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Weichteilerhaltung bei Ammonoidea
ceratit:
Hallo Michael,
A. H. Müllers Arbeit stammt aus dem Jahre 1969 und wurde niemals von anderen Wissenschaftlern aufgegriffen.
Seither ist sehr viel Wasser den Bach runtergeflossen, und wenn sich seine "Vermutung" bewahrheitet hätte wäre die Ceratitenforschung um einiges weiter.
Diese Publikation ist mehr im Bereich Fabeln, oder Wunschdenken anzusiedeln!
@Bernd: Die Ceratitenmundwerkzeuge würde ich eher als "Hart", denn als "Weich"teile bezeichnen.
Desöfteren befindet sich bei Ceratiten eine Fehlstelle zwischen Wohnkammer und Phragmokon, die als Lage von Weichteilresten in der Wohnkammer bei der Sedimentverfüllung interpretiert werden. Dabei sind die Weichteile aber auch nicht erhalten, sondern hinterlassen im Steinkern nur ein Loch.
Muskelansatzstellen auf Ceratiten- und Nautilidensteinkernen des Oberen Muschelkalks sind auch keine Seltenheit, aber die Muskeln selbst konnten fossil überliefert jedoch bis dato nicht nachgewiesen werden.
Gruss
Oliver
zibbi:
Wenigstens ist einer auf dem Boden geblieben. ;D
Zuercherella:
Hallo zusammen,
unter "Weichteilerhaltung" verstehe ich nicht den glibberigen Überrest eines Tentakels ;). Alle Spuren, die Hinweise auf die Anatomie und Beschaffenheit des Weichkörpers geben, machen das Tier "Ammonit" für uns greifbarer. Ob das nun Schleifspuren der Tentakel in den Solnhofener Kalken oder die von Müller und anderen beschriebenen Spuren sind, sie alle fügen sich mehr und mehr zu einem Gesamtbild zusammen. Ohne das Beachten solcher Hinweise würde man die Ammonoideen sicher immer noch nah an die Nautiloideen stellen, was nach einhelliger Meinung wohl nicht richtig ist.
Oliver: Müller zeigt recht anschauliche Fotos, ob ich das generell als Fabel bezeichnen würde, weiß ich nicht. Es gibt zahlreiche Autoren, die Weichkörperüberreste beschreiben, wieso sollten ausgerechnet Müllers Thesen falsch sein?
Joachim: wissenschaftlich korrekt sind es keine Fakten, nenne es halt Thesen (auch ein deutlich sichtbarer Tentakel bliebe eine These).
Viele Grüße
Michael
Joachim:
Hallo Michael
Stelle doch mal die Bilder von Müller hier ein ;)
Wenn diese Thesen auch nur annähernd bestand hätten,wären sie in späteren Wissentschafftlichen Puplikationen aufgetaucht.
Dem ist aber leider nicht so.
Schau alleine mal bei den Fastigaten Ceratiten die Müller beschreibt.
Da wird von Mutationen usw. geredet!
Die Erkenntnis das es sich hierbei um Phatologische Formen handelt,setzte sich auch erst die letzten Jahre durch.
Nicht weil die damals keinen Ahnung hatten sondern weil es ihnen ganz einfach an genügend Belegmaterial gefehlt hat um solche Schlussfolgerungen zu ziehen.
Siehe mal bei Wenger wieviel Materal an Fastigaten Ceratiten ihm zur verfügung standen.
Das waren etwa 20 Exemplare an denen er Europaweit herankam.(incl Altfunde)
Alleine die letzten 10 Jahre habe ich über 60 Fastigate Ceratiten in meine Sammlung hinzubekommen.
Andere Annomalien gar nicht mitgezählt.
Es gibt auf dem Gebiet noch viel zu erforschen. :D
Gruss Joachim
Zuercherella:
Hallo Joachim,
Du hast völlig recht, es gibt noch sehr viel, was nicht bekannt ist. Umso schöner, dann gibt es auch noch viel zu entdecken :).
Die Bilder von Müller werde ich mal scannen.
Zu Mutationen etc.: es gibt so viele Erkenntnisse, die sich in den letzten Jahren neu ergeben haben, da sind die "Mutationen" ein gutes Beispiel. Müller hat auch "nur" ein Lehrbuch und keine wissenschaftliche Abhandlung geschrieben, daher gibt das, was ich beschrieben habe, nur einen kleinen Auschnitt des damaligen Standes der Forschung wieder. Er war auch beileibe kein Ammonitenspezi, eher ein Allrounder. Vielleicht kommt man mal an die Originale der beschrieben Arbeiten und kann sich ein eigenes Bild machen (was heutzutage dank Internet meiner Meinung nach viel zu wenig gemacht wird, wenn Publikationen neu aufgesetzt werden).
Viele Grüße
Michael
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