Hallo Dirk,
das ist ein Ceratit, also ein Ammonit im weiteren Sinne.
Ceratiten sind vergleichsweise schwer zu präparieren. Als Erstes gilt: Ceratiten haben meist zwei verschieden gut erhaltene Seiten - die besser erhaltene Seite, die man bevorzugt präparieren sollte, ist fast immer die, die noch fest und tief im Gestein steckt, während die, die nur dünn mit Gestein überzogen ist, sich später meist als mäßig erhalten herausstellt.
Einen Teil der äußeren Windungen kann man ggf. vorsichtig mit kleinem Hammer und feinem Meißel von anhaftendem Gestein befreien. Dabei aufpassen, dass Rippen und Dornen nicht beschädigt werden oder abplatzen. Je weiter man nach innen kommt, umso schlechter trennt die Matrix vom Fossil. Ohne Profiausrüstung und ordentlich Erfahrung im Präparieren von Ceratiten sollte man nun aufhören, da man mit herkömmlichem Werkzeug eigentlich nur noch Schaden anrichten kann.
Profis tasten sich in den nicht trennenden Bereichen mit Druckluftsticheln verschiedener Größe und Stärke anhand von Farb- und Strukturunterschieden durch das Gestein zum Fossil vor. Dazu gehört auch eine gute Kenntnis der genauen Gehäuseform der jeweiligen Ceratitenart. Unerfahrene Präparatoren können hierbei unbeabsichtigt große Löcher in das Fossil sticheln.
Auch beim Profi entstehen trotz aller Sorgfalt immer wieder kleine weiße Stichelmacken auf dem Fossil, diese werden bei Bedarf zum Schluss vorsichtig durch nur sekundenlanges, punktuelles Einwirken von sehr stark verdünnter Säure (Salz-/Essig-/Ameisensäure) so gut es geht unsichtbar gemacht.
Die Präparation von Ceratiten kann eine echte Mühsal sein. Es wird deswegen immer wieder gefragt, ob man die langwierige mechanische Präparation ggf. auf chemischem Wege mit Säuren oder Laugen abkürzen kann. Kann man nicht.
Dem Foto nach hat Dein Fund eher Belegcharakter, er scheint auch verdrückt zu sein. Ich würde da nicht unendlich viel Zeit und Aufwand in die Präparation stecken. Also erst mal mit den Außenwindungen anfangen und dann sehen, wie es sich so anlässt.
Gruß,
Rainer