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Autor Thema: Schleifen mit Winkelschleifer  (Gelesen 17067 mal)

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Offline Andreas-

Re: Schleifen mit Winkelschleifer
« Antwort #15 am: 15 Nov 05, 19:38 »
Woran es genau liegt, dass es zu Kratzern kommt, kann ich nicht sagen. Möglicherweise sind es wirklich Diamanten die aus dem Gummi rausbrechen. Dagegen wird man aber nichts machen können.
Bei mir geht es jedenfalls erst im Frühjahr mit dem Schleifen weiter. Werde dann von etwaigen Fortschritten berichten.

Offline Ralf

Re: Schleifen mit Winkelschleifer
« Antwort #16 am: 16 Nov 05, 07:41 »
Hier mal ein bisschen aus dem Nähkastchen ;)

Naßwinkelschleifer mit Pads funktionieren, keine Frage. Das Problem beim schleifen mit Diamant ist das Wasser. Zum einen braucht man es dringend wegen der Kühlung, klar. Zum anderen schwemmt es aber auch die sich beim schleifen bildende Paste weg. Das mag zwar auf den ersten Blick vorteilhaft erscheinen, ist es aber nicht.
Beim Schleifvorgang lösen sich permanent und unvermeidbar Diamantpartikel aus der Bindung. In der Paste schwimmen diese Partikel mit und werden mit der Zeit aufgerieben bzw. abgerundet ( Ähnlich wie bei einer Trommelmaschine ). Heißt, die Partikel verlieren zum einen Ihre Aggressivität, zum anderen puffert die Paste aber auch beim Schleifvorgang und verhindert einen übermäßigen Ausbruch weiterer Partikel. Die richtige dosierung des Wassers ist eine Frage der Erfahrung. Je mehr je besser ist jedenfalls falsch.

Nun liegt das eigentliche Problem in der Drehzahl der Maschine. Hohe Drehzahl heißt hohe Hitzeentwicklung heißt mehr Wasser heißt weniger Schleifpaste ( heißt auch viel mehr Sauerei  :D ). Um das Problem zu entschärfen gibt es drei Möglichkeiten:

1.) Die Drehzal der Maschine reduzieren um weniger Kühlung sprich Wasser einsetzen zu müssen.

2.) Statt Schleifpads verwendet man mineralische Schleifringe. Diese benötigen wesentlich weniger Wasser zur Kühlung und sind auch nicht teurer. Allerdings muß man dazu eine entsprechende Aufnahme an der Maschine haben. Auch hat man hier das Problem des Verkantens. Solche Ringe sollte man nur in Verbindung mit einer entsprechenden Maschinenhalterung verwenden ( Knickarm ). Dafür kann man diese Konstruktion auch in geschlossenen Räumen verwenden da sie viel weniger Sauerei verursacht. Man braucht dafür auch kein Ganzkörperkondom  ;D

3. ) Polieren. Kratzer aus einer Körnung < 500 kann man restlos wegpolieren. Allerdings nicht mit einem Winkelschleifer, da man hiermit nicht den notwendigen Druck erzeugen kann. Wer kann, sollte sich einen Schleifbock mit Filzpolierrad anschaffen. Stücke bis ca. 25 cm Durchmesser kann man darauf mühelos und kratzerfrei auf Hochglanz bringen. Wichtig ist das richtige Poliermittel ( Ceroxid ) und die richtige Anwendung. Das Poliermittel muß pastös sein, etwas dicker als Zahnpasta. Und man sollte vermeiden, während des Poliervorgangs frische Schleifpaste aufzubringen. Frische Paste ist nämlich aggressiver und verursacht zunächst Mikrokratzer. Diese entfernt man aber wieder wenn sich die Polierpaste während des Poliervorgangs abnutzt und ihre Aggressivität verliert. Bringt man zwischendurch frische Paste auf, muß man wieder von vorne anfangen. Ist das Werkstück so groß, das ein einmaliges Auftragen des Poliermittels nicht ausreicht, poliert man zunächst ein Segment der Größe, für das das aufgebrachte Poliermittel ausreicht. Dann das nächste Segment usw.

Alles das funktioniert aber nur, wenn man große Sorgfalt bezgl. der Säuberung nach jedem Schleifgang walten lässt. Ist ja klar.

Ach ja, noch ein Tip. Wenn man sich für die Anschaffung eines Schleifbocks zum Polieren entscheidet, sollte man einen mit durchgehender Achse wählen, so daß man an beiden Seiten Schleif- bzw. Polierkörper aufbringen kann. Auf die freie Seite montiert man eine Schleifscheibe mit ca. 60er Körnung. Damit schleift man als allererstes evtl. vorhandene Sägekanten weg. Diese sind nämlich Gift für die Pads und verkürzen deren Lebensdauer erheblich.

Und noch etwas für Warmduscher ( im wahrsten Sinne des Wortes  ;D). Wenn man die Möglichkeit hat, sollte man die Wasserzufuhr über eine Mischbatterie mit Warm- und Kaltwasser regeln. Es ist ein enormer Unterschied, ob man seine Finger und evtl. auch andere Körperteile ständig in 5 Grad oder in ca. 15 Grad kaltem Wasser badet. 15 Grad reicht zur Kühlung vollkommen aus.

Gruß
Ralf

Offline Krizu

Re: Schleifen mit Winkelschleifer
« Antwort #17 am: 16 Nov 05, 08:37 »
Hier mal ein bisschen aus dem Nähkastchen ;)

Naßwinkelschleifer mit Pads funktionieren, keine Frage. Das Problem beim schleifen mit Diamant ist das Wasser. Zum einen braucht man es dringend wegen der Kühlung, klar. Zum anderen schwemmt es aber auch die sich beim schleifen bildende Paste weg. Das mag zwar auf den ersten Blick vorteilhaft erscheinen, ist es aber nicht.
Beim Schleifvorgang lösen sich permanent und unvermeidbar Diamantpartikel aus der Bindung. In der Paste schwimmen diese Partikel mit und werden mit der Zeit aufgerieben bzw. abgerundet ( Ähnlich wie bei einer Trommelmaschine ). Heißt, die Partikel verlieren zum einen Ihre Aggressivität, zum anderen puffert die Paste aber auch beim Schleifvorgang und verhindert einen übermäßigen Ausbruch weiterer Partikel. Die richtige dosierung des Wassers ist eine Frage der Erfahrung. Je mehr je besser ist jedenfalls falsch.

Hallo Ralf,

hier kann ich Dir nicht voll zustimmen!
Synthetische Diamenten rollen sich rund ab, da bricht immer wieder eine neue Ecke raus. Die natürlichen Diamenten spalten wesentlich schneller und sind dann verloren.  Der Hauptverlust bei diesen weichen Materialien (<9) dürfte der Schlag sein.

Die bisherige Theorie beim Schleifen war:
Der gebundene Diamant schneidet (Hohnen) in Form feiner Kratzer Material raus. Hinter dem Diamanten bildet sich eine Tasche aus, die das Material aufnimmt und raustransportiert. Nur So bleibt der gebundene Diamant im Kontakt zum Material.

Im Gegensatz dazu steht das Läppen. In einer Art Paste rollen dioe Körner frei ab. Hier ist es wesentlic hdie Schmierfilmdicke (Öl oder Wasser) gut einzustellen. Grosse Maschinen sind Temperaturkontrolliert. Der kleine Mann macht es meist mit einer Fingerspitze Spülie. Auch hier stellen Diamanten eine Ausnahme dar. Die werden teilweise mit Weichmetallscheiben verarbeitet. Dort drücken sich die Diamnten rein.

Bei Gussscheiben ist es wichtig, dass Kugelgraphit im Spiel ist. Das ist wiederum die "Eimerförderung".

Aber beim Schleifen gibt es mehr als ein Prozessfenster!

MfG

Frank

Offline Ralf

Re: Schleifen mit Winkelschleifer
« Antwort #18 am: 16 Nov 05, 11:53 »
Hallo Frank,

ich kann nur aus meiner Erfahrung berichten. Hier geht es um Schleifpads, nicht um Gußscheiben o.ä.. Ich schleife seit einigen Jahren professionell und habe glaube ich einiges an Erfahrung. Fakt ist, das die richtige dosierung des zulaufenden Wassers eine extrem wichtige Rolle spielt. Zuviel Wasser gibt Kratzer ( und nimmt zudem weniger Material ab ), iss so. Zu wenig Wasser gibt zuviel Hitze und auch Kratzer ( und setzt die Scheibe zu ). Ob die Diamanten nun rund oder eckig brechen entzieht sich meiner Kenntnis, da bist Du sicher besser bewandert. Definitiv verlieren die Partikel an Aggressivität und der Schliff wird feiner, wenn man die richtige Schmiere hinbekommt.
Auf jeden Fall ist das schleifen mit Diamant nicht ganz einfach und bedarf einer steten Anpassung des Wasserzulaufs. Drum schleifen professionelle Schleifer in der Regel auch mit mineralischen Schleifköpfen. Das geht wesentlich einfacher und man erzielt einen besseren Schliff.

Gruß
Ralf


Offline Krizu

Re: Schleifen mit Winkelschleifer
« Antwort #19 am: 16 Nov 05, 12:49 »
ich kann nur aus meiner Erfahrung berichten. Hier geht es um Schleifpads, nicht um Gußscheiben o.ä.. Ich schleife seit einigen Jahren professionell und habe glaube ich einiges an Erfahrung. Fakt ist, das die richtige dosierung des zulaufenden Wassers eine extrem wichtige Rolle spielt.

Gebe ich Dir recht. Aber  ;) bei schnelllaufenden Maschinen hast Du eher das Problem das Wasser in den Spalt zu kriegen.

Zitat
Ob die Diamanten nun rund oder eckig brechen entzieht sich meiner Kenntnis, da bist Du sicher besser bewandert. Definitiv verlieren die Partikel an Aggressivität und der Schliff wird feiner, wenn man die richtige Schmiere hinbekommt.

Damit hast du aber nach allgemeiner Definition eher ein Läppen als ein Hohnen. Klar, dünnflüssige Pampe = kein tragender Film, Materialbruch; zu dicke Pampe = Schleifmaterial greift nicht durch.

Die Gusseisenscheibe steht ja auch eindeutig mit "im Gegensatz" bei mir  ::)

MfG

Frank
(der jahrelang Saphir geschliffen hat)

 

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