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Autor Thema: Frage zur Präparation  (Gelesen 3797 mal)

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Offline Wegschmeißit

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Frage zur Präparation
« am: 07 Mar 12, 10:07 »
Hallo.

Ich war am Wochenende im Muschelkalksteinbruch Vahlbruch sammeln.
Dabei habe ich diesen Ammoniten (?) aufgelesen.
Jetzt habe ich versucht die Kruste abzubekommen, leider erfolglos.
Habt ihr einen Tip wie ich das einigermaßen wegbekomme?
Hat übrigens einen Durchmesser von 9,5 cm.

Glück Auf
Dirk
« Letzte Änderung: 07 Mar 12, 10:18 von Wegschmeißit »

Offline triassammler

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Re: Frage zur Präparation
« Antwort #1 am: 07 Mar 12, 12:10 »
Hallo Dirk,

das ist ein Ceratit, also ein Ammonit im weiteren Sinne.
Ceratiten sind vergleichsweise schwer zu präparieren. Als Erstes gilt: Ceratiten haben meist zwei verschieden gut erhaltene Seiten - die besser erhaltene Seite, die man bevorzugt präparieren sollte, ist fast immer die, die noch fest und tief im Gestein steckt, während die, die nur dünn mit Gestein überzogen ist, sich später meist als mäßig erhalten herausstellt.

Einen Teil der äußeren Windungen kann man ggf. vorsichtig mit kleinem Hammer und feinem Meißel von anhaftendem Gestein befreien. Dabei aufpassen, dass Rippen und Dornen nicht beschädigt werden oder abplatzen. Je weiter man nach innen kommt, umso schlechter trennt die Matrix vom Fossil. Ohne Profiausrüstung und ordentlich Erfahrung im Präparieren von Ceratiten sollte man nun aufhören, da man mit herkömmlichem Werkzeug eigentlich nur noch Schaden anrichten kann.
Profis tasten sich in den nicht trennenden Bereichen mit Druckluftsticheln verschiedener Größe und Stärke anhand von Farb- und Strukturunterschieden durch das Gestein zum Fossil vor. Dazu gehört auch eine gute Kenntnis der genauen Gehäuseform der jeweiligen Ceratitenart. Unerfahrene Präparatoren können hierbei unbeabsichtigt große Löcher in das Fossil sticheln.
Auch beim Profi entstehen trotz aller Sorgfalt immer wieder kleine weiße Stichelmacken auf dem Fossil, diese werden bei Bedarf zum Schluss vorsichtig durch nur sekundenlanges, punktuelles Einwirken von sehr stark verdünnter Säure (Salz-/Essig-/Ameisensäure) so gut es geht unsichtbar gemacht.

Die Präparation von Ceratiten kann eine echte Mühsal sein. Es wird deswegen immer wieder gefragt, ob man die langwierige mechanische Präparation ggf. auf chemischem Wege mit Säuren oder Laugen abkürzen kann. Kann man nicht.

Dem Foto nach hat Dein Fund eher Belegcharakter, er scheint auch verdrückt zu sein. Ich würde da nicht unendlich viel Zeit und Aufwand in die Präparation stecken. Also erst mal mit den Außenwindungen anfangen und dann sehen, wie es sich so anlässt.

Gruß,
Rainer

Offline Wegschmeißit

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Re: Frage zur Präparation
« Antwort #2 am: 07 Mar 12, 12:59 »
Hallo.

Vielen Dank für die ausführliche Antwort. Daß das ganze mühselig wird habe ich schon gemerkt.
So bleibt mir also nur der Weg mit dem Meißel.
Da weiß ich ja was ich zu tun habe.  ;D

Glück Auf.

Dirk

P.S. Habe beim googlen das hier gefunden: http://www.steinkern.de/index.php?option=com_content&task=view&id=489&Itemid=157

Das werde ich dann mal ausprobieren
« Letzte Änderung: 07 Mar 12, 13:06 von Wegschmeißit »

Offline Jörg

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Re: Frage zur Präparation
« Antwort #3 am: 07 Mar 12, 21:22 »
Hallo Dirk,

ich kenne das Problem mit den Ceratiten aus Vahlbruch auch. Brauche im Durchschnitt 3 Std. für eine halbwegs brauchbare Freilegung. Habe aber schon einige dabei zerlegt, weil es mir nicht schnell genug ging. Kann dem was Rainer geschrieben hat nur zustimmen; die inneren Windungen sind fast unmöglich zu präparieren.
Übrigens war mein Opa einer der ersten, die nach dem I. Weltkrieg den Steinbruch mit aufgebaut haben. Damals soll die "Grube" um die 2 Meter tief gewesen sein. Wenn Du also seine alte Butterbrotsdose findest, die soll er mal vergessen haben ...

Glück Auf!
Jörg

Offline triassammler

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Re: Frage zur Präparation
« Antwort #4 am: 08 Mar 12, 00:08 »
Hallo Dirk,

P.S. Habe beim googlen das hier gefunden: http://www.steinkern.de/index.php?option=com_content&task=view&id=489&Itemid=157
IMHO ist das eine Anleitung, wie man es machen kann, aber nicht unbedingt machen sollte. Der Autor schreibt selbst, dass der Dremel die Oberfläche des Fossils deutlich aufgerauht hätte.

Spannend - auch an unvollständigen Ceratiten - kann "Beifang" sein. Dies können Schlangensterne sein, die in der Wohnkammer verschüttet wurden und nun auf der Außenseite des Gehäusesteinkerns sichtbar sind, oder die organischen Kieferwerkzeuge der Ceratiten, die als hauchdünner kohliger Film überliefert sein können. Mit dem Dremel ist das alles schnell weg, meist ohne dass man es überhaupt bemerkt.

Aber für den ersten Präparationsversuch und ein nur mittelmäßig erhaltenes Exemplar ist der Dremel sicher kein Drama, man sollte es sich nur nicht zur Gewohnheit machen.

Gruß,
Rainer

 

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