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subfossile Eschen-Wurzel

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Hannes Wilke:
Hallo nochmal,
weiß nicht, ob Subfossiles auch schon in den Bereich "Fossilien" gehört, aber ich habe in Huntlosen bei Wildeshausen an der alten Tonkuhle eine subfossile Wurzel (wahrscheinlich einer Esche) gefunden. Die einzelnen Wurzelstränge haben auch so etwas wie Jahresringe. Meine Frage ist: Ist Dendochronologie bei Wurzeln auch möglich und wichtig? Oder kann ich die einfach zu was Schönem verarbeiten? Sollte man die an irgendwo melden?
Schon wieder herzliches Dankeschön!
LG Hanne

vandendrieschen:
Foto unterwegs verloren gegangen?

Bergbaumuseum:
Hallo Hannes,

als Archäologe kann ich dir antworten, dass das wohl schwierig wird. Um welchen Wurzelteil handelt es sich? Es kommt zunächst auf die Anzahl der vorhandenen Jahresringe an, dann muss der relative Zuwachs im Wurzelbereich nicht unbedingt mit dem Zuwachs des Stammholzes übereinstimmen. Schliesslich musst du dir die Frage stellen, was erwartest du von einer genauen Altersbestimmung des Alters einer Wurzel. C14 gibt auch ein Ergebnis, das hier wohl genau genug sein dürfte. In jedem Fall entstehen Kosten.

Gruß
Stephan

Hannes Wilke:
Danke schon mal. Fotos wären sicher hilfreich :-)
Schwer zu sagen, wo Wurzel aufhört und Rinde anfängt aber die Ringe sind überall hervorragend sichtbar. Die Tonkuhle ist bis zu 15 Meter tief und gehörte zu einer Ziegelbrennerei. Inzwischen ist daraus ein See geworden. Damals wurden Baumstümpfe und ähnliches einfach an die Seite geworfen und von anderem Material überdeckt. Wenn jetzt hier und da mal ein Baum entwurzelt, was auf Grund der Trockenheit leider vorkam, kommt hier und dort so altes Holz zu Tage. Es ist also leider auch nicht möglich, das Alter anhand einer Schicht zu bestimmen. Es ist aber so hart, dass es nur an der Kreissäge mit speziellem Sägeblatt gesägt werden kann.
Und es ist wunderschön <3

oliverOliver:
hallo Hannes,
von grundsätzlichem Interesse wäre die Frage nach der Altersstellung der dort abgebauten Tone - dann könnte man die Hölzer auch als entweder fossil oder subfossil definieren (Grenze nach allgemeiner Übereinkunft bei ca. 10.000 J, sprich Wende Pleistozän/Holozän.
Zur Dendrochronologie: wie Stephan schon schrieb, muss die Zuwachsrate bei Wurzelholz nicht unbedingt mit der vom Stammholz übereinstimmen - und dann gäbe es immer noch das Problem, dass du erstens eine Referenzkurve für die entsprechende Art/Gattung/Gruppe, und die zudem aus der relevanten Region benötigen würdest. Die Chancen für eine Dendrodatierung stehen also schlecht, v.a. auch deswegen, da nur wenige Kurven über die Holozän-Pleistozän-Grenze hinausreichen.
Und in Anlehnung an die Frage von Stephan: was willst du mit einem eventuellen Dendrodatum datieren? Nur das Holz selbst? Wenn, wie du schreibst, die Hölzer während des Abbaus einfach beiseite geworfen wurden, fehlt ja jetzt jeglicher stratigrafischer Kontext, und eine Dendrodatierung als "Selbstzweck" ohne weitere Fragestellung ist ja a priori nicht wirklich sinnvoll.
Für einen ersten Anhaltspunkt wäre sicher die von Stephan vorgeschlagene 14C-Datierung sinnvoll (funktioniert bis ca. 50.000 J zurück) - damit könnte zumindest die Frage "fossil oder subfossil" geklärt werden.
ga
oliver

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