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Jungforscher braucht Hilfe - Schlacke oder Meteorit? / mesozoisch-tertiäres Eisenmanganerz
Patkun:
Hallo und grüße aus dem Rheinland,
Wir kommen aus dem Taunus, nähe Nastätten (56355) zwischen Mainz und Koblenz.
Ich schreibe hier im Auftrag eines quasi Jungforschers. Mein Sohn hat momentan "Experimentieren" als Sachunterrichts Thema.
Also wir haben vor einigen Zeit hier bei uns im Garten einen Stein ausgegraben. Den Garten haben wir 2020 gekauft und war extrem verwildert. Beim Bearbeiten des Hangs ist uns dieser Stein aufgefallen, weil er im Gegensatz zu den anderen auf dem Haufen (die Erde wurde gesiebt) sehr dunkel ausgesehen hat und eine ganz andere Form hat.
Auf der Suche nach einem passenden Experiment sind wir bei YT auf Videos über Meteoriten gestoßen. Da hat er sich unseren Gartenfund erinnert und die Experimente und das Untersuchen fing an.
Er hat sich für sein Schulexperiment für etwas anders entschieden, aber das Interesse war geweckt.
Er und ich haben nun allerlei Tests gemacht und ich habe nun den Auftrag, die Profis zu fragen. Evtl. lohnt sich ja der Aufwand den Stein anderweitig untersuchen zu lassen, mein Glaube daran ist allerdings eher gering. (es ist bestimmt irgendeine Schlacke oder Erz, es ist auch Quarz dran wie bei einem Hämatit - haben wir auf Wikipedia gesehen).
* Wir haben ihn mit einem Magneten untersucht. Der hat zuerst nicht gezeigt das irgendetwas Magnetisch ist, dann haben wir den Magneten an einen Faden befestigt und man konnte sehen - Magnet bewegt sich zum Stein. Also sehr schwach magnetisch.
* Eisen muss vorhanden sein, er hat Rost angesetzt.
* Wir haben versucht seine Dichte zu messen, (schönes Experiment) er wiegt 77,80 g. Ins Wasser eintauchen ergab 22,22 g/cm³
also eine Dichte von 3,501. Ohne Gewähr :)
* Jetzt habe ich an der Seite ein bisschen abgeschliffen so fein wie es ging (von 120 bis 1000er-Körnung - ist aber kaum was zu machen ohne Maschine).
Als Nächstes wollen wir einen Nickel Test aus der Apotheke besorgen.
Es wäre prima von euch, wenn ihr als Profis einschätzen könnt, in welche Richtung sich das ganze bewegt oder welche Möglichkeiten es gäbe den Stein noch zu untersuchen.
Sollte es kein Stein aus dem All sein, hatten wir mit dem kleinen Ding trotzdem viel Spaß.
Grüße Patrick
guefz:
Das Stück sieht schon sehr nach einem Stück Schlacke aus. Das da Eisenreste drin sind, ist normal wenn es aus der Eisenverhüttung kommt, insbesondere wenn es ein älteres Stück ist.
nwsachse:
Hallo,
auf dem Foto Image0002.jpg meine ich Quarz zu erkennen. Man sollte daher auch Hämatit noch mit in die engere Auswahl einbeziehen.
Bei der Ermittlung der Dichte ist etwas unklar: "Ins Wasser eintauchen ergab 22,22 g/cm³" Ist das Gewicht im Wasser gemeint (in g) oder die Menge des verdrängten Wassers (in cm³) ?
Jörg N.
ruebezahl:
Glück auf,
Die äußere Erscheinung (was das Foto hergibt) zusammen mit den angegebenen Informationen deuten für mich auf ein Stück der im Taunus nicht seltenen mesozoisch-tertiären Eisenmanganerze.
Sie bestehen oft überwiegend aus Eisenoxidhydraten und manchmal auch nennenswert oder sogar dominant aus oxidischen Manganverbindungen. Quarzfragmente sind normal. Die Mineralogie dieser Erze ist komplex, aufgrund der Fotos ist keine Aussage möglich.
Sie sind Relikte einer Zeit und geographischer Lage unter subtropisch feuchtem Klima (zeitlicher Schwerpunkt Tertiär) mit intensiven und anreichernden Eisen-/Mangantransporten.
In der 2. Hälfte des 19. JH., bei entsprechender Lagerstättengrösse auch später noch waren sie im Taunus auch Gegenstand mehr oder weniger erfolgreicher Bergbauaktivitäten.
Man findet sie im Taunus aufgrund der unzähligen verschleppten Kleinbergbauhalden immer mal an den verschiedensten Stellen. Wenn man die historischen Bergwerke kennt, kann man noch wesentlich faszinierendere Exemplare finden.
Historischer Bergbau im Taunus/Erdgeschichte vs. Meteoriten ;D
Herzliche Grüße Uwe
stoanklopfer:
Bevor weiter ins Blaue geraten wird: Strichfarbe? Härte?
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