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Unbekannter harter Stein, rechte Rheinseite zwischen Köln und Düsseldorf.
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Kies:
Hallo Foristen,
diese Steine finde ich gelegentlich auf der rechten Rheinseite, zwischen Köln und Düsseldorf. Sehr selten sind sie nicht, aber nicht gerade so häufig wie niederrheinischer Kalkstein. Kann mir jemand den Namen nennen?
Die Steine sind in der Regel dunkelbraun bis schwarz, haben aber großflächig schwachfarbene gelblich-orangene Einschlüsse. Gelegentlich sind die Steine auch vorwiegend gelblich-orange mit großflächigen schwarzen Einschlüssen. Selten sind die Steine auch nur schwach gelblich-orange, mit keinen oder kaum schwarzen Einschlüssen, wie die beiden Steine oben rechts.
Die Oberflächen sind meist sehr glatt, so das Moos so gut wie keine Chance hat, sich anzusiedeln. Das heißt, wenn diese Steine im Freien abgeregnet werden, sehen sie quasi wie neu aus. Manche von diesen Steinen sehen aus wie erstarrte Schmelzen.
Die Steine sind sehr hart, Anritzen mit Nadel nicht möglich. Ich habe mal versucht, mit einer Hand-Eisensäge einen Schnitt zu machen, habe aber nach ein paar Minuten aufgegeben, da kaum Fortschritt. Man bräuchte dafür eine Flex mit Trennscheibe.
Die Dichte schwankt bei diesen Steinen geringfügig zwischen 2,6 und 2,7. Die beiden vorwiegend gelblich-orangenen Steine oben rechts sind etwas leichter, beide Dichte von ca. 2,5.
Das Material ähnelt zwar auf den ersten Blick Feuerstein, ist aber wesentlich zäher. Steinzeit-Artefakte aus diesem Stein gibt es zwar, sind aber selten, denn er kann nur mit sehr viel Mühe in Form geschlagen werden, vor allem, weil er im Gegensatz zu Feuerstein nicht spröde ist, also sehr zäh. Er ist offenbar auch nicht so homogen wie Feuerstein und daher schwer berechenbar beim Bearbeiten. Als Artefakte sind mir diese Steine fast nur bekannt als Rillensteine, um Speerspitzen (oder was auch immer) zu schärfen, oder als Schlagsteine, mit Schlagmarken. Ein einziges Mal habe ich einen Faustkeil aus diesem Material gefunden, dafür muss jemand sehr viel Zeit und Mühe investiert haben.
Bild 4 links eine frische Abschlagkante. Ich musste mit der spitzen Seite eines Hammers wiederholt und sehr kräftig zuschlagen, bevor der Stein zerbrach.
Bild 4 rechts eine Supermakro-Aufnahme des frischen Abschlags. Wie so oft bei extremen Nahaufnahmen gerät das Objekt außerhalb des Bildzentrums aus der Schärfentiefe, daher die Unschärfe am Bildrand.
Also, weiß jemand, um was für einen Stein es sich handelt? Ist sicher nicht so schwer.
Besten Dank!
Kies:
Nanu,
meine Damen und Herren, warum so schüchtern? Keine Antwort, kann doch nicht sein, der fragliche Stein ist wirklich keine Seltenheit. Habe heute während gerade mal zwei Stunden Artefaktsammelei in einem Bach von Mettmann (immerhin Neandertalerstadt) wieder einige von diesen Steinen gefunden und fotografiert, siehe unten.
Ein sehr harter zäher Stein, der durch sein Farbenspiel wirklich auffällt. Von gelb über rot bis schwarz alles dabei.
Also, keiner eine Idee?
vandendrieschen:
Wird Hornstein sein und ein steinzeitliches Feuerzeug.
heli:
Check mal
1. Härte
2. Reaktion auf Salzsäure
Kies:
Hornstein? Ja stimmt, das könnte sein. Ich hatte auch schon den Gedanken gehabt, aber verworfen, weil ich annahm, Hornstein wäre mehr oder weniger immer brauchbar zum Zurechtschlagen zwecks Werkzeugherstellung. Notfalls nach vorherigem Tempern. Bloß, in der Gegend von Mettmann gibt es fast keine Hornsteinwerkzeuge, außer solche, die man nicht zuschlagen muss, wie Rillensteine usw. Habe folglich mittlerweile gelesen, dass es Hornsteinsorten gibt, die für reguläre Werkzeugproduktion (also Zurechtschlagen) fast unbrauchbar sind, das ist in der Region um Mettmann offenbar der Fall. Noch seltener sind dort übrigens Artefakte aus Flint, es gibt sie dort fast gar nicht, da es in der Region keine Flintvorkommen gibt. Und ein Import, wie auch immer, hat nur ganz geringfügig stattgefunden, und ich habe mich immer schon gefragt, warum. Denn aus einigen anderen flintfreien Regionen ist gut bekannt, dass dort eine Menge Flint von außen hineingetragen wurde. Hier nicht. Aber das führt zu weit.
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