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Autor Thema: Verwitterung von Biotitgneis  (Gelesen 6582 mal)

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Offline Heike

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Verwitterung von Biotitgneis
« am: 22 Jun 05, 09:31 »
Hallo,

...ich hätte da eine Frage bezüglich des Verwitterungsverhaltens von Biotitgneis (in diesem Fall "Freiberger Gneis")...

...Gewässer die solche Gebiete durchfließen dürften doch durch Steine, Blöcke und Kiese gekennzeichnet sein, fast ohne Sand im Sohlsubstrat?????

Wäre schön, wenn mir jemand weiterhelfen könnte.

Offline Methakos

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Re: Verwitterung von Biotitgneis
« Antwort #1 am: 22 Jun 05, 10:40 »
Das kommt auf die Verwitterungsbedingungen an. Bei rein mechanischer Verwitterung sollte der Gneis in Koerner aus Quartz, Feldspat und Glimmer zerfallen. Allerdings ist eine rein mechanische Verwitterung in unseren Breiten eigentlich selten, da ueberall Wasser ist, usw.

Gneis an sich verwittert eher hinzu Ton oder Lehm bzw. sehr feinkoernigem Material, das man mitunter nicht mal mehr mit einer guten Lupe in einzelne Koerner aufloesen kann. Hier in Freiberg unter Geologiestudenten auch als "Freiberger Dreck" (der Gneis hier und was oben auf ist) bekannt. :)

Wenn also in dem Flussbett fast nur reiner Sand(Quarzsand) und bisl Kies ist, dann wuerde das eher fuer Sandsteine oder Quarzite im Liefergebiet sprechen. Da Geologie keine exakte Wissenschaft ist, schliesst dies natuerlich anderes nicht komplett aus. Ist aber unwahrscheinlich.

Was hilfreich waere, ist den Schotter mal genauer anzugucken und zu sehen, was su Gesteinsbruchstuecke vorkommen.

Des weiteren spricht mMn das vorhandensein nur von Steinen, Bloecken und Kies entweder fuer eine kurze Transportdistanz oder eine hohe Stroemungsgeschwindigkeit, die den Sand einfach wegspuelt. So per Ferndiagnose ist es leider kaum moeglich das genauer zu bestimmen.

Edit: Wenn die Fliessgeschwindigkeit ausreichend niedrig ist, sprich gaaaannnzzz langsam, dann sollten sich noch die Verwitterungsprodukte vom z.B. Gneis, sprich Schluff oder Ton absetzen und zwischen deinen Brocken muss dann nennenswerte Mengen an Matsch/Schlamm/wie auch immer du es nennen willst liegen.

P.S. Geht's immer noch um die Elbe? :)
« Letzte Änderung: 22 Jun 05, 10:47 von Methakos »

Offline Heike

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Re: Verwitterung von Biotitgneis
« Antwort #2 am: 22 Jun 05, 11:33 »
...et jet um die Müglitz bei Glashütte.

Momentan vorhandenes Sohlsubstrat eher Blöcke, Steine und Schotter - fast kein Sand (zumindest was ich sehen konnte). Die Fließgeschwindigkeit ist recht hoch --> feinkörnige Fraktionen werden wohl eher flussabwärts transportiert

Offline giantcrystal

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Re: Verwitterung von Biotitgneis
« Antwort #3 am: 22 Jun 05, 12:21 »
Zitat

"Da Geologie keine exakte Wissenschaft ist..."

grummel  ??? Was soll denn das heißen ?

Die Geologie versucht - im allgemeinen mit Erfolg - die in der Natur ablaufenden Prozesse zu beschreiben und zu verstehen. Da die Natur aber ein äußerst komplexes System ist, an deren exakter Beschreibung  sich bis heute eine Menge Wissenschaftler, allen voran die Mathematiker, die Zähne ausgebissen haben, hat natürlich auch die Geologie ihre Probleme damit.

Es handelt sich also bei der Geologie um eine sehr komplexe Wissenschaft, mit Sicherheit aber nicht um eine unexakte !
Das sollte man nicht verwechseln.

Glück Auf

Thomas

P.S. Ihr werdet es schon erraten haben : Diplom - Geologe


Offline Galenit

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Re: Verwitterung von Biotitgneis
« Antwort #4 am: 22 Jun 05, 12:45 »
Naja so exakt arbeiten die aja nun auch nciht diese beiden.
Ich habe hier keine Karte zur Hand und ich habe die Geologie Sachsens auch nciht 100% im kopf, bin mir aber doch sicher das die Müglitz den Freiberger Genikomplex so um ca 50km verfehllt, bzw. es von dort auch keinen Eintrag durch Nebenflüsse gibt, da die Flußrichtungen alle mehr ode rminder parallel sind....

Wo soll denn da bitte der Freiberger Gneis her kommen?

Sie fließt von Altenberg durch einen kleinen Teil Oberkarbon Perm und dann ne ganze Weile durch Granulit und dann eigentlich durch die Kreide nur unterbrochen von noch einem bisschen Perm, Oberkarbon Perm und dann wieder Kreide bevor sie in die Elbe mündet.

Im Bereich von Glashütte dürften die letzen Ausläufer Cadomischer bis Frühpaläozoischer Magmatite von der Müglitz geschnitten werden. Meint ihr evtl. die?

Offline berthold

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Re: Verwitterung von Biotitgneis
« Antwort #5 am: 22 Jun 05, 12:50 »
Hallo,

"Da Geologie keine exakte Wissenschaft ist..." kann man so nicht sagen, hat aber schon einen wahren Kern. Manches, was als Geologie bezeichnet wird sollte besser als "Geotheologie" verstanden werden.  ;D

Aber zum Thema, die Gewässer-Sedimente hängen von mehreren Faktoren ab:

     - Ausgangsgestein(e)
     - Verwitterungsform(en)
     - Transport- und Sedimentationsbedingung(en)

Jetzt kommen noch weitere Faktoren hinzu, einmal der zeitliche und dann der geologische Rahmen. Ein Fluss durchschneidet ja in aller Regel nicht nur ein Gestein. Selbst die eigenen Fluss-Sedimente (das meine ich mit zeitlicher Rahmen) werden ggf. (und das nicht selten) wieder umgelagert. Und wenn Du nur überlegst, dass z.B. während der Eiszeit(en) sicher andere Bedingungen herrschten, von Hebungen, Senkungen usw. mal ganz abgesehen, dann wird schnell klar, dass alleine vom Ausgangsgestein (schlimmer noch: von einem Ausgangsgestein) keine Prognose der Sedimentbeschaffenheit möglich ist. Das wäre dann "Geotheologie".

Gruß

Berthold

 

Offline Heike

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Re: Verwitterung von Biotitgneis
« Antwort #6 am: 22 Jun 05, 13:01 »
....in der GK 25 wird für dieses Gebiet "mittelkörnig flaseriger Biotitgneis (Freiberger Gneis)" angegeben. Und auch stromaufwärts durchfließt die Müglitz hauptsächlich Gneis...

« Letzte Änderung: 22 Jun 05, 13:07 von Heike »

Offline Galenit

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Re: Verwitterung von Biotitgneis
« Antwort #7 am: 22 Jun 05, 13:18 »
Habe dir Karte nun vorliegen was du meinst  sind wirklich die Cadomischen Magmatite :/
Zumindest sind die in dem Bereich eingezeichnet. Du meins tdoch das "rosane" ?  :D

Offline Heike

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Re: Verwitterung von Biotitgneis
« Antwort #8 am: 22 Jun 05, 13:27 »


...rosa? Keine Ahnung!

Aber cadomische Magmatite? Zählt da der Biotitgneis auch drunter?

So langsam hab ich das Gefühl ich blamiere mich hier bis auf die Knochen...

Offline Galenit

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Re: Verwitterung von Biotitgneis
« Antwort #9 am: 22 Jun 05, 13:40 »
Blamieren tust du dich nicht. Evtl. ich, sofern wir an einander vorbei reden....
Warum bist du nciht im chat geblieben? So schnell wie du wieder weg warst konnte man ja nciht reden ;)

Offline Methakos

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Re: Verwitterung von Biotitgneis
« Antwort #10 am: 22 Jun 05, 23:39 »
Vielleicht sollte man noch erwaehnen, dass bei der Jahrhundertflut vor paar Jahren viel dazu beigetragen hat, dass nun an vielen Stellen sehr grosse Bloecke zu finden sind. Kam bei einem kurzen Plausch zwischen galenit und mir heute zur Sprache.

Und das mit der exakten Wissenschaft...man soll mir meinen deutschen Ausdruck bitte nicht auf die Goldwaage legen.

Mal bisl abseits des Ernstes: :) Wenn ich nun aus 'ner 25.000er Karte Rueckschluesse ueber die Sedimentbeschaffenheit in einem bestimmen, kurzen Flussabschnitt treffen will, gehoert das dann in die Geotheologie oder doch eher in die wie meine Geoesoterik? :D  ;D

 

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