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Was ist das für ein Gestein/eine Gesteinsschicht ?

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Timo Gräther:
Hallo ihr Lithophilen  :)

heute habe ich beschlossen tätig zu werden, und herauszufinden um welches Gestein es sich nachfolgend handelt. Meine Hoffnung war, daß ich im Netz ein "Steine-Forum" finde und man mir dort helfen kann. Wie ihr seht hat das geklappt, und ich finde es super daß es diesen Gastzugang gibt.

Gerne liefere ich einige Hintergrundinfos damit ihr verstehen könnt warum ich mich an euch wende, versuche mich aber andererseits auf das Nötigste zu beschränken. Vermutlich ist die Bestimmung an sich für euch sogar recht leicht, weil es sich meines Erachtens nach um kein "besonderes" Gestein handelt.

Ich habe Weinbau im Nebenerwerb. Es ist mehr ein Hobby, aber trotzdem 2000 - 3000 Flaschen im Jahr. Eine Weinbergsparzelle macht mir Schwierigkeiten - und das schon seit über 35 Jahren. Ich möchte gerne herausfinden warum die Reben dort nicht g´scheit wachsen. Obwohl von dieser Parzelle noch keine Bodenanalyse (für eine Düngeempfehlung) vorliegt (von einer Parzelle 100m entfernt könnte ich das hochladen falls es hilft), vermute ich sehr, daß es am Untergrund und evtl. dem nicht vorhandenen Wasserspeichervermögen liegt. Dazu darf ich euch gleich das "Geröll" präsentieren welches sich unter dem Oberboden befindet.
Der exakte Fundort ist hier (Baden-Württemberg, LKR Ludwigsburg, Bottwartal): https://maps.app.goo.gl/AxfZgDxp21ewFQSm8

Es gibt ein "nettes" Bild auf den Weinberg selbst, auf welchem man gut erkennen kann, wie sich eine Schichtung quer durch die Parzellen zieht. Vom Nachbarwengert (rechts) über meinen Wengert durch:


Der Komplette Berg wurd 1983 Flurbereinigt (war vorher alles in kleine Schrannen mit Mauern unterteilt). Meine Parzelle wurde vor 10 Jahren neu bepflanzt und dazu der Boden mit einem Bagger rigolt (umgebaggert, gelockert). Aber die Reben kommen nicht aus dem Klee. Der ganze untere Teil der Parzelle ist extrem schwachwüchsig, während der obere Teil der Parzelle voll im Saft steht. Interessanterweise ist die Nachbarparzelle rechts davon ebenfalls von dieser Schichtung betroffen. Allerdings stehen die Reben dort schon seit der Umlegung 1983.
Die Parzelle links von mir wurde erst vor 2 Jahren neu angelegt - da bleibt noch zu sehen ob sich das ähnlich entwickelt...
Ich weiß nicht ob man 1983 Material von irgendwoher angefahren hat um aufzufüllen, ob da früher ein Weg lief oder ob das früher eben auch schon so war.
Für euch also evtl. wichtig: Der Boden muss nicht "original" sein.
Auf alle Fälle ist er untypisch für den gesamten Berg und findet sich nur in diesem unteren Bereich. Der Rest ist alles Mergel (rot, blau und bunt).



Hier die "Auffindesituation":


Nach einem halben Spaten tief stößt man auf "Gestein". Es liegt wie eine Art Schotter im Boden und mit Gewalt am Spaten kann man es auch zerkleinern. Ein Umgraben wie in Gartenerde ist aber vollkommen unmöglich. Auf dem Bild sieht es so aus als wäre da nur dieses eine Nest - das liegt daran daß der Oberboden das darunterliegende Geröll zugedeckt hat.
Im nassen Zusatnd ist die Farbe Anthrazit, und trocken hellgrau oder mittelgrau. Einerseits scheint das Zeug recht hart zu sein, aber wenn man den richtigen Punkt erwischt bricht es mit geringer Kraft in Schuppen und scharfkantige Stücke auseinander. Mit Säure zeigt es keine Reaktion. Beim Befeuchten kann man zugucken wie das Gestein abtrocknet. Das Wasser zieht also in das Material ein. Natürlich nicht wie bei einem Schwamm, aber wenn ich den Stein mit der Zunge abschlecke dauert es keine Minute und er ist wieder trocken.




Vielleicht ist diese "Struktur" noch hilfreich ?


Gerne schicke ich weitere Bilder des Grölls und beantworte mit Freude jegliche Frage die euch weiterhilft.

Zunächst vielen Dank für eure Mühe !

Grüße aus dem Ländle sendet
TIMO


oliverOliver:
hallo Timo,
danke für die fundierte Anfrage - ich bin mir sicher, jemand von unseren Usern, der/die Geologie im Ländle kennt, wird dir weiterhelfen können.
Aber: laut Forumsregeln sind extern eingebundene Bilder nicht erlaubt - daher die Fotos bitte direkt im Forum hochladen!
(Funktion "Anhänge und andere Optionen" unter dem Textfeld beim Schreiben eines Beitrags, bzw. beim Bearbeiten über den "Ändern" Button.
lg
oliver

Timo Gräther:
Guten Morgen Oliver,

den Hinweis habe ich zwar gelesen, aber nicht gefunden wie ich die Bilder sonst anbringen könnte, und zunächst hat es ja auch scheinbar geklappt.... Den Button unterm Textfeld hab ich nicht gesehen. Aber das hole ich jetzt nach. Den text als Gast zu bearbeiten habe ich nicht geschafft, und so hänge ich die Bilder einfach als Antwort an:

Der Weinberg/die Parzelle im Überblick aus der Ferne.

Der hier übliche Mergel.

Die "Auffindesituation".

Der Stein selbst.

Timo Gräther:
Und noch ein letztes Bild welches nicht mehr in die erste Antwort reingepasst hat:

Das Strukturdetail.


Ein Nachtrag noch: Jeder hier in der Gegend der meint er wisse etwas über die Bodenschichtungen im Zusammenhang mit Weinbau sagt "Bei uns hier ist alles Keuper (oder Gipskeuper".
Was ich sehe ist: Hier ist alles rot und mit mehr oder weniger starken Mergelschichten (ich interpretiere das zumindest als Mergel - siehe Bild oben) durchsetzt. Ich habe mal gelesen, daß der Keuper (weil er die unterste/älteste Formation darstellt ?!) meistens am Hangfuß zu Tage tritt.

Grüße sendet
Timo

guefz:
Hmmm, irgendwas hat beim Hochladen nicht funktioniert...

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