Hallo zusammen,
seit wenigen Wochen ist eine neue Stacking-Software als Open Source auf Github verfügbar: "Open Galileo"
https://github.com/BrandonAntonioSeguraTorres/Open-GalileoNeben den beiden kommerziellen Platzhirschen Zerene Stacker
https://zerenesystems.com/cms/stacker (wie man an der GUI sieht, zumindest teilweise in Java programmiert...) und Helicon Focus
https://www.heliconsoft.com/heliconsoft-products/helicon-focus/ gibt es ja sonst nur die zumindest mich wenig überzeugenden Stacking-Funktionen in Bildbearbeitungsprogrammen wie Adobe Photoshop und Affinity Photo. Während Helicon für Windows und Mac verfügbar ist, existieren für Zerene Versionen für Windows, Mac und Linux. Meines Wissens verfügt aber einzig Helicon über eine GPU-Unterstützung und erzielt dadurch im Vergleich zu allen anderen Programmen bei entsprechend potenter Grafikkarte zum Teil um Potenzen niedrigere Rechenzeiten.
Im Bereich der kostenlosen und/oder Open-Source-Lösungen sind die bekannteren Programme das immer noch aktiv entwickelte Picolay
https://www.picolay.de/index.html und das schon seit über zehn Jahren nicht mehr gepflegte Combine ZP
https://github.com/Vincentdecursay/CombineZP/tree/main. Beide Programme sind ausschließlich für Windows verfügbar.
Also durchaus mal einen Blick wert, was denn mit dieser neuen Software geboten wird.
Der Entwickler stammt aus Argentinien und hat diese Software in Python entwickelt, die GUI wurde in Tcl/Tk realisiert.
Soweit erkennbar, wird zur Bildverarbeitung die OpenCV-Bibliothek benutzt, jedoch ohne GPU-Unterstützung.
Leider ist der erste Eindruck der Version auf englischer Sprache nicht sehr überzeugend, obgleich die Versionsnummer erst vor kurzem von 1.0 auf 1.2 erhöht wurde, was eigentlich eine halbwegs funktionsfähige Software impliziert...
Die Hilfetexte und einige Parameter sind nicht übersetzt, es gibt kein Handbuch und keine Hilfe-Funktion - selbst als halbwegs erfahrener Nutzer von Zerene und Helicon konnte ich mir einige Funktionen nicht erschließen. Zudem ist die Software ziemlich langsam, daher macht ein Herumspielen an den einzelnen Parametern wenig Freude!
Einen finalen Testlauf mit einem durchschnittlichen Stack von 120 Bildern im JPG-Format habe ich dann abrechen müssen, da von der OpenCV-Bibliothek nach 5min Rechenzeit ein "out of memory" gemeldet wurde und die Verarbeitung abbrach (Win 11, AMD Ryzen 5, 16GB ... eigentlich hat das bisher immer gereicht!).
Mein Eindruck - ambitioniertes Projekt, aktuell aber noch weit von "stabil und gut benutzbar" entfernt.
P.S. da die Software ja in Python und mit Tcl/Tk erstellt wurde, hab ich auch mal unter Mac OS getestet - das war frustrierend: die GUI war fast unbenutzbar, was aber eher der Tcl/Tk-Implemetierung unter Mac OS anzulasten sein dürfte. Zumindest aber lief das Programm - da ist also Potential für ein multi-Plattform-Tool.