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Autor Thema: Hölzer mit Insektenfraß bzw. Pilzbefall  (Gelesen 19045 mal)

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Offline gnoisi

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Re: Hölzer mit Insektenfraß bzw. Pilzbefall
« Antwort #60 am: 09 Sep 20, 15:16 »
Hier noch ein sehr schönes Beispiel zum Thema Insektenfraß.
Ein dicotyles Holz, innen fast vollständig mit bis zu 2 mm Größe erreichenden Koprolithen ausgefüllt. Das Holzgewebe ist in diesem Bereich nur noch in "Fetzen" erhalten.
Mittleres Miozän der Columbia River Basalt Group, Washington, USA.
Grüße
Marian

Offline gnoisi

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Re: Hölzer mit Insektenfraß bzw. Pilzbefall
« Antwort #61 am: 09 Sep 20, 15:24 »
Und noch ein fossiles Gymnospermenholz in phosphatisch-karbonatischer Erhaltung aus dem Eozän von Californie, USA.
Die Gewebeerhaltung ist sehr gut. Borgänge von Teredo sind mit gelblichbraunem Calcit und z.T. auch marinem Detritus ausgefüllt.
Marian

Online oliverOliver

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Re: Hölzer mit Insektenfraß bzw. Pilzbefall
« Antwort #62 am: 14 Apr 21, 14:41 »
Auch interessante Spuren - aber von wem oder was? Insekten oder Pilz?? Oder eventuell eine Kombination aus beidem? Also Insektenspuren, die dann durch Pilzbefall "erweitert" wurden ???

Deutschland/Bayern/Mittelfranken, Bezirk/Neustadt a.d. Aisch-Bad Windsheim, Landkreis/Rüdisbronn
Hölzer mit Insektenfraß bzw. Pilzbefall
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Hölzer mit Insektenfraß bzw. Pilzbefall

Offline felsenmammut

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Re: Hölzer mit Insektenfraß bzw. Pilzbefall
« Antwort #63 am: 15 Apr 21, 06:36 »
Glück Auf!

derartige achsenparallele Hohlformen sind auch in den Lausitzer und Böhmischen Hölzern anzutreffen. Sinnvoll deutbare Konturen oder Strukturen fehlen, zumal die Hohlräume häufig mit grobkristallinem Quarz ausgekleided oder ausgefüllt sind. Den Spuren holzfressender Fauna nach zu urteilen, kümmert die sich wenig um die Faserrrichtung. Pilzbefall zeigt zwar eine bevorzugte Ausbreitung in Richtung Schwachstellen und hat damit auch einen Hang, der Faserrichtung zu folgen, ist mir aber noch nicht so ausgeprägt selektiv und kleinräumig begegnet. Was nicht zu unterschätzen ist, sind Hohlräume durch Deformation. Diese sind aber meist eckiger und orientieren sich an den bevorzugten mechanischen Schwachstellen in radialer Richtung und Umfangsrichtung. Schrumpfung durch Wasserverlust oder Inkohlung vor der Verkieselung können auch Risse und langlochartige Hohlräume hinterlassen. Danach sehen die Löcher in dem vorangegangenen Beitrag nicht aus. Eine weitere Beobachtung sind Harztaschen. Bei manchen Hölzern scheinen gerade diese Harztaschen besonders chalcedonig/massig/dicht verkieselt zu sein, während der Rest etwas porösere/gröberes Gefüge aufweist. Es scheint aber auch das Gegenteil zu existieren, dass die Harztaschen nicht verkieselt wurden und das Harz einfach ersatzlos zersetzt wurde. Diese Beobachtung lässt schlussfolgern, dass Unterschiede im Umwandlungsprozess von Holz oder Harz zu SiO2-Modifikationen sowohl im chemischen als auch im zeitlichen Rahmen möglich sind. Da bleibt dann Spielraum für Deutungen der gefundenen Konturen.

Hier mal ein anderes Beispiel mit Löchern:
Ungarn/Borsod-Abaúj-Zemplén, Komitat/Gönc, Kreis/Arka
Hölzer mit Insektenfraß bzw. Pilzbefall


Mit freundlichen Grüßen

Das Felsenmammut
« Letzte Änderung: 15 Apr 21, 06:42 von felsenmammut »

Online oliverOliver

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Re: Hölzer mit Insektenfraß bzw. Pilzbefall
« Antwort #64 am: 15 Apr 21, 11:12 »
Zitat
Da bleibt dann Spielraum für Deutungen der gefundenen Konturen

Genau so ist es - einerseits problematisch, weil unklar, andererseits aber auch sehr spannend .....  :D

Die "Löcher" an dem ungarischen Holz würde ich aber nicht mit jenen am Stück von Rüdisbronn vergleichen wollen. Beim ungarischen befinden sich die wenigen Hohlräume immer an "Verkieselungsgrenzen" / alten (z.T. ausmineralisierten) Rissen - hier vermute ich am ehesten, dass sie postsedimentär bzw. im Zuge der Diagenese entstanden sind (die von dir angesprochene Deformation).

Bei Rüdisbronn hingegen sind die Hohlräume annähernd entlang der Zuwachszonen orientiert (also +/- konzentrisch), und sind auffälligerweise in Richtung ehemalige Achsen-Außenseite klein, aber dicht angeordnet, und werden in Richtung ehemaliges Zentrum deutlich weniger, in diese Richtung aber dafür zusehend größer. Hier steht also eine gewisse Regelmäßigkei dahinter, die eine rein zufällige postsedimentäre Entstehung m.E. doch recht unwahrscheinlich macht. ich vermute da schon irgendeine Art von "Zersetzung" zu einem Zeitpunkt (bzw. während einer Zeitspanne), als das Stück noch als Holz vorlag, und noch nicht mineralisiert war.

Das mit den Harzkanälen/Harztaschen ist aber ein interessanter Ansatz (auch bezüglich der Anordnung), der mir (allerdings bei einem anderen Stück, von dem ich aber keine Fotos habe und das verpackt in irgendeiner Kiste liegt) auch schon mal in den Sinn gekommen war .....
« Letzte Änderung: 15 Apr 21, 21:05 von oliverOliver »

 

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