Lexikon / Encyclopedia / Encíclopedia > Bilderdiskussionen / Image discussions

Referenzpflicht ? - Thema abgetrennt

(1/1)

heli:
Hallo Martin,
ich verstehe grundsätzlich dein Problem. Würde mich das Thema Qualität nicht interessieren, würde ich schon seit vielen Jahren auf meine Anmerkungen verzichten. Man hat es ja nicht leicht, hier im Atlas Kritik anzubringen ohne prompt mit bösen Reaktionen (oder keinen) rechnen zu müssen. Genug fundierte Spezialisten (wobei ich mich nicht unbedingt dazu zähle) haben sich daher bereits aus jeder Mitarbeit verabschiedet.   
Zu deinem Text:
"mir geht es ganz explizit darum, dass die Community, die den Mineralienatlas mit Leben füllt, nicht die Zuständigkeiten für Fehlerkorrekturen und Qualitätssicherung auf die Moderatoren abwälzen kann. Auch in der wissenschaftlichen Community gibt es nicht die Moderatoren, die ein falsches Modell berichtigen. Das muss die Community leisten.
Wenn sich unter den Mitgliedern ein Team zusammenfindet, gerne auch fluktuierend, das bereit ist, Qualitätssicherung (auch von Referenzen!) zu übernehmen, dann würde ich die Idee verpflichtender Referenzen unterstützen. Dazu bräuchte es auch noch eine Leitfaden oder ein Handbuch, was wir uns denn als Qualitätsziel vorstellen und wie das Prozedere sein sollte.
Meine Sorge ist, dass ich mich heute hinter Deinen Wunsch stelle, der morgen umgesetzt ist und ich übermorgen gedrängt werde, dass ich doch den Wildwuchs bei den (dann verpflichtenden) Referenzeintragungen eindämmen soll....
Kurz: siehst Du Dich bereit, Qualitätssicherung bei Referenzeintragungen zu übernehmen?"

Warum ist es gerade so ein Problem, Referenzangaben verpflichtend zu machen? Nur dann kann ich mir bei "mir komisch vorkommenden Einträgen" einen ersten Überblick schaffen, woher die kommen. Kommt der Eintrag von einer Persönlichkeit die ich kenne und von der ich annehme, dass die Eintragung wohl stimmt, werde ich wohl auf weitere Recherchen verzichten. Auch wenn ich weiß, dass niemand fehlerfrei ist.
In anderen Fällen kann ich dann weiterprüfen.

Zur Qualitätskontrolle generell: Gibt es im Atlas ja nur sehr eingeschränkt. Die Moderatoren fühlen sich - wie schon öfters angesprochen - nicht wirklich zuständig. Das gilt für die Anlage der Fundstellen, der Mineralieneinträge, angehängte Fotos. Warum ist es dann so ein Problem Referenzen zu verlangen, damit zumindest ein Mindeststandard nachvollziehbar wird? Zumindest bei Neuanlage wäre das ja wohl nicht zu viel verlangt.

Grüße
Helmut


EDIT: Nachdem das ursprüngliche Thema (Bilddiskussion zu Uranophan-Beta) eigentlich gelöst ist, habe ich dieses Thema als neuen Thread abgetrennt. - lynx-
 

Lynx:
Hallo Helmut


--- Zitat von: heli am 21 Sep 22, 11:44 ---... Die Moderatoren fühlen sich - wie schon öfters angesprochen - nicht wirklich zuständig.

--- Ende Zitat ---

Moderatoren sind bei diesem Punkt nicht mehr oder weniger zuständig als alle Mitglieder der Community - das habe ich Dir gerade erklärt, und da sehe ich auch keinen Punkt drin, das weiter zu besprechen.

Zur Frage einer Referenzpflicht.


--- Zitat von: heli am 21 Sep 22, 11:44 ---
Warum ist es gerade so ein Problem, Referenzangaben verpflichtend zu machen?
 

--- Ende Zitat ---

1) Wenn Du eine Pflicht forderst dann stelle ich mir die Frage nach deren Umsetzung und Asuwirkung. Nach dem Ziel dahinter, wie es erreicht werden könnte und was man tun muss, damit es nicht schief läuft.

Der Wunsch
Der Wunsch ist, dass zu jedem Mineraleintrag einer Fundstelle verpflichtend eine Referenz angegeben werden muss. Gemäss Deinen Beiträgen könnte solch eine Referenz lauten:
"visuell identifiziert"
"gekauft/getauscht  von xy"
"Autor (Jahr): Titel, Zeitschrift Seite..."
"Eigenfund"
"in Sammlung xy"
"analysiert von xy mittels AB"
...

Das Ziel
Zu jedem Eintrag wird damit Information bereitgestellt, wie der Eintrag zustandekommt.

Die Wirkung
*Jeder* Eintrag einer Fundstelle trägt bei *jedem* Mineral das Symbol R für eine Referenz.
Beim ersten Anblick sind somit alle EInträge referenziert. Einem willkürlichem Besucher (insbesondere einem Gast) wird eine derart schön aufbereitete Seite voll Referenzeinträgen als besonders vertrauenswürdig erscheinen - denn alles ist ja mit Referenzen belegt.
Solch ein unbedarfter Besucher wird dies gegebenenfalls zitieren und weiterverbreiten.

Erst wenn gezielt die Referenz abgefragt wird, kommt beispielsweise "visuell geprüft" zum Vorschein. Oder irgendeine Literaturstelle.
Wenn ein kritischewr Leser diese Einträge findet, stellt er sich wohlmöglich die Frage ob das dann stimmt. Schliesslich stellt sich möglicherweise  die Frage  "Stimmt das überhaupt, oder wird da eine hohe Genauigkeit und Vertrauenswürdigkeit nur behauptet?"

Für mich ist genau hier der Punkt: wenn überall Referenzen angegeben sind, wird eine Genauigkeit und eine Vertrauenswürdigkeit beansprucht, die nicht unbedingt wirklich vorhanden ist. Du selbst hast ja an einem visuell bestimmten Semseyit kürzlich sehr deutliche Zweifel geäußert und damit bezeugt, dass diese Bestimmung Dir weder genau genug noch vertrauenswürdig genug ist.

Um an dieser Stelle Vertrauen, Genauigkeit und Glaubwürdigkeit herzustellen, müssen diese Angaben eben geprüft und kontrolliert werden - und es muss klar gestellt werden, dass dieser spezielle Eintrag betreits kontrolliert ist , jener aber noch nicht.

Fazit aus meiner Sicht:
Die pflichtweise Einführung kann das Ziel Vertrauenswürdigkeit und Genauigkeit der Eintragungen zu heben nur erreichen, wenn diese Eintragungen konsequent geprüft werden.

2). Ich wünsche mir eine  möglichst genaue Beschreibung

- was eine Referenzpflicht sein soll (Definition)
- was die Eigenschaften einer Referenz erfüllt
- was genau damit erreicht werden soll
- wie dies umgesetzt und eingeführt werden soll
- wer darin welche Zuständigkeiten, Rechte und Pflichten hat
- wie aus der vorgeschlagenen Umsetzung das Ziel erreicht werden soll
- welche Szenarien auftreten könnten, die positiv oder negativ die Zielerreichung beeinflussen könnten
- wie darauf reagiert werden soll
- wie die Auswirkung auf  Mitglieder und Nichtmitglieder ist
- wie die Aussenwirkiung beeinflusst wird
- welche zusätzliche Arbeitslast auf wen zukommt
- wieviele Personen zur Umsetzung und zur Betreuung nötig sind und ob diese Personen vorhanden sind
- wie die Umsetzung kontrolliert wird
- mit welchen Instrumenten die Umsetzung ausgesteuert wird
- wie die Zufriedenheit/Unzufriedenheit der Nutzer in den Prozess einfließt
- welche Konsequenzen zu erwarten sind für die Nutzung des Atlasses (positiv und negativ)
- welche weiteren Änderungen dadurch nötig werden
- wie gemessen wird, ob das Ziel dadurch erreicht wurde
- ob die entstehenden Kosten (reale und durch freiwillige Arbeitsleistung der Beteiligten) durch den Erfolg gerechtfertigt werden.
Vermutlich kommen in einer detaillierten Diskussionen noch weitere Fragen auf.

Diese Fragen habe ich mir gestellt, weshalb ich das Einführen von Pflichtreferenzen als problematisch ansehe. Insbesondere zweifle ich daran, das Ziel "Steigerung der Vertrauenswürdigkeit und Genauigkeit" durch die Massnahme "Referenzpflicht" zu erreichen, wenn nicht gleichzeitig eine massive Prüfung der Ergebnisse abläuft.

3) Vermutlich habe ich einen anderen Begriff als Diu davon, was ich als Referenz verstehe und was als Zusatzinformation, die einen Eintrag plausibel macht.

Versteht dies bitte als Versuch, das Thema möglichst sachnah zu diskutieren. Bitte nehmt meine Fragenliste ernst...

Gruß, Martin

heli:
Hallo Martin,

Zum ersten Teil: Kontrolle der Referenzen
Es sollte doch technisch kein Problem sein, dass ein neuer Mineraleintrag nur gespeichert wird, wenn verpflichtend eine Referenz eingetragen wird. Check würde dann wie bei allen anderen Angaben im Atlas laufen.

Was sollte als Referenz dienen?
Wie du oben angeführt hast, gibt es dazu eine Vielzahl von Möglichkeiten. Führend sollten aus meiner Sicht da Veröffentlichungen oder Analyseergebnisse angeführt werden. Dies wäre doch bei einer Vielzahl von Neuanlagen möglich? Als Muster könnte MINDAT dienen.

Grüße
Helmut

 
 

Lynx:

--- Zitat von: heli am 22 Sep 22, 08:42 ---
Zum ersten Teil: Kontrolle der Referenzen
Es sollte doch technisch kein Problem sein, dass ein neuer Mineraleintrag nur gespeichert wird, wenn verpflichtend eine Referenz eingetragen wird. Check würde dann wie bei allen anderen Angaben im Atlas laufen.


--- Ende Zitat ---

Es geht bei der Frage einer Prüfung nicht um ob eine Referenz eingetragen wurde sodern darum ob die eingetragene Referenz sinnvoll/richtig/hilfreich ist. Bei mindat leisten das die 50+Manager/bestellten Experten (und klagen über hohe Arbeitslast, die sie ja freiwillig leisten müssen: ja, das ist Arbeit!). Gerade dort habe ich das Problem, dass überall Referenzen stehen. Nachdem ich da aber schon ein paarmal reingefallen bin, habe ich angefangen auch bei mindat alle Referenzen einer Fundstelle zu prüfen, bevor ich damit irgendetwas mache. Das hat mir am Ende nichts gespart, weil ich doch zu jedem Mineral selbst neu recherchieren muss. Genau aus diesem Grund habe ich das vorhin so formuliert.....

Ansonsten bitte ich Dich, nimm meine Fragen oben ernst. So ein Projekt muss durchdacht werden und zwar auf ganz verschiedenen Ebenen.

Gruß, Martin

Navigation

[0] Themen-Index

Zur normalen Ansicht wechseln