Mineralien / Minerals / Minerales > Mineralien (Fundort) bestimmen / determine minerals
Monazit ? Neben Sagenit gitter
Lynx:
Hallo Uwe
was ich untersucht hatte, haben auch die norwegischen gut Nd dabei. Mir scheints eher an der optischen Qualität zu liegen (opakes Material), hab aber zu wenige davon gesehen.
Gruß, Martin
Lynx:
Jetzt muss ich doch noch ein bisserl mehr beitragen:
Monazit (-CE) luminesziert (=alle die ich bislang untersucht habe minus norwegische ;-) ) , und zwar mit REE3+ als Leuchtzentren: typisch ist Sm3+ angeregt bei 405nm mit oranger Emission. Daneben noch der ganze Zoo anderer REE3+.
Titanit luminesziert ebenfalls (=alle bis auf einzelne Ausnahmen) , und zwar mit REE3+ als Leuchtzentren: typisch ist Sm3+ angeregt bei 405nm mit oranger Emission. Daneben noch der ganze Zoo anderer REE3+.
Xenotim (-Y) luminesziert ebenfalls (=alle bis auf einzelne Ausnahmen) , und zwar mit REE3+ als Leuchtzentren: typisch ist Dy3+ angeregt bei 365nm mit gelber Emission sowie Sm3+ angeregt bei 405nm mit oranger Emission. Daneben noch der ganze Zoo anderer REE3+.
Scheelit luminesziert ebenfalls (=alle bis auf einzelne Ausnahmen) , und zwar intrinsisch WO<sub>4</sub><sup>2-</sup> sowie mit REE3+ als Leuchtzentren: typisch ist Dy3+ angeregt bei 365nm mit gelber Emission sowie Sm3+ angeregt bei 405nm mit oranger Emission. Daneben noch der ganze Zoo anderer REE3+.
Und zu guter letzt
Zirkon luminesziert ebenfalls (=alle bis auf einzelne Ausnahmen) , und zwar mit REE3+ als Leuchtzentren: typisch ist Dy3+ angeregt bei 365nm mit gelber Emission sowie Sm3+ angeregt bei 405nm mit oranger Emission. Daneben noch der ganze Zoo anderer REE3+ sowie strahlungsinduzierten Defekten und Uranylionen.
Tatsächlich können Sm3+ und Dy3+ auch gleichzeitig angeregt werden, manchmal helfen Energietransferprozesse, sodass am Ende die beobachteten Lumineszenzfarben eben eher gelb oder eher orange oder manchmal auch weiss erscheinen...
Dass Monazit grün unter spezifischen Bedingungen erscheint , ist **keine** Lumineszenz, das hat Stefan gezeigt (1), als er mit den Filtern hantierte und das sieht man auch, wenn man mit einer der modernen kurzwelligen LED Taschenlamen (255nm oder 310nm) beleuchtet - grün wirds nicht. Wichtig ist, dass bei den LEDs die Spektren sauber sind. Wie Josef hier https://www.mineralienatlas.de/forum/index.php/topic,27805.msg263297.html#msg263297 zeigt, haben Hg-Lampen noch Emissionen im sichtbaren, die, wenn sie nicht weggefiltert werden, eben vom Nd im Monazit unterschiedlich absorbiert werden - das Ergebnis ist dann, dass der Monazit grün erscheint.
@Uwe: wenn nun nicht nur Nd spezifisch absorbiert, sondern das Material opak ist, so kommt die spezifische relativ stärkere Absorption von gelb gegenüber grün kaum noch zum Tragen.
Gruß, Martin
(1) https://www.mineralienatlas.de/forum/index.php/topic,27805.0.html
Klaus Schäfer:
Hallo Kollegen,
Ich hätte hier auch noch ein Beispiel der selektiven Absorption von neodymhaltigem Monacit-(Ce):
Monazit ? Neben Sagenit gitter
Die Beleuchtung geschieht hier über eine Schreibtischlampe von IKEA aus den 2000er Jahren, bei der eine Röhre (Wellenlänge ?) als Lichtquelle dient. Ich habe sie als Aushilfe benutzt, als meine Kaltlichtquelle ausgefallen war. Bei der Betrachtung von alpinen Stücken fiel der Effekt recht deutlich auf. Bräunungseffekte trotz stundenlangen Arbeitens fielen nicht an. >:D
Uwe Kolitsch:
Nachtrag: Die Literatur zur Farbe von Monazit (und anderen Nd-haltigen Mineralien) unter der Höhensonne:
Zappel, A. & Weiss, W. (1982): Zur Farbveränderung von Mineralien der Seltenen Erden unter der Höhensonne. Aufschluss, 33, 7-12.
[grün: wenig Nd, blau: viel Nd]
Gorobets, B. S.; Rogozhin, A. A.; Ryabenko, S. V. (1989): Determination of rare-earth minerals under unfiltered light from a mercury lamp. USSR. Mineral. Zh. 11, 55-57. (in Russian)
["Absorption lines due to electron transition in the 4f-shell of Nd3+ ions were recorded. The presence of Nd in these REE-containing minerals (except xenotime) contributes a blue-to-green coloration in reflected light from a Hg-quartz light source."]
Favreau, G. (1994): Trimouns, Ariège, Frankreich: Seltenerden-Mineralien aus dem Dolomit. Lapis 19 (12), 18-39; 58.
[Nd korreliert mit blauer Farbe unter Höhensonne]
Lynx:
Danke Uwe, das baue ich bei Gelegenheitin die Monazitseiten ein.
Gruß, Martin
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