Fossilien / Fossils / Fósiles > Sachsen
Mineralische oder fossile Strukturen in Jaspis/Achat aus dem Muldeschotter
jlies:
Hallo Leute,
ich hoffe inständig, ich gehe euch nicht schon auf den Kecks mit meinen Bestimmungsanfragen …
Kann jemand etwas zu den rundlichen Strukturen in dem Stück unten sagen? Gefunden im pleistozänen Muldeschotter im Südraum von Leipzig.
Vielen Dank und Grüße,
Jörn.
Lausitz:
Möglicherweise eine Stigmarie. Kommen sicher in den Muldenschottern vor!
Für nähere Infos den Begriff googeln.
Freundlichen Gruß Bernd J/Niederlausitz
felsenmammut:
Glück Auf!
Ich deute das Stück mal als Hornstein, der als braune Gangfüllung den Großteil ausmacht der Matrix, in der ein paar Klasten von körnigem Rhyolith oder granitoidem Gestein schwimmen. Zum Beispiel der Eibenstocker Granit ist voll von Gängen mit solchem Material. Der Nordwest-Sächsiche Vulkanitkomplex dürfte auch reichlich solches Material zu bieten haben. Das ist dann alles irgendwo im Einzugsbegiet von Mulde, mit unter Berücksichtigung der Eiszeit - um dem Aspekt der Lokalgeschiebe Rechnung zu tragen.
Mit freundlichen Grüßen
Das Felsenmammut
jlies:
Glück Auf!
Danke für die beiden Einschätzungen. Natürlich trifft es Hornstein prinzipiell sehr gut. Ich sehe aber, ich muß undbedingt eine andere Möglichkeit für bessere Fotos finden, da die Feinheiten der runden Strukturen (die schon sehr an Wurzelquerschnitte erinnern) verloren gehen und sie so fast logischerweise als rhyolitisch oder granitoid gedeutet werden müssen. Aber von den typischen hellbeigen „rhyolit- oder granit-sprenkeln“ unterscheiden sich diese hier wirklich prinzipiell, sie sehen aus wie degenerierte Wurzelquerschnitte.
Ich hoffe, ich kann mal noch besser Fotos oder Scans nachreichen.
Freundliche Grüße!
Jörn
felsenmammut:
Glück Auf!
Rhyolithe können haufenweise Sphärolithe enthalten und das Aussehen der Sphärolithe kann man schon gut mit dem Aussehen degenerierter Wurzelquerschnitte gleichsetzen. Die Sphärolithe sind nicht nur rund, oft strahlig im Aufbau, sondern ebenso oft auch zoniert, was leicht ein Erscheinungsbild erzeugt, wie man es von Jahresringen bei Bäumen mit Wachstums- und Ruhephasen kennt. Die Sphärolithe sind wie der Name schon sagt sehr kugelig. Entsprechend der kugeligen Gestalt, beobachtet man fast ausschließlich kreisförmige Anschnitte. In silifiziertem Wurzelmaterial ist nur ein kleiner Teil als kreisförmige Gebilde im Anschnitt/Bruch erkennbar. Der mengenmäßig größere Teil erscheint in einer großen Varieantenvielfalt von Diagonal- und Längsschnitten. Wenn es in Deinem Fund ausschließlich kreisförmige Strukturen sind, die Du als Wurzel deutest, spricht die Statistik der üblichen räumlichen Anordnung von Wurzeln im Boden dagegen. Mehr gleich ausgerichtete Luftwurzeln zeigen zwar in einer Richtung ausschließlich freisförmige Querschnitte, quer dazu aber auch wieder all die Diagonal- und Längsschnitte. Wenn tatsächlich Wurzelmaterial vorliegen sollte, lässt die Statistik erwarten, dass auch Längs- und Diagonalschnitte erscheinen - mit ungefähr ähnlicher Zonierung wie die kreisförmigen Gebilde.
Mit freundlichen Grüßen
Das Felsenmammut
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