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Ungewöhnlichen Stein gefunden

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ruebezahl:
Glück auf,

W Hofheim-Diedenbergen.

Scheint mir ein Kiesgeröll des pleistozänen Einzugsgebiet des Ur-Mains zu sein, dem Fundort an der Außengrenze einer Hochscholle des Vortaunus nach zu vermuten. Ursprünglich kommen diese Kiese schichtgebunden vor, aber in der Gegend ist viel Untergrund bewegt worden ... da kann man einiges auch vereinzelt auflesen ...

Auch ich vermute hier einen Sandstein, weitergehende Vermutungen stelle ich bei einem Kiesel nicht an.

Wenn Du selbst weiter recherchieren möchtest:

https://www.hlnug.de/fileadmin/dokumente/boden/heft06.pdf

..vom Hessischen Landesamt Naturschutz Umwelt Geologie (HLNUG)

Viele Grüße
Uwe

hesima:
Wow, ich bin beeindruckt!
Habe den von dir verlinkten Text zwar nicht komplett gelesen, aber versucht, Infos zur möglichen Geschichte des Steins zu extrahieren.
Bin dabei an folgender Textpassage hängen geblieben:
"...Doch unbeschadet dieser derzeit noch ungeklärten Situation bleibt die Frage nach anderen Anzeichen der Meereseinwirkung im Taunus. Ein solches Merkmal scheint mit der Beschaffenheit des Hofheimer Kieses gegeben. Von normalen Flusskiesen unterscheidet er sich einmal durch seine Lagerung und Sortierung. Die von einem Fluss transportierten Kiese erhalten bei ihrer Ablagerung meist eine typische Lagerungsstruktur. Ihre Schichten werden im Flussbett durch Veränderungen der Stromrichtung wieder angeschnitten, es bilden sich schräg liegende Kiespartien. Diese Strukturen sind in der Regel den Hofheimer Kiesen fremd. Darüber hinaus weisen sie sehr schlechte Sortierung auf, das heißt, in einer Kiesschicht kommen fast alle Korngrößen vor, vom feinsten Ton bis zum gröbsten Geröll. Auch die Zurundung der Gerölle ist erstaunlich inhomogen. Nahezu kugelförmige Gerölle wechseln mit sehr eckigen Komponenten. Schlechte Sortierung und inhomogene Zurundung sprechen für die Bildung des Substrats an einer Steilküste ..."
Möglicherweise habe ich da etwas falsch verstanden. Falls ich es richtig verstanden habe, dann könnte die Form und der Schliff des Steines auf Einwirkungen zurückzuführen sein, die möglicherweise 50 Millionen Jahre her sind??
Für einen Mineralogen sind das wahrscheinlich ganz normale Zeitspannen, für mich als Laie fühlt sich das schon etwas schwindelerregend an.
Irre!

ruebezahl:
Glück auf,


--- Zitat von: hesima am 09 Jan 25, 22:34 --- 
...
Möglicherweise habe ich da etwas falsch verstanden. Falls ich es richtig verstanden habe, dann könnte die Form und der Schliff des Steines auf Einwirkungen zurückzuführen sein, die möglicherweise 50 Millionen Jahre her sind??
...

--- Ende Zitat ---

Du hast es durchaus richtig verstanden. Die ersten Einwirkungen am Ursprungsvorkommen des Gesteins können durchaus im frühen Tertiär begonnen haben, also vor 50 Mio Jahren.

Das Gestein selbst ist sicher noch älter, wenn es sich um einen Rotliegendsandstein handelt, wurde der vor ca. 290 Mio Jahren als Feinsand sedimentiert. Es  kommen aber auch noch jüngere  Sandsteine in Frage.

Ja, Erdgeschichte ist irre  ;D

Viele Grüße Uwe

hesima:
Herzlichen Dank noch mal für diese erhellenden Informationen. An der Küste leben ist cool - wir sind nur ein bisschen spät dran

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