Mineralien / Minerals / Minerales > Allg. Diskussionen Mineralien / General discussions minerals

Achat -Kaolin

<< < (2/4) > >>

McSchuerf:

--- Zitat ---Kann sich aus Chrysotil Kaolin bilden?, ...
--- Ende Zitat ---

Hallo Moni,

ich habe mal alle in Frage kommenden Seiten aus 'Klockmanns Lehrbuch der Mineralogie' zum Thema 'Kaolin-Serpentin-Familie', 'Kaolinit (Kaolin, ..) und zur 'Serpentin-Reihe' durchgelesen und habe darin leider keinen Hinweis finden können, der obige Frage zufriedenstellend beantwortet.

Fest steht nur für mich:
1. Für den Blätterserpentin = Antigorit (kommt übrigens auch zusammen mit dem violetten Stichtit von Dundas, Tasmanien vor) und für den Faserserpentin = Chrysotil liegt in beiden Fällen bereits eine Kaolinstruktur vor (mit 3 Drittel besetzten Oktaederplätzen!)

2. Durch Verwitterung des Serpentins entstehen die meisten der sonstigen, im Nachfolgenden des Klockmanns beschriebenen Glieder dieser Gruppe (z.B. Greenalith, Berthierin, Fraipontit (dieses Mineral fand ich z.B. auch selbst in Lavrion!), u.a.; außerdem entstehen Magnesit, Chalcedon und Opal.

Gruß Peter

Moni:
Hallo McSchuerf,

danke Dir für Deine Antwort.
Ja, ja, Chrysotil als auch Kaolin sind schon verwandt. Durch Einfluß von hohen Temperaturen spaltet Chrysotil H2O ab und es soll auch zur Bildung von Olivin oder auch Enstatit kommen (Laut Ullmann). Ich ziehe diese Ausage in Zweifel.

Ich denke aber, wir sind uns einig darüber, daß das Chrysotil, sprich also Asbest, als Feuerschutz eingesetzt wurde.
Und als feuerhemmendes Baumaterial hatte man es im konkreten Fall benützt, es sehr hohen Temperaturen (nehme um die 1000 bis 2000 grd C an) ausgesetzt und heute stellt sich die Frage: ist das nun Asbest oder was?
Ups, sollte eigentlich eine leichte Übung werden .... und spricht mein Ergebnis eindeutig: Kaolin.

Frage mich also verzweifelt: Was ist das passiert und wer oder was ist ggf. für die Umwandlung verantwortlich.

Naja, mals sehen, was die Fasern so machen ... ob noch lungengängig oder nicht und so muß ich wohl doch zu den REM-Kollegen.....

Gruß Moni
   

grauwacke:
Verwitterung zu Kaolin:
Kaolin ist ein hydroxylhaltiges Aluminiumsilicat. Daher können nur solche Minerale zu Kaolin verwittern, die Aluminium enthalten. Ein gutes Beispiel sind die Feldspäte, die z.B. in verwitterndem Granit bröselig werden, weil entlang Mikrorissen Kaolin oder andere Tonminerale, z.B. Illit, sich bilden. Eine Kaolinisierung von Achaten wäre nur möglich, wenn sie bereits aluminiumhaltige Silicate enthielten, und das tun sie ganz überwiegend nicht. Ich könnte mir aber vorstellen, daß der zitierte Autor eine Art Kreidung gemeint hat, bei der die Oberflächenschichten des dichten Chalcedons durch Auslaugung porös und damit weißlich und weich geworden sind.
Die erwähnte Umwandlung von Basalt in Tonminerale ist chemisch hingegen kein Problem.
Serpentin ist mit Kaolin verwandt, enthält aber üblicherweise höchstens Spuren von Aluminium. Die Verwitterung von Serpentin führt daher, wie McSchuerf schreibt, zu Magnesit, Chalcedon und Opal.
Serpentin ist temperaturbeständig, besonders Chrysotilasbest ist dafür bekannt. Bei den im Zementofen herrschenden Temperaturen von um die 1500°C zerfällt er trotzdem zu Forsterit und Enstatit. Es gibt darüber Patente. Auch Speckstein wandelt sich beim Glühen in Forsterit und Enstatit um. Das wußten schon steinzeitliche Handwerker: erst den weichen Stein schnitzen, dann im Feuer härten.
Zur Kaolinisierung in der Sammlung: Kaolinbildung aus z.B. Feldspäten benötigt Feuchtigkeit, die Abtragsraten in unserem mitteleuropäischen Klima liegen bei einigen hundertstel Millimetern pro Jahr. Und wenn man die Proben in der Sammlung nicht dauernd begießt, halten sie noch länger ...

Gruß
Grauwacke

Moni:
... und weil mir die ganzen o.g. Ausführungen mehr oder weniger bekannt sind, stolpere ich ja über das Problem.
Wir werden sehen, was die REM-Ana. hinsichtlich Zusammensetzung bringt.

Gruß Moni

grauwacke:
Moni,
bitte unbedingt die Analysenergebnisse (oder zumindest Schlußfolgerungen) reinstellen, es interessiert mich auch, was an Achaten denn noch bröseln kann. Ich stelle mir vor, es ist wie die kreidige Oberflächenschicht auf manchen Feuersteinen (selbst wenn die wirkliche Kreide abgewaschen ist), sie müßte aus SiO2 bestehen. Das dürfte dann auch kein galloppierender Prozeß sein wie etwa bei der Markasitverwitterung.

Gruß Grauwacke

Navigation

[0] Themen-Index

[#] Nächste Seite

[*] Vorherige Sete

Zur normalen Ansicht wechseln