Mineralien / Minerals / Minerales > Mineralien (Fundort) bestimmen / determine minerals
Baryt? Oder doch was anderes?
(1/1)
Leofwin:
Heyhey, liebe Mineralienfreunde! :]
Ich war vor kurzem in der Nähe von Freiberg (Sachsen) unterwegs, nach Achaten suchen, und habe dabei auch diese beiden Stücke gefunden. Das erste Stück ist so Skolezitartig konzentrisch gewachsen und hat einen seidigen Glanz, wenn man Licht darauf hält. Meine Freundin meinte, es könnte Baryt sein, was dem Fundort nach sehr wahrscheinlich wirkt, und wenn ich mir online weitere Bilder von Baryt anschaue, ist es manchen Wuchsformen nicht ganz unähnlich. Aber mit Sicherheit kann ich es trotzdem nicht wirklich sagen. Dichte konnt ich nicht messen (zu sehr mit dem Muttergestein verwachsen; erscheint mir allerdings nicht gar zu schwer, was aber sehr subjektiv ist) und fluoresziert leicht weißlich und stellenweise ganz schwach rot. Die Fluoreszenz und rechteckige Kristallform erinnert mich ein wenig an Plagioklas, aber das hab ich bisher nie so konzentrisch wachsend gefunden. Baryt hab ich bisher auch nur in seiner tafeligen, dünnen Wuchsform gefunden.
Das zweite Stück erscheint mir das gleiche Material zu sein, auf einer aufgebrochenen Quarzdruse, allerdings etwas abgeschliffen.
Was denkt ihr, worum es sich hierbei handelt?
LG,
Tobi/Leo
felsenmammut:
Glück Auf!
Herzlichen Glückwunsch zu dem Fund. Du solltest Deiner Freundin bei der Bestimmung Recht geben. (Den Umstand, ihre Vermutung beim Mineralienatlas-Fossilienatlas noch einmal in einer Bestimmungsanfrage überprüft zu haben, kannst Du weglassen.) Je nach dem, wie wichtig Dir der Fund und die Erhaltung des Fundes ist, kasst Du Ritzhärte prüfen, eine Ecke abbrechen zur Dichtebestimmung, die Reaktion auf Salzsäure testen und bei gegebener Experimentierfreudigkeit und Möglichkeiten zum sicheren Experimentieren im Mörser einiges Material sehr fein aufmahlen, mit konzentrierter Salzsäure versetzen, eintrocknen, das so vorbehandelte Pulver mit Alkohol tränken und anzünden. Bei Baryt zeigt sich eine Grünfärbung der Flamme. Der Erfolg mit der Flammenfärbung ist aber nicht garantiert. Manchmal ist im Baryt zu viel Calcium eingebaut, dass die Flammenfarbe zu sehr dominiert. Ich habe aber auch schon gesehen, dass ein massiges Stück Baryt einfach in die Bunsenbrennerflamme gehalten eine grüne Flammenfärbung erzeugt.
Einzige, häufiger auftretende, ernste Alternative zu Baryt bei dem Fundort ist Calcit als Blätterspat. Da sollte sich aber spätestens beim Test mit Salzsäure eine deutliche Reaktion zeigen, die bei Baryt im Allgemeinen ausbleibt oder erheblich schwächer ausfällt - um diversen Verunreinigungen und unscharf definierten Gemengen wie dem Kalkbaryt Rechnung zu tragen. Feldspäte treten in Freiberg zwar auch in massigen Aggregaten auf. Diese Aggregate sind aber nicht blättrig aufgebaut.
Freiberg ist bei der gegebenen geologischen und mineralogischen Vielfalt als Fundortangabe recht grob. Genaue Ortsangaben sind bei der Bestimmung immer hilfreich, siehe Einsteigerguide. Auch Größenangaben sind hilfreich.
Mit freundlichen Grüßen
Das Felsenmammut
vandendrieschen:
Was heißt in der Nähe von Freiberg?
Leofwin:
--- Zitat von: felsenmammut am 09 Apr 23, 04:20 ---Glück Auf!
Herzlichen Glückwunsch zu dem Fund. Du solltest Deiner Freundin bei der Bestimmung Recht geben. (Den Umstand, ihre Vermutung beim Mineralienatlas-Fossilienatlas noch einmal in einer Bestimmungsanfrage überprüft zu haben, kannst Du weglassen.) Je nach dem, wie wichtig Dir der Fund und die Erhaltung des Fundes ist, kasst Du Ritzhärte prüfen, eine Ecke abbrechen zur Dichtebestimmung, die Reaktion auf Salzsäure testen und bei gegebener Experimentierfreudigkeit und Möglichkeiten zum sicheren Experimentieren im Mörser einiges Material sehr fein aufmahlen, mit konzentrierter Salzsäure versetzen, eintrocknen, das so vorbehandelte Pulver mit Alkohol tränken und anzünden. Bei Baryt zeigt sich eine Grünfärbung der Flamme. Der Erfolg mit der Flammenfärbung ist aber nicht garantiert. Manchmal ist im Baryt zu viel Calcium eingebaut, dass die Flammenfarbe zu sehr dominiert. Ich habe aber auch schon gesehen, dass ein massiges Stück Baryt einfach in die Bunsenbrennerflamme gehalten eine grüne Flammenfärbung erzeugt.
Einzige, häufiger auftretende, ernste Alternative zu Baryt bei dem Fundort ist Calcit als Blätterspat. Da sollte sich aber spätestens beim Test mit Salzsäure eine deutliche Reaktion zeigen, die bei Baryt im Allgemeinen ausbleibt oder erheblich schwächer ausfällt - um diversen Verunreinigungen und unscharf definierten Gemengen wie dem Kalkbaryt Rechnung zu tragen. Feldspäte treten in Freiberg zwar auch in massigen Aggregaten auf. Diese Aggregate sind aber nicht blättrig aufgebaut.
Freiberg ist bei der gegebenen geologischen und mineralogischen Vielfalt als Fundortangabe recht grob. Genaue Ortsangaben sind bei der Bestimmung immer hilfreich, siehe Einsteigerguide. Auch Größenangaben sind hilfreich.
Mit freundlichen Grüßen
Das Felsenmammut
--- Ende Zitat ---
Heyhey, Felsenmammut! :]
Hehe, das kam glaube ich etwas anders rüber als gemeint - sie meinte selbst, sie ist sich nicht ganz sicher und dass ich das nochmal überprüfen sollte. Ich hab ihr aber ausgerichtet, dass sie richtig lag! x) Danke dir für die ausführliche Antwort! Jup, das stimmt, Freiberg ist da wohl etwas grob. Das war in der Nähe der Kreuzermark, Halsbach, am Rande eines Feldes um dieses kleine Wäldchen herum, wo man Achate finden kann. Baryt ist für die Fundstelle ja auch gelistet.
--- Zitat von: vandendrieschen am 09 Apr 23, 11:30 ---Was heißt in der Nähe von Freiberg?
--- Ende Zitat ---
Heyhey, vandendrieschen! :]
Wie oben beschrieben war das bei der Achatfundstelle in der Nähe der Kreuzermark, Halsbach.
Navigation
[0] Themen-Index
Zur normalen Ansicht wechseln