Mineralien / Minerals / Minerales > Fluoreszenz, Lumineszenz / Fluorescence, Luminescence
Verblassen der Farben beinhaltet Verlust der Fluoreszenz
axl:
hi Martin,
ich habe die Frage zwar nicht gestellt, das Thema interessiert mich aber ebenso.
Also grob gesagt, die Farbveränderung bei Christians Fluoriten von Berbes ist
darauf zurückzuführen, dass bei seinen Fluoriten "nichts stabilisierendes" im
Fluorit dabei war, und demnach kann Tageslicht bereits schon ausreichend sein,
die Farbveränderung auszulösen?
Dann stand in Deinem letzten Beitrag, das wäre reversibel, also, kann man die
Farbveränderung eventuell "reparieren" und rückgängig machen, wenn ja, dann
wie?
Grüße
Axel
vandendrieschen:
--- Zitat von: Brodi69 am 26 Jan 25, 16:24 ---Hallo Zusammen
Nach langem musste ich wieder einmal mit meinem Büro umziehen. Dabei habe ich meine Bürovitrine entsorgt und meine Ausstellungsstücke wieder mit nach Hause genommen. Mit erstaunen stellte ich fest, dass meine Berbes-Fluorite vom Büro völlig andere Farben hatten, als meine Sammlungsstücke Zuhause. Noch mehr erstaunt war ich, als ich feststellte, dass dabei auch die Fluoreszenz verloren gegangen ist.
Dass sich Fluorit unter Wärme farblich verändert, kann man dem Mineralienportrait Fluorit entnehmen. Dass die Farbe auch ohne direktes Sonnenlicht verloren geht, war mir bislang nicht bekannt, aber ok, das hat nun Auswirkungen, denn auch mein Rosafluorit von der Grimsel im Wohnzimmer hat auch schon sein Rosa deutlich verloren. Die kommen nun alle in den Keller (Schade).
--- Ende Zitat ---
Keller wäre für mich keine Option. Wenn die ihre Farbe verlieren ist das so und ganz natürlich. Einfach ein Foto vom "Fundzustand" machen und dazu legen. Beim nächsten mal oder denen, die noch intesiv sind. Wenn die länger irgendwo gelegen hätten, wäre dir der Farbunterschied wohl auch nicht aufgefallen und es wäre ein blassrosa Fluorit. Oder hast du die selbst von Untertage geborgen?
Ich denke mal der Verlust der Fluoreszens hängt mit den Ionen und Atomen zusammen, die auch die Farbe dem Fluorit verleihen.
Brodi69:
Super, danke für die ausfühliche Antwort Martin :)
Zum Rückgängig gehe ich davon aus, dass es eine Bestrahlung bräuchte. Ich lasse meine aber so, das ist ein sehr anschauliches Beispielexemplar.
Merci
Grüessli
Christian
Lynx:
--- Zitat von: axl am 26 Jan 25, 19:26 ---Also grob gesagt, die Farbveränderung bei Christians Fluoriten von Berbes ist
darauf zurückzuführen, dass bei seinen Fluoriten "nichts stabilisierendes" im
Fluorit dabei war, und demnach kann Tageslicht bereits schon ausreichend sein,
die Farbveränderung auszulösen?
--- Ende Zitat ---
Ja, etwa. Zudem braucht es für das Bleichen nicht unbedingt UV: Sm2+ (grüner Fluorit) bleicht in grünem und rotem Licht (Beck 1996), also durchaus Tageslicht
Zum Thema "Rückgängig machen"
in einem der Beiträge auf mindat https://www.mindat.org/mesg-583008.html zeigt Adolf Cortel für Fluorit von Weardale reversibles Ausbleichen - der Prozess wird mit Licht einer anderen Wellenlänge rückgängig gemacht. Im Fall des Fluorits von Weardale wird aus Sm2+ beim Ausbleichen Sm3+ und bei der Umkehrung mit Licht anderer Wellenlänge wieder Sm2+. Bei letzterem Prozess wird das Elektron durch Licht aus einer Falle (einem geeigneten Defekt, eventuell z.B. Eu2+ oder so) wieder zurück auf das Sm3+ übertragen, woraus eben wieder Sm2+ wird....
Gebleicht - also Sm2+->Sm3+- wird durch 255nm (oder grün 532nm oder rot 690nm, Beck 1996), rückgängig gemacht, also Sm3+->Sm2+, durch UVA (360nm).
Für den violetten Fluorit von Berbes der rot luminesziert, könnte (wie Christian vermutet) eine Strahlungsquelle den Prozess umkehren. Die kann auch im Fluorit eingebautes U sein..... Etwas derartiges hatte ich an Fluorit von der Clara bzw. vom Huberstock (jeweils violett mit tiefroter Lumineszenz) gesehen - da ging die Umkehrung durch Warten mit Fluorit im Dunkeln. Möglicherweise klappt die Umkehrung mit UVC auch, da hatte ich auch Hinweise.
Gruß, Martin
------
Beck, W., Ricard, D., & Flytzanis, C. (1996). Evidence for electron trapping by Sm dimer and trimer centers in Sm doped CaF2. Applied physics letters, 69(21), 3197-3199.
Lynx:
P.S. Christian, stell doch Deine Fotos ins Lexikon und evtl mit kurzer Beschreibung direkt zur Mineralienseite von Fluorit?
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