Fossilien / Fossils / Fósiles > Unbekanntes Erdzeitalter / unknown geological era
Komische Quarzlinie und Fossil auf einen Streich? Müggelbergfund
Megalithomane:
Update: Die Kristalllinie sprudelt ebenfalls nicht. Zumindest nicht unter Zuhilfenahme fies riechender Essigessenz. Die Kristalle der breiten Linie lassen sich aber leicht von einer Stahlspitze ritzen > weißer Staub.
Nachdem, was ich bisher über diese Grabgänge gelesen habe, scheint die kristallisierte Linie kein weiterer Grabgang zu sein. Zu breit, zu gerade und dann noch dieses abrupte Ende. Hat sonst noch jemand eine Idee?
VG
David
oliverOliver:
--- Zitat --- was ich bisher über diese Grabgänge gelesen habe, scheint die kristallisierte Linie kein weiterer Grabgang zu sein. Zu breit, zu gerade und dann noch dieses abrupte Ende.
--- Ende Zitat ---
Nein, gar nicht zu breit - kommt auf die Größe des Grabenden Organismus an (da gibts bedeutend größere Durchmesser ;D)
Und auch nicht unbedingt zu gerade - nicht alle verlaufen in Schlangenlinien, es gibt da auch komplexe Gangsysteme mit geraden Teilstrecken.
Das "abrupte Ende" liegt vermutlich daran, dass die Struktur entweder nicht ganz parallel zur Oberfläche des Handstücks verläuft - oder aber um- oder abgebogen ist.
Auf Bild 142016 sieht man ja in der Seitenansicht schön den halbrunden (also ehemals wohl runden) Querschnitt - das spricht schon sehr für einen Grabgang, und deutlich gegen eine mineralisierte tektonische Kluft bzw. mineralisch verheilten Riss.
--- Zitat ---Die Kristalllinie sprudelt ebenfalls nicht. Zumindest nicht unter Zuhilfenahme fies riechender Essigessenz. Die Kristalle der breiten Linie lassen sich aber leicht von einer Stahlspitze ritzen > weißer Staub.
--- Ende Zitat ---
Dann käme (von den genannten Mineralien, ohne andere ausschließen zu können) evtl. Baryt in Frage - Härte ca. 3 - 3,5, und Reaktion erst mit heißer konzentrierter Schwefelsäure (das bitte nicht unbedingt ausprobieren ! ). Coelestin verhält sich zwar fast ebenso, aber "nach Bauchgefühl" hätte ich hier eher einen Baryt-Verdacht gehabt (was auch völlig falsch sein kann)
ga
oliver
Megalithomane:
Hallo Oliver und alle heimlichen Mitleser,
also mit Baryt könnt ich leben. Schwefelsäuretest muss echt nicht sein. Einen Flammentest traue ich mir noch zu, habe aber keinen adäquaten Brenner. Oder lassen sich solche einfachen Hand-Flambiergeräte für wenig Geld auf unsichtbare Flamme schalten? https://amzn.eu/d/3QDy1F8
Die finale, überfällige Frage lautet für mich aber: Wie kommt ein Seeigel-Heim auf den Müggelberg? Stammt es aus der Zeit als die Gegend unter Wasser lag? Oder handelt es sich um ein Mitbringsel der eiszeitlichen Gletscher?
Gruß
David
oliverOliver:
hallo David,
nun, der Grabgang bzw. die Gänge müssen nicht von Seeigeln stammen - die meisten (größeren) Bauten, die zugeordnet werden können, stammen von Krebsen/Krabben, und bei den kleineren gibt es überhaupt eine Unmenge von Organismen, die infrage kommen. Daher gibt es ja die Ichnotaxa unabhängig von den biologischen Taxa, und eine sichere Koppelung der beiden ist ohnehin nur in seltenen Fällen möglich.
Müggelberg: leider kenne ich die dortigen geologischen Verhältnisse nicht, da kan ich also nix dazu sagen.
lg
oliver
Megalithomane:
Oha. Ich dachte eigentlich, dass die Grabfüßchen am Ende des dünnen Gangs (die "Blüte") eindeutig für so einen Seeigel sprechen würden. Dann wohl doch nicht?! So eine paläoichnologische Bestimmung scheint echt nicht ohne zu sein.
Wäre schön, wenn es noch gelänge, Ort und Zeit des Entstehens zumindest grob einzugrenzen.
Im November ist in Berlin wieder Mineralis-Messe. Vielleicht sollte ich das Stück mal mitnehmen und draufschauen lassen. Schaden kanns jedenfalls nichts.
Vielen Dank für deine Hilfe. Cooles Forum!
Gruß
David
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