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Vulkanisches Glas - Obsidian?

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Klaus Schäfer:
Hallo Tobias,

In unserer Region verbringen die Bauern gerne sogenannte "Thomasschlacke" (Thomasläuterungsverfahren für Stahl) auf den Feldern aus, da sie sehr phosphatreich ist. Die Hüttenbetriebe im Saarland verkauften dieses Nebenprodukt recht erfolgreich, nach dem sie es aus den Werkhallen gekehrt hatten. Im Prinzip sind diese Schlackepartikel aber recht kleinstückig, da sie beim Sauerstoff-Durchblasen der Stahl-Konverter wegspratzen. Dies bedingt eine Vergrößerung der Oberfläche, so daß der Phosphor bei der Verwitterung der Schlacke schneller in den Boden eindringen kann. Ich vermute, dass eine solche Bodenverbesserung durch Schlackepartikel auch in deiner Region ein Ziel der Landwirte gewesen sein könnte.

Wenn ich mit Schülern Achate sammeln gehen, werden diese "Pseudometeoriten" noch vor etwaigen Achatmandeln aufgesammelt. Sie sind schwarz, blasig und haben oft eine farbig irisierende Oberfläche. Das muss ja etwas Ausserirdisches sein. Die enttäuschend trockene Erklärung des Lehrers kann da mit der Phantasie kaum schritthalten.

Gruß von Klaus

steinfroilein:
Als Mitlesende Danke an Klaus für diese aufschlussreiche tolle Erklärung.

Von Thomasschlacke hatte ich noch nie gehört.
Interessant, wie und warum das eingeackert wurde/wird .... und irgendwann mal wieder an die Oberfläche gebracht wird.

Gruß
Ingrid

Bode:
Hallo

hier eine kurze Beschreibung und Schema des Thomas-Verfahren. Klaus hat es ja schon in einer super Kurzform erklärt.

Viele Grüße
Georg Bode

Schorsch:
 
Hallo,
Thomasschlake wird in Pulverform speziell im Weinbau auf Eisenarmen Böden als Dünger ausgebracht, gelößt ergibt es eine blutrote Brühe.
Das Pulver ist sehr schwer, was sich wohl unschwer erklären lässt. 

LG Schorsch

TobiC:
Nochmal ganz lieben Dank für diese ausführliche Beschreibung!!!

Meine Fundstücke sind allerding nicht wirklich klein, erst recht nicht gemahlen
Die großen Schlacken sind bestimmt 15-20 cm und die meisten faustgroß.

Inzwischen habe ich herausgefunden, dass es in der Fundumgebung eine Eisengießerei gab.
Da haben wir den Übeltäter.

Schön, dass es dieses Forum gibt.
Habe mich sehr über eure Antworten gefreut.

...auch wenn es keine besonderen Steine sind.

Wieder was gelernt.

Dankeschon und bis zum nächsten Fund.

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