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Der sächsische Bergbau geht vermutlich wieder los

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Manganit:
Hier ist die Textversion des Plusminus-Beitrages (Quarzhai's post):
http://www.daserste.de/plusminus/beitrag_dyn~uid,h4by8qf2jybws8um~cm.asp

Rückschau: Gold, Kupfer und Co
Wo jetzt bei uns das Graben lohnt
ARD Plusminus Fernsehbeitrag vom 09.11.2010

Plusminus auf Schatzsuche in Deutschland: Rohstoffe sind begehrt wie nie, denn in der Industrie wird es eng. Und Rohstofffantasien blühen jetzt in der ganzen Republik.
Zum Beispiel Flussspat im Erzgebirge. Prof. Wolfgang Schilka ist Geschäftsführer der Erzgebirgischen Fluss- und Schwerspatcompagnie Geos GmbH: "Für 13 Millionen Euro im Jahr wollen wir hier Umsatz machen.“ Oder Kupfer in der Lausitz. Thomas Lautsch, Geschäftsführer der Kupferschiefer Lausitz GmbH weiß: "Unter unseren Füßen haben wir einen Wert von zehn Milliarden Euro liegen.“ Und Öl in Bayern. Thomas Gutschlag, Finanzvorstand Deutsche Rohstoff AG erzählt: "Wir rechnen damit, dass wir hier drei Millionen Barrel fördern können, das wären nach heutigem Preis etwa 200 Millionen Euro.“ Denn auch in Deutschland gibt es Bodenschätze, Rohstoffe wie Minerale, Metalle, Öl und Gas.

Unsere erste Station ist Niederschlag im Erzgebirge. Auch Professor Wolfgang Schilka Geologe und Geschäftsführer der Erzgebirgischen Fluss- und Schwerspatcompagnie ist im Rohstoff-Fieber. Über drei Millionen Tonnen Flussspat schlummern hier. Eine 1000 Meter lange Rampe muss in den Berg, das kostet zwölf Millionen Euro. Doch es lohnt sich, meint Prof. Wolfgang Schilka: "Wir haben für die Wirtschaftlichkeitsanalyse den Durchschnittspreis der letzten zehn Jahre genommen. Wenn wir diesen Preis für die nächsten Jahre halten schreiben wir ohne Schwierigkeiten schwarze Zahlen und im Moment liegen wir weit, weit über diesem Durchschnitt.“

Deutschland im Rohstoff-Rausch

Der Preis für Flussspat ist in den letzten drei Jahren um 50 Prozent gestiegen. Kein Wunder, denn Kernindustrien wie Stahl können nicht ohne. Außerdem steckt er in Beschichtungsmaterialien wie Teflon und Gore-Tex. Das Vorkommen in Niederschlag ist schon lange bekannt. Aber aufgrund der hohen Rohstoffpreise werden jetzt einst unrentable Schächte zu Goldgruben. 135 000 Tonnen pro Jahr sollen im Erzgebirge abgebaut werden.

Deutschland im Rohstoff-Rausch die Weltmarktpreise und der weltweite Bedarf machen es möglich. Wir fahren weiter nach Spremberg in der Lausitz. Bürgermeister Klaus-Peter Schulze begutachtet seinen Schatz. In 1000 Meter Tiefe liegen hier rund 1,5 Millionen Tonnen reinen Kupfers. Hinzu kommen Gold und Silber. Zehn Milliarden Euro soll das Vorkommen unter seinen Füssen wert sein. Davon sollen zwei Drittel in der Region bleiben.

Der Bürgermeister im Kupfer-Fieber: "Einmal sind es die Arbeitsplätze, zweitens wird sich die Kaufkraft der Stadt positiv entwickeln, drittens haben wir ein demografisches Problem. Die Bevölkerungsentwicklung wird eine andere sein, vor allem werden viele junge Menschen hierher kommen um diese attraktiven Arbeitsplätze zu besetzen.“ Kupfer ist aufgrund seiner hohen Leitfähigkeit eines der Metallrohstoffe, Auto fahren und Elektrotechnik ohne Kupfer undenkbar.

In einer Halle auf einem alten Industriegelände in Spremberg lagert die Zukunft der Stadt, die Ergebnisse der Probebohrungen. Ihr Wert beträgt rund zehn Millionen Euro. Thomas Lautsch ist bei der Bestandsaufnahme. Der Preis für Kupfer aber auch die Technik macht es möglich wirtschaftlich zu arbeiten: "Der Einsatz von Computern hat die Produktivität auch im untertätigen Bergbau stark erhöht, so dass man Lagerstätten abbauen kann, die vor 30 Jahren undenkbar waren.“

Das Ausland greift zu

Deutsche Rohstoffe sind sogar im Ausland begehrt: Nicht deutsche Firmen haben sich das Kupfer in Spremberg gesichert, die Investoren kommen aus Südamerika und den USA. Das hat die deutsche Industrie jahrelang vernachlässigt. Damit Rohstoffe in deutschen Unternehmen nicht knapp werden, dafür gibt es jetzt die Rohstoffagentur der Bundesregierung. Denn Rohstoffe sind heute auf dem Weltmarkt hart umkämpft. Viele Länder wie China, die früher nur Rohstoffe lieferten, verbrauchen sie jetzt selbst, erklärt Volker Steinbach von der Deutschen Rohstoffagentur (bei der BGR): "Das spüren heute unsere rohstoffverarbeitenden Unternehmen. Die Rohstoffe werden knapp auf dem Weltmarkt. Deshalb wollen wir mit der deutschen Rohstoffagentur diese Unternehmen unterstützen, ihre Lieferketten, ihre Lieferverträge, ihre Bezugsquellen zu diversifizieren. Damit unsere Unternehmen auch in den nächsten Jahren mit Rohstoffen versorgt sind.“

In Heidelberg hat die Deutsche Rohstoff AG schon länger erkannt, dass Rohstoffe Made in Germany ein lukratives Investment sind. Thomas Gutschlag checkt die Kurse. Die heimische Schatzsuche ist ein gutes Geschäft: Hier kann jeder Anleger mitverdienen: Der Kurs der Rohstoff AG liegt seit Börsenstart 30 Prozent plus. Das Geschäftsmodell lautet alte Lagerstätten neu entdecken und Abbaulizenzen von den Ländern kaufen. Der Finanzvorstand schildert das Projekt: "Es gibt in Deutschland ganz viel und ganz interessante Vorkommen und manche Dinge die es woanders gar nicht gibt zum Beispiel Zinn. Da sehen wir sehr große Chancen und wir sind auf der anderen Seite ein rechtlich und politisch sehr stabiles Land. Das ist gerade im Rohstoffsektor sehr wichtig.“

In Bedernau im stabilen Bayern hat sich die Rohstoff AG die Rechte für die Ölförderung gesichert - Öl im Wert von 200 Millionen Euro. Schon Anfang nächsten Jahres soll es wieder sprudeln. Deutschland ein Öl-Staat? Gutschlag blickt weit voraus: "Mit neuer Technologie und mit höheren Preisen kann es eine weitere Phase des Ölbooms in Deutschland geben.“

Deutschland hat keine Rohstoffe im Überfluss, aber bei weltweiter Verknappung und damit steigender Rohstoffpreise lohnt es sich wieder die Schätze im eigenen Land zu heben. Glück auf!

Autor: Jacqueline Dreyhaupt

Manganit  [Hinweis: Ich habe hier nur kopiert, was die ARD da hineingestellt hat und uebernehme keine Verabtwortung fuer den Inhalt]

Jochen1Knochen:
Hallo!
Was wird uns das alles als Sammler nützen?
Der Kupferbergbau wird wohl schon untertage ausgelaugt werden,Öl können wir uns nicht in die Sammlung stellen und in Niederschlag wollte mal einer ein Foto vom Stolleneingang machen und das ist Ihm verboten worden.
Schade ,daß mich damals der Zoll in Niederschlag erwischt hat als ich einen der drei Stollen öffnen wollte.Da habe ich die Sache abgeblasen.Ein Stollen war aber bereits offen und das Gebirge dort ist der Teufel!
Da fallen zimmergroße Blöcke runter.Ist viel zu sehr zerklüftet das Gestein.Die brauchen etliches an Zement um das Gebirge zu stabilisieren.Sollten die Drusen finden,werden die bestimmt verkauft.Denke mir mal,daß die nicht billig werden.Die müssen schließlich kostendeckend arbeiten.
Selber sammeln dort? Wird wohl ein Traum bleiben.
Gruß Jens

geomueller:
Hallo alle,
 gerade gefunden:
"Freiberg/Dresden. Der Silberbergbau in Deutschland könnte eine Renaissance erleben. Das Sächsische Oberbergamt hat jetzt einem Unternehmen drei sogenannte Bergbauberechtigungen zur Erkundung von Silbererzvorkommen erteilt, gab das Wirtschaftsministerium am Dienstag (21.12.2010) in Dresden bekannt. Sie betreffen alle Orte im Erzgebirge, wo der Silberbergbau im 12. Jahrhundert seinen Anfang nahm."

Im Sachsenspiegel (MDR Fernsehen) klang das etwa so:

"Das sächsische Oberbergamt Freiberg hat heute einem Espenhainer Unternehmen die Genehmigung zur Erkundung von Silbervorkommen in den drei Orten Aue, Wolkenstein und ? (den dritten Ort habe ich nicht richtig verstanden :-[) erteilt."

Nun kann sich jeder selbst seine Meinung darüber bilden, für mich ist eine der vielen Nachrichten über ein erhofftes neues Berggeschrey die bald wieder im Sande verlaufen wird.


Gruß Jürgen

fassi:
Von schneeberg und  irgendeinen ort bei Freiberg war die Rede  ;)

Naja - man kann ja schon mal Bewerbungen schreiben - falls man in 20 Jahren noch bergmann sein will

Jochen1Knochen:
Hallo Jürgen!
Eins ist Fakt!Die Menschheit braucht Metalle!Alles wird teurer,deshalb sehen die Firmen Profit!
Alles wird teurer-auch die Gewinnungskosten!
Wünschenswert ist es auf jeden Fall,wenn sich die Wirtschaft für vergessene Erze interessiert.Die Menschen der Bergbauregionen finden das sicherlich nicht unangenehm.Viele hoffen auf eine weitere Bergbauzukunft!
Da spielen auch die Prognosen der Wirtschaftsentwicklung eine große Rolle,aber mit den steigenden Rohstoffpreisen wird immer auch die Minusdifferenz steigen.Das wird für die betreffenden Firmen ein Grattanz!
Gruß Jens

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