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Ettringit - Beton?

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cordes:
Wer war zuerst da, das Ei oder die Henne. Auf dem Bild, was war zuerst da, der Ettringit oder der Quarz. Auf dieser Stufe sind mehrere sehr kleine schwebende Quarz-Doppelender von  Ettringitnadeln umgeben.
Leider kann ich keine bessere Aufnahme machen.  Auf dem Quarz kann ich leider keine Eindringunsspuren von Ettringit entdecken, ich kann mir von dem großen Brocken, in dem der Ettringit war, kaum Betoneinflüsse vorstellen.
Die Aussage, dass Ettringit nur magmatisch sein kann, ist ja schon lange wiederlegt.
Cordes

TKMineral:
Hallo!

Hört sich interessant an , aber in der Nähe des Brockens kann ja Beton gewesen sein


--- Zitat ---Die Aussage, dass Ettringit nur magmatisch sein kann, ist ja schon lange wiederlegt.
--- Ende Zitat ---
, das stimmt , der Ettringit kommt desweiteren als Schlackenneubildung vor (Concordiahütte bei Eschweiler oder Dillinger Hütte , Saarland), sowie in den Kalahari Erzfeldern in Südafrika

Gruß

TK

smoeller:
Hallo,

Ettringit ist ja auch in der Eifel eigentlich nicht magmatisch gebildet, sondern kontaktmetamorph in Mergeln und tonigen Kalksteinen, die in die Magma gefallen sind. Meines Wissens ist der Ettringit der Grube Clara immer auf Betoneinfluß zurückzuführen. Calcium-Minerale ausser dem schwerlöslichen Fluorit sind in der Paragenese der Clara eher selten, wenn auch primärer Calcit und Apatit gelegentlich vorkommen.
Die einzige Möglichkeit außer der Betonneubildung beim Ettringit wäre eine tiefhydrothermale Zersetzung des Fluorites oder von Ca-Carbonatadern unter Anwesenheit von Sulfat-Anionen. Unter den Bedingungen wäre aber die Bildung von Gips wahrscheinlich. Zudem kommt hinzu, dass Ettringit als jüngste Bildung sogar Goethit/Limonit, der mit Sicherheit gelförmig aus kaltem Wasser abgeschieden wurde, also ein echtes Sekundärmineral ist, überwächst. Das Wasser muss zum Zeitpunkt der Ettringitabscheidung basisch gewesen sein, sonst entstünde Gips. Die Bedingungen sprechen insgesamt gegen eine Bildung von Ettringit ohne den Betoneinfluss.
Die Entfernung ist kei Argument: Wir sprechen hier von einer wässrigen Lösung, die sofern Wegsamkeiten (Risse(auch mikroskopisch feine Sprengrisse) , Klüfte,Spalten oder Drusensysteme vorhanden sind, sehr schnell fließen kann. Da sind ein paar Meter in wenigen Minuten zurückgelegt.
Was den Quarz anbelangt: Es gibt in der Clara auch sehr junge Quarze, die z.T. mit Sekundärmineralen zusammen verwachsen sind. Aber ich denke, der ist irgendwie bei der bergung auf den Ettringit gefallen.

smoeller

Uwe Kolitsch:
"Es gibt in der Clara auch sehr junge Quarze, die z.T. mit Sekundärmineralen zusammen verwachsen sind. Aber ich denke, der ist irgendwie bei der bergung auf den Ettringit gefallen."

Korrekte Feststellung von smoeller.  Kleine Quarzkristalle können auch bei Temperaturen unter 10-20 Grad wachsen, wenn die Bildungsbedingungen stimmen.

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