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Bryozoa im Helgoländer oder um welche Gesteinsart handelt es sich sonst? / roter Feuerstein
Hannes Wilke:
Hallo,
ich finde immer wieder Bilder online vom roten Helgoländer mit Bryozoen und dachte selbst auch welche gefunden zu haben, lese aber dann z.B. auf der Seite des NIHK zum Helgoländer: "Einschlüsse kommen vor;. Bryozoen fehlen vollständig."
Um welche Gesteinsart handelt es sich sonst wohl? Ein paar Beispielbilder, alle dort gezeigten habe ich an verschiedenen Orten Ostfrieslands gefunden.
Vielen lieben Dank schon mal :-)
LGHanne
Hannes Wilke:
Oder anders gefragt: wenn ihr davon sehr viele in Eurer Sammlung hättet, unter welchem Namen würdet Ihr diese zusammenfassen oder als was würdet Ihr sie anbieten, wenn Ihr diese Sammlung auflösen müsstet? Der Stein auf dem letzten Bild unterscheidet sich von den anderen, weil er matt ist und ich auch keine typischen Bryozoen erkenne. Vielleicht sind es Kreidestückchen?
Chrisch:
Hallo Hannes,
nix für ungut, aber wenn es reichlich davon wären und falls die Kornverteilung paßt, als Frostschutz im Straßenbau... ::)
Gruß Chrisch
Hannes Wilke:
Gut, noch mal etwas verständlicher, falls überhaupt nötig: dieser rote hier wurde auf Helgoland gefunden: https://www.mineralienatlas.de/lexikon/index.php/LokationGesteinBilder?lokationid=599&recurse=1
roter Helgoländer wurde glazial durch Ostfriesland geschoben, oder? Worin unterscheidet sich der auf Helgoland gefundene rote Flint, der hier im Mineralienatlas abgebildet ist, von meinem? Gab es überhaupt Bryozoa im Helgoländer oder wurde der dort einfach gefunden? Gab es überhaupt nachweislich eine glaziale Verschiebung durch Ostfriesland? Mir liegt nur ältere Literatur darüber vor z.B. von Jaap Beuker "Die Verwendung von Helgoländer Flint in der Stein- und Bronzezeit. Die Kunde NF 39, 93-116" und ähnliches, bis Anfang 2000er. Zu der Zeit gibt es noch keinen Nachweis über Verschiebung. Oder hab ich das falsch verstanden? Ständig denke ich, ich stehe in der Verschiebungsspur und sammle dort hunderte von Helgoländern. Ich habe eine Helgoländerin gefragt, die Schmuck aus ihnen herstellt, sie hat bestätigt, dass es welche sind. Ansonsten steppte hier wohl ordentlich der Höhlenbär in der Steinzeit. Oder es gab immer nur den roten Ostfriesischen Flint, der von den zurückweichenden Eisplatten wie der Sog eines sinkenden Schiffes bis Helgoland hinterher gezogen wurde und von den Ostfriesen so belassen wurde, damit die Insel auch ein paar Touristen abbekommt. Das wäre schon wichtig zu wissen um meine Sammlung aufzulösen, schließlich würden die meisten Käufer die Steine tatsächlich zu Schmuck verarbeiten. Daher ist meine wichtigste Frage: Verschiebung oder Artefakte?
Und -danke Chris- letztendlich die noch überaus wichtigere Frage: was zeichnet roten Flint so hervorragend für den Straßenbau aus? :-D
aca:
Das sind rote Feuersteine mit Bryozoen.
Selbst wenn man sie in Helgoland findet, müssen sie nicht aus Helgoland sein, sondern sind von Gletschern dahin transportiert worden.
Wie Helgoländer Feuersteine sehen sie tatsächlich nicht aus.
Der letzte ist wahrscheinlich ein Rhyolith.
Unbearbeitet sind die Steine für den Verkauf wertlos, jedenfalls in Deutschland. Angeschliffen wären sie vielleicht interessant (wenn man das ordentlich macht), aber Großabnehmer wird es auch dann kaum geben. Flint lässt sich sehr gut polieren, wenn er einigermaßen homogen ist.
Ein bekannter Mineralienhändler bietet z.B. auf der Börse in Sainte Marie aux Mines auch unbearbeitete Feuersteine an, wie er sie vor seiner norddeutschen Haustüre tonnenweise findet. Bei 0€ Einkaufspreis kann man es ja mal versuchen ;D (und ich muss zugeben, ich habe schon mal einen ägyptischen Flint gekauft).
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