl neu vermessen
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Uwe Kolitsch:
https://www.scinexx.de/news/geowissen/radioaktivitaet-rund-um-tschernobyl-neu-vermessen/
Radioaktivität rund um Tschernobyl neu vermessen
Neue Kartierung zeigt Hotspots radioaktiver Belastung innerhalb der Sperrzone
Unverhofft aktuell: Kurz vor Kriegsbeginn in der Ukraine haben deutsch-ukrainische Messteams die radioaktive Belastung rund um Tschernobyl neu vermessen. Die Karten zeigen hochaufgelöst, wo in der Sperrzone die „Hotspots“ der Gammastrahlung und der Belastung mit radioaktivem Cäsium liegen. Das kann nun genutzt werden, um Veränderungen durch die Kriegshandlungen zu ermitteln und Arbeiter bei Aufräumarbeiten vor Verstrahlung zu schützen.
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Die Messdaten zeigen unter anderem, dass die radioaktive Belastung innerhalb der Sperrzone noch immer stark variiert. Die stark kontaminierten Bereiche „Hotspots“ liegen vor allem nördlich und westlich der Reaktorruine und zeichnen damit deutlich die beiden Haupt-Windrichtungen direkt nach dem Atomunfall nach. Ein Teil des radioaktiven Fallouts ging damals direkt in der Sperrzone nieder, der Rest wurde vom Wind bis nach Nord- und Westeuropa transportiert.
Konkret ergaben die Messungen, dass die Gammastrahlenbelastung in der Sperrzone zwischen 0,06 Mikrosievert pro Stunde und etwa 100 Mikrosievert pro Stunde variiert. Die niedrigsten Werte entsprechen damit der natürlichen Hintergrundbelastung, wie sie auch in Deutschland herrscht. Die höchsten Werte bedeuten jedoch, dass ein Mensch schon nach zehn Stunden die höchstzulässige Jahresdosis für die breite Bevölkerung von einem Millisievert erreichen würde.
Ähnlich stark ist die Schwankungsbreite für die Belastung der Böden mit radioaktivem Cäsium-137: Die gemessenen Werte reichen von wenigen Kilobecquerel pro Quadratmeter bis zu 50.000 Kilobecquerel pro Quadratmeter in den Hotspots. Zum Vergleich: In Deutschland dürfen Lebensmittel mit einer Cäsiumbelastung von mehr als 600 Becquerel pro Kilogramm nicht mehr in den Handel gebracht werden. Würde man 80.000 Becquerel Cäsium-137 mit der Nahrung aufnehmen, entspräche dies einer Belastung von etwa einem Millisievert.
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