Bergbau und Verhüttung / Mining and Smelting / Minería y Fundición > Bestimmungsanfragen zu Schlacken/Gläsern/Kunstprodukten
Bestimmung Moldavit / Glas
oliverOliver:
zur Frage Moldawit im Waldviertel: meines Wissens nach sind alle Waldviertler Moldawite Manuporte (transportierte Stücke) von prähistorischen Siedlungen, das WV liegt nicht im Bereich eines Streufeldes.
siehe auch https://www.mineralienatlas.de/forum/index.php/topic,32773.0.html
Oberlandler:
hab noch was zum Streufeld gefunden
https://www.moldavit.de/sammeln/koesterreich.htm
LG Karl
oliverOliver:
ja eh - aber: die Altenburger Exemplare stammen von einer neolithischen Siedlung, Mahrersdorf gehört zur Gemeinde Altenburg und ist m.W. eine irrtümliche "Verdoppelung" (also zu streichen), die aus Radessen angeblich ebenso von einer prähist. Siedlung.
Und der Fund aus Heidenreichstein erinnert mich doch sehr an dieses Stück: https://www.mineralienatlas.de/forum/index.php/topic,32773.msg365555.html#msg365555 das sich dann als anthropogenes Glas herausgestellt hat
vandendrieschen:
Das Stück sieht schon sehr nach einem (verschleppten) Tektit aus. Anders als das Glasstück in dem Link.
Tom VIE:
Hallo und vielen Dank für die ausführlichen Antworten und weiterführenden Infos.
Sehr interessant.
Zur Fundsituation: Die Ackerfläche die ich Ende Oktober abgesucht habe, ist etwa 120 m lang und 30 m breit, daneben etwa die gleiche Fläche als Brache (Gras, nicht begangen).
Vielleicht interessant, dass der Erdhorizont etwa um 30 Zentimeter unter dem im Osten anschließenden Acker liegt (war umgepflügt und wurde
deshalb nicht auch begangen). Schotter oder größere Gesteinsbrocken, wie im Waldviertel auf vielen Äckern nicht unüblich, gibt es dort keine.
Ursprüglich war meine Idee dort nach Moldavit zu suchen, unter der Annahme, dass zwischen dem Streufeld um Budweis und den angenommenen Streufeldern in Österreich (die, wie jetzt weiß, wahrscheinlich keine sind) ja auch etwas liegen könnte. Ich habe mich dann aber von den vielen schweren Meteowrongs (1,2kg Bild Meteowrong) auf dem Feld ablenken lassen, die sich , mit tatkräftiger Unterstützung des NHM in Wien als Limomit/Schlacke/Graphithschiefer, etc. herausgestellt haben. Der vermeintliche Moldavit ist mir erst gestern bei Durchsicht und Reinigung der "uninteressanten" Stücke aufgefallen.
Einige der Schlacken ähneln sehr denen, die bei Rennöfen (Bild) entstehen. Zudem habe ich auch eine Reihe von Keramikbruchstücken aufgesammelt (ich nehme normalerweise auch Kunststoffabfälle von den Feldern mit, die ich begehe). Bandkeramik ist wohl keine dabei, die unterschiedlichen Ausgangsmaterialien und die Art der Verarbeitung legen nahe, dass die Scherben aus unterschiedlichen Epochen stammen könnten (Bild Keramik).
Das Feld liegt zudem an einer Straße - also ja, auch neuzeitlicher Eintrag ist nicht unwahrscheinlich.
Wäre trotzdem schön, wenn es sich um einen echten Moldavit handeln würde.
Ich werde die netten Damen im NHM ersuchen, das Stück genauer anzusehen und halte euch diesbezüglich auf dem Laufenden.
Falls es das Wetter zulässt, fahre ich auch zeitnah noch einmal hin - und konzentriere mich auf "Moldavite" (wird leicht, da ich ja nur noch die paar Steine einsammeln muss, die ich letztens liegen gelassen habe).
Das macht richtig Spaß hier, nochmals vielen Dank.
BG
Thomas
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