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"Mykosenquarz" Biogen oder chemisch?

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Obelix:

Chemische oder biogene Ursachen für die Entstehung spinnwebartiger Inklusen im Quarz des Steinbruch Hohenlimburg?

Angeregt von Wilhelm ( Der Sauerländer), habe ich mich mit einem Artikel über die Forschungsarbeit zu Sauerländischen Quarzinklusen des Herrn Paul Hein befasst.

Herr Hein vertritt die Meinung, daß die spinnwebartigen Quarzinklusen ausschließlich auf chemische Prozesse zurückzuführen sind.
Hierzu schreibt er folgendes(Zitat aus dem Artikel):


"Das sind eindeutig biogene Strukturen, die von abgestorbenen Pilzen herrühren. Oder
etwa nicht? Die gängige Lehrmeinung sagt: Ja, man sieht hier mineralisch konservierte,
also versteinerte Pilzhyphen. Die Pilze ernährten sich in den dunklen Tiefen des Steins
von Kohlenstoffverbindungen und Eisen und kamen ohne Photosynthese aus. Paul Hein
jedoch ist skeptisch: „Auf den ersten Blick liegt es sehr nahe, diese Fadenstrukturen als
biogen zu deuten. Es spricht auch manches dafür. Aber ich bin inzwischen zu der
Überzeugung gelangt, dass sie komplett anorganisch entstanden sind.“ So kann dies vor
sich gegangen sein: Entlang der Korngrenzen innerhalb einer komplexen Kristallstruktur
(wahrscheinlich Calcit) bilden sich durch chemische Wandlungsprozesse erste feine
Röhrchen – die „erste Kapillarengeneration“, die bereits eine Netzstruktur hat. Eine
eisenhaltige Kruste kann sich bei ihnen nicht anlagern, weil die Lösungszufuhr versiegt.
Durch Austrocknung altern diese Kapillaren und verformen sich. Sie wirken in der Folge
als Kristallkeime für Quarzkristall, der um sie herum „schwebend“ heranwächst und den
Calcit nach und nach verdrängt. Hein hat mehrere Dünnschliffaufnahmen, auf denen man
diesen Vorgang anhand von Quarzwachstumszonen deutlich erkennen kann. Im Lauf der
Zeit umschließt der Quarz immer größere Bereiche des Kapillarennetzes, bevor sein
Wachstum durch äußere Einflüsse unterbrochen wird. Jetzt bildet sich die „zweite
Kapillarengeneration“ aus, mit einer Doppelwand: Das Calcit wird chemisch verdrängt,
wodurch sich die Kapillaren, die noch nicht vom Quarz umschlossen sind, erweitern. Eine
eisenhaltige Kruste kann sich anlagern und macht die Kapillarwände dicker – im
vorliegenden Beispiel sind es gelbbraune Goethitkristalle. Hier weiß sich Paul Hein einig
mit der Lehrmeinung: „Dass sich die zweite Generation rein anorganisch ausbildet, ist
unstrittig.“ Wächst der Quarz dann weiter, umschließt er schließlich auch die zweite
Kapillarengeneration."

Für mich sind das weitestgehend Böhmische Dörfer und ich kann die These nicht nachvollziehen.
Aber ich verfüge über ein paar Stufen vom Steinbruch Hohenlimburg, die eindeutig dafür sprechen, daß die klassische Lehrmeinung, diese Strukturen wären auf biogene Prozesse zurückzuführen , eindeutig bestätigen.

Es handelt sich um Phantomquarze, auf denen sich nach dem Ende der ersten Wachstumsphase  Calcite als skalendroedische Doppelender gebildet haben. Diese wurden offensichtlich in einem späteren Prozeß von Pilzmyzel überwachsenund davon regelrecht eingeschlossen.. Unter dem Bino kann man eindeutig erkennen, wie  einzelne Fasern von einer Kristallspitze , frei in der Lösung schwebend zur nächsten Spitze gewachsen sein müssen. Von einer Auflösungserscheinung des Calcit kann man auch nicht sprechen. Er ist vielmehr regelrecht konserviert worden.

Was meint Ihr? Kann sich Herr Hein weitere Forschungsarbeit sparen?

Anbei: 3 Belegfotos

Obelix:
Die 2 anderen Fotos:

berthold:
Hallo,

schwer zu sagen. "Eindeutig bigon" würde ich nur sagen, wenn ich irgendwo Zellstrukturen erkennen könnte. Kann ich anhand der Bilder nicht. Das muss deswegen aber nicht anorganisch sein, könnte aber.


--- Zitat ---Was meint Ihr? Kann sich Herr Hein weitere Forschungsarbeit sparen?
--- Ende Zitat ---

Im Gegenteil: Forschen, damit die Beweise ans Licht kommen, so oder so !

Gruß

Berthold

Obelix:
Zellstrukturen? Wie soll das gehen, wenn sich Eisenhydroxyd an feinste Pilzmyzelfasern ablagert, die sich dann aber völlig auflösen, wobei natürlich nur noch das Eisenmineral zurückbleibt.
Ich glaube da wird man vergeblich nach suchen.

Nur mal so als Beispiel als Unterstützung für diese These:

Vermutlich das Mineral Caledonit, was sich als Belag auf Moosfasern abgestzt hat. Gut zu erkennen, wie sich die Fasern teilweise aufgelöst haben und nun nur noch als Hülle erkennbar sind. so ähnlich wird sich das glaube ich auch bei der Pilzmyzel abgespielt haben.

berthold:
Hallo,

sagen wir: Die organische Substanz ist durch ein Mineral ersetzt worden. Dann stelle ich mir das nicht so vor, dass eine dünne Eisenmineralhülle irgendwie rumschwebt und dann innen und aussen in ein Mineral (hier Quarz) eingelagert wird. Nein, die biologische Substanz ist Zug-um-Zug ersetzt worden, eben mineralisiert. Dann sollte man aber eine Chance haben -normalerweise im Dünnschliff- irgendwelche Zellstrukturen zu finden.

Aus dem Bauch heraus würde ich eher zu mineralischer Bildung tendieren, aber wie gesagt, mehr Fakten (durch Untersuchungen) könnten Licht in die Sache bringen.

Gruß

Berthold 

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