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Riesen Rubin 212 ct.

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Klaus Schäfer:
Hallo liebe Kollegen,

Mit diesem riesigen Rubin von 212 ct. kam am Freitag einer meiner Schüler in die Klasse. Er durfte diesen Stein aus einer besonders großen Synthese schleifen. Nichts Alltägliches !

steinfroilein:
Ich finde dies wirklich außergewöhnlich!

Aus einer Verneuilsynthese kann ich mir das nicht vorstellen, da die Birne ja eigentlich unmittelbar nach der Züchtung der Spannung wegen gespalten/halbiert wird. Die damals nur kurzzeitig im Umlauf gewesenen Vollbirnen wurden ja nachträglich bearbeitet/erhitzt, was sich dann aber preislich nicht lohnte und so dieser Arbeitsgang wieder eingespart wurde und seitdem die Verneuil-Vollbirnen gespalten werden.

Klaus, weißt Du, aus welcher Synthese/Züchtung dieser Rubin stammt?
Ggf. Hydrothermal?
Oder ist der Unterkörper doch so flach, daß es doch das Flammenschmelzverfahren und somit aus einer Halbbirne geschliffen ist?

Lieben Gruß
Ingrid

Klaus Schäfer:
Hallo Ingrid,

Der Stein liegt von den Schliffproportionen her übereinstimmend mit den Parametern der Totalreflexion für Korund, ist also nicht zu flach. Allein die letzte Reihe auf der Rückseite bildet ein kleines Fenster. Beim leichten Kippen des Steines ist auch dieses von vorne her nicht mehr sichtbar.

Der Rubin-Rohstein hatte eine Breite von etwa 40 mm und eine Länge von etwa 120 mm, hergestellt nach dem Verneuil-Verfahren (Schmelztropfverfahren). Es handelte sich um eine sehr große, wahrscheinlich experimentell hergestellte, gespaltene Birne aus den frühen 1980iger Jahren.

Das Forschungsinstitut hier in Oberstein kann Korundbirnen nach dem Czochralski-Verfahren (Schmelzziehverfahren) bis zu etwa 70 mm Durchmesser bei einer Länge von etwa 300 mm herstellen.

steinfroilein:
Danke Dir Klaus.

Dass es vereinzelt große Verneuil-Halbbirnen gibt, wusste ich, aber an so eine ranzukommen gleicht einem Lottogewinn.
Habe überwiegend mit Rubis RSA und Djeva zusammengearbeitet und da hielten sich große (dicke) Korund-Halb-Birnen in Grenzen.
Von daher ist dieser synthetische Rubin mit 212ct wirklich eine Glanzleistung!

Dass mit Czochralski schon so gross möglich ist, wusste ich bislang nicht.
Interessant.

Lieben Gruß
Ingrid

MyHome:
Hammer!
Schaut super aus auf dem Foto.
Hat er gesagt, was mit dem Stein jetzt passiert - bleibt er lose oder wird er ausgestellt (Schulmuseum?) oder...?

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