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Gruß Chrisch
Da fällt mir eine kleine Anekdote eines österreichischen Faltersammlers ein, der seine Sammlung einem Museum vermachte. Auf dem Etikett stand so was wie "LH" als Abkürzung drauf. Recherchen der Museumsleitung verliefen immer wieder im Sande, da es keine Örtlichkeiten mit dieser Abkürzung gab. Bis eines Tages sich eine Freundin meldete, die eine Almhütte besessen hatte bei der der Sammler immer mal zu Besuch war. Es stellte sich heraus, dass er auf einem Misthaufen hinter einem Toilettenhäuschen, um denen sich seltene Falter tummelten, besammelte und diese mit Lieschen Häuschen "LH" beschriftete.
Wenn man ältere Sammlungen, besonders von Lokalsammlern sieht, ist man schon dankbar, wenn es da überhaupt ein Etikett gibt. Wenn man recherchiert heißt es "der hat immer nur vor Ort gesammelt" und dann stolpert man in Sachsen über einen marokkanischen Malachit. Andererseits, wenn das Etikett fehlt, heisst das nicht, dass das Material wirklich vom Wohnort oder aus der Nähe des Sammlers stammt. Und wenn auf dem Etikett "Freiberg/Sachsen", natürlich ohne Datum, steht, dann weiß man immer noch fast nichts.
Wer mal alte Sammlungen bearbeitet hat, der weiß, wieviel Arbeit die Unsitte der Kürzel macht, sie zu entschlüsseln, und dass man oft nicht mehr dahinter kommt, was gemeint ist und somit Wissen verloren geht.
Auch als ich mir mal eine Sammlung aus dem plauenschen Grund angesehen habe, war nichts dokumentiert.
Für den erworbenen Syenit mit Titaniten muss ich mir daher auch nochmal den genauen Fundort geben lassen. Sofern er selbst gesammelt ist oder der Besitzer den Original Fundort noch weiß.