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Blaugrüner Stein aus der Oder bei Hattorf. Was ist das?
KrissiBeutlin:
Vielen Dank!
felsenmammut:
Glück Auf!
Die Blaufärbung der Schlacken ist auf Reyleigh-Streuung an tröpfchenförmigen Phasenenentmischung zurückzuführen. Die Blaufärbung ist besonders intensiv, wenn die Tröpfchen um die 100 nm groß sind. Ab 300 nm wirken die Schlacken grau. Die Ursachen der Blaufärbung sind im Aufschluss, Heft 2 von 2021 gut beschrieben in dem Artikel "Ursache der Blaufärbung von Mariensteinen aus dem Ahrtal (Eifel)" von A.K. Schmitt, R. Wirth, R. Klein und J. C. Harvey auf Seite 49 bis 57.
Mit freundlichen Grüßen
Das Felsenmammut
Fabian99:
Tja, Streuung wird gerne zur Erklärung von blau herangezogen. Ohne die Literatur gelesen zu haben, bin ich erstmal skeptisch. Blau durch Absorption ist für Eisen Ionen in gewissen Kristallfeldern/Liganden meines Wissens möglich. Wenn es eine Rayleigh Streuung ist, sollte das Licht polarisiert sein, siehe Himmelsblau in Richtung Norden. Weiterhin sollten dünne Splitter rot! (Sic) durchscheinen!!! Erklärung: blau wird gestreut, rot etwa 16x weniger, kommt also durch. Genau wie die Sonne beim auf und Untergang. Die Wellenlänge zu Streueffizienz hängt mit lamdba hoch minus 4 zusammen. Blau-violett hat 400nm dunkelrot um die 760nm. Rund ein Faktor 2 und 2 hoch -4 ist 1 zu 16.
Wenn ich wieder zu Haus bin - nächste Woche, würde ich mich über einen Link zum Artikel oder einen Scan freuen.
LG
Uwe Kolitsch:
Das Abstract
https://vfmg.de/2021/02/aufschluss-2-2021-abstracts/
sagt:
Axel K. SCHMITT, Richard WIRTH, Rüdiger KLEIN & Janet C. HARVEY
Ursache der Blaufärbung von Mariensteinen aus dem Ahrtal (Eifel)
Mariensteine sind blaue Schlackengläser, die als Abfallprodukt der Eisenproduktion im oberen Ahrtal zwischen dem 15. und späten 19. Jahrhundert entstanden und als kiesgroße Gerölle bis heute im Flussbett der Ahr gefunden werden. Die blaugefärbten Schlacken sind porös und bestehen überwiegend aus silikatischem Glas mit hohen Anteilen an MnO und CaO, sowie einer zusätzliche Al2O3 + K2O Komponente. Metallisches Eisen tritt in mikroskopischen Kügelchen auf. Die Aufklärung der Submikrometer- bis Nanostruktur dieser Schlackengläser zeigt eine an SiO2 angereicherte Glasphase, die als kugelige Tröpfchen mit einem durchschnittlichen Durchmesser von 100 nm in einer SiO2-ärmeren Grundmasse gleichförmig verteilt ist. Dieses Gefüge ist wahrscheinlich durch Entmischung zweier Schmelzphasen während der Abkühlung der Schlacke entstanden. Die stark wellenlängenabhängige Rayleigh-Streuung an diesen Tröpfchen bewirkt einen wechselnden Farbeindruck des Glases, der je nach Anteil von Streu- und direkt einfallendem Licht von blau nach rotbraun changiert. Damit hat die Färbung der Schlackengläser des Ahrtals eine ähnliche Ursache wie die von synthetischen und natürlichen Gläsern in Impaktschmelzen und Fulguriten, die durch schnelle Abkühlung fein verteilte Schmelzentmischungen aufweisen und für die ebenfalls eine blaue Färbung beschreiben wurde.
Optische Absorptionsspektroskopie wäre die Methode der Wahl, um Fe2+/3+-Charge Transfer auszuschließen.
Fabian99:
Hallo, genau dieses rot blau Farbenspiel fehlt...
Wie beim Opal, je nach Partikel Größe und Verteilungsbreite. Kommt von grau bis rot alles raus.
Lg
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