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Tertiärer Wurzelquarzit (fossiles Wurzelsystem) aus dem Tagebau Zwenkau

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jlies:
hallo leute,

ich habe zu dem stück zwar schon eine anfrage im steinkern laufen, hoffe aber, hier schauen auch nochmal andere leute drauf.

meine erste vermutung war irgend ein gangsystem, der tenor geht aber in richtung pflanzlich. kann das stück jemand genauer einschätzen?

der stein ist ca. 25x20x20cm groß und wurde im abraum des ehemaligen tagebau zwenkau gefunden. ich vermute, es ist ein kalkstein. auf den fotos ist der stein naß.

danke und viele grüße!
jörn

oliverOliver:
hallo Jörn,
sehr interessantes Stück!
Würde das auch als Wurzelboden einschätzen.
Bist du dir mit Kalkstein sicher? (Säuretest!)
Ich hätte da eher einen "Tertiärquarzit", also einen eingekieselten Sandstein erwartet (oder einen silifizierten Siltstein etc.), habe aber Ähnliches (jedoch nur als Abdruck) auch schon einmal in einem neogenen mergeligen Kalk gesehen.
lg + ga
oliver

Sargentodoxa:
Hallo
Tertiärer Wurzelquarzit. Habe gerade bei Steinkern etwas dazu geschrieben. Fossiler Wurzelhorizont, Geschiebe aus Norddeutschland, somit aus den Deckschichten des Tagebaus. Kommt auch hier in der Lausitz vor. Mitunter als tonnenschwere Brocken, wie ein Stück im Findlingspark in Nochten zeigt. Werner aus der Lausitz

jlies:
danke für die antworten, auch im steinkern! :)

ich hole der vollständigkeit halber die antwort von werner im steinkern nochmal hier her, weil sie dort etwas ausführlicher ist.

„Dies ist tertiärer "Wurzelquarzit" (Untermiozän?). Also ein fossiler Wurzelhorizont. Geschiebe aus Norddeutschland, stammt eher aus den Deckschichten des Tagebaus. Solche Stücke kann / konnte man auch in den Deckschichten Lausitzer Tagebauen finden. Im Findlingspark Nochten liegt ein tonnenschwerer Brocken. Auch in einer nordsächsischen Kiesgrube konnte man zeitweise große Brocken finden (bis 50 cm Kantenlange). Das Gefüge geht von sehr fein bis (zucker)körnig. Meist sind nur noch die Hohlräume des Wurzelsystems erhalten, mitunter jedoch noch Wurzelsubstanz vorhanden, die aber vollständig remineralisiert ist und leider keine Zellen überliefert hat (zumindest habe ich noch kein Material gefunden, wo man mal ein Schnitt wagen sollte). Werner aus der Lausitz“

den säuretest hole ich am WE noch nach; kalkstein war nur wieder meine laienhafte einschätzung des stückes. es ist auf jeden fall sehr feinkörnig.

LG jörn

jlies:
hallo werner,

würde man die angehängten steine auch alle diesem fossilen wurzelhorizont zuordnen und sind das die hohlen röhren/gänge, die dann von den wurzeln übrig bleiben?

danke und grüße,
jörn.

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