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Entscheidungshilfe bei der Bestimmung - Paragenesentabelle
berthold:
Hallo,
zurück zum Thema.
Also, ich stelle mir eine Paragenesen-Datenbank vor -die ich nach wie vor für sinnvoll halte- und die sich ganz bestimmt nicht in einer Tabelle erschöpft. Nein, es muss eine rechnernde Datenbank sein. Das ist schon deswegen nötig weil man die Korrelationen von jedem Mineral zu jedem anderen ja weder von Hand berechnen kann noch in eine Tabelle reinschreiben möchte. Mein (Denk-) Ansatz geht aber noch etwas weiter, das könnte man -nur- mit einem Datenbankprogramm machen.
Ich möchte Fragen in dieser Art an eine Lagerstätten (Paragenesen-) Datenbank stellen können:
zum Beispiel:
- Wenn ich Rockbridgeit, Beraunit und Strunzit in einer Paragenese habe, welches sind (auf allen Fundorten wo diese drei gemeinsam auftreten) die häufigsten Begleiter (absteigend sortiert)?
- In welchen Vorkommen kommt Fluorit, Goyazit und Kolbeckit gemeinsam vor?
- Mit welchen Mineralien kommt (in der Häufigkeit nach absteigender Reihenfolge) Bergenit überhaut vor?
Die Lagerstätten-Tabellen in mindat.org oder hier im Mineralienatlas (wenn es nur mehr wären) könnten die Datengrundlage bilden, aus der die Werte zur Beantwortung der Fragen berechnet werden könnten.
Natürlich könnte man dieses Modell noch verfeinern (z.B. auf echte Paragenesen, nicht auf Lagerstätten beziehen, Abfolge-Kriterien usw.) aber das würde viel, viel Arbeit bei der Erfassung machen.
Gruß
Berthold
UlrichW:
--- Zitat von: uwe am 18 Apr 06, 21:47 ---Hallo,
Ich habe mal zum Test (bei dem Sch.-Wetter zu Ostern) alle Minerale mit den Anfangsbuchstaben "A" in einer Datei zusammengefaßt. Bei schreiben ist mir die Erkenntnis gekommen, daß es so nicht geht. War aber trotzdem interessant. Das es ein außer Realgar und Auripigment noch weitere gelb/orange Arsensulfide gibt wußte ich beispielsweise noch nicht.
Gruß und Glück Auf
Uwe
--- Ende Zitat ---
Hallo Uwe, Hi Steineklopfer,
gleich mal vorweg, gewöhnt Euch an meinen Schreibstil. Der ist etwas unkonventionell, manchmal....meistens!
Anmerkung:
Da einige Postings unverständlicherweise gelöscht wurden, möchte ich hier etwas aufklären: mit allem was einen Bären bezeichnen kann ist der user MM-Bär genannt, der mir versicherte, daß er gegen diese Wortspielereien nichts einzuwenden hat.
Ich betrachte ein Forum als eine Kommunikationsschnittstelle. Die Art und der Stil der Kommunikation sagt etwas über mich aus. Wenn in Forenregeln diese Form des schriftlichen Ausdrucks eingeschränkt wird, so betrachte ich das zumindest als diskussionswürdig.
Kontroverse Meinungen über ein Thema muss auch kontrovers, im landesüblichen Sprachgebrauch, ausgeführt werden können. Bitte hört auf Postings zu löschen, wenn euch diese nicht passen. Solange keine verbalen Entgleisungen und Beleidigungen auch rassistischer Art kommen, gehören auch belanglose Postings in eine Diskussion. Menschliche Schwächen hat man auch mal hinzunehmen.
Ich kann mir nicht vorstellen, daß es Ziel der Administration ist, ein klinisch reines Forum mit perfekten Menschen haben zu wollen. Besteht Mineralien sammeln nicht auch aus "menscheln"?
Na mal ganz ehrlich, ich kann an der Äußerungr der winzigkleinen Brummnase, auch Micromount-Bärchen genannt, nichts wirklich schlimmes finden, vorausgesetzt man unterstellt, daß der Kleinststufenhonigschlecker es nicht wirklich als Provokation dachte...was ich nicht glaube. Ich für meine Fälle finde deratige Disussionen sehr interessant, womit wir, nach dem kleinen Ausflug in die Tierwelt, wieder beim Thema wären.
Was ich eigentlich Uwe sagen wollte, meine Fantasie bezüglich kleinwüchsiger plastikdöschen umherschupfender Teddies hat dies mit Erfolg verhindert, ist folgendes:
Ich habe auch die Erfahrung gemacht, daß bei der Erstellung z.B. einer Datenbank der wesentlichste Effekt der ist, daß man enorm viel lernt. Als ich vor vielen vielen Jahren einmal eine Datenbank entwickelt hatte und mich dabei zwangsläufig mit den Mineralien beschäftigen musste, ist mir erst klar geworden, wie groß die Mineralienwelt wirklich ist. Ich hatte damals versucht u.A. eine paragenetisch-lagerstättentyp-orientierte Suchmaschine auszubauen. Und dazu muss man halt viel lesen und Literatur auswerten. Das führte zwangsläufig dazu, daß ich das Projekt nach zwei Jahren Arbeit wieder eingestellt habe. Der Grund war einfach: Mir wurde klar, wieviel es in der Mineralienwelt zu entdecken gibt (Mineralien, Gruben, Landschaften etc.), und das man dies garantiert nicht vor dem PC tut. Und ausserdem hat es eigentlich keine Sau wirklich interessiert. Die waren nur an kistenvoll mit Stufen interessiert, Wissen erlangen-Pfui deibel. Nun sitze ich schon wieder vor dem Teil und tippe Bärchentexte ein...so ist das Leben. Aber Spass beiseite, ich habe damals den Schluss daraus gezogen, das man jedem Sammler nur eines in sein Aufgabenheft schreiben sollte: Mache eine Datensammlung des Gebietes das dich interessiert. Danach ist man um Jahre weiter und weis erst was wirklich abgeht in dieser Welt.
So, in den Astroforen bin ich berüchtigt wegen meiner Monsterpostings. Diesen Ruf will ich hier wahren. Daher will ich mich kurz etwas vorstellen. Denn im Gegensatz zu loismin, muss ich dem kleinen haarigen Steinchenmontierer irgendwie Recht geben. Ich hatte mich schon einmal in einem anderen Unterforum vorgestellt, aber das ist wohl untergegangen.
Also, ich bin 44, und soweit ich mich zurückerinnern kann, wird das so nicht bleiben. Ich sammel somit etwa, ungefähr, nach Abzug aller Pausen schätzungsweise, na wollen wir mal 5 gerade sein lassen, na so seit 28 Jahren die kleinen Glitzerchen. Mein Hauptsammelgebiet war anfänglich, loismin erinnert sich, Ostalpin. Dann kam der Nationalpark und österreichische Beamte. Dann wurde ich etwas militant, jedenfalls beinahe (heim ins Reich und raus mit den Kerlen) und habe dem aktiven Suchen in den Ostalpen abgesagt. Da kommen doch so ein paar Papierfledderer und verbieten dem eigenen Volk das Sammeln im eigenen Land (ich bin Österreicher, ich darf schimpfen!!). Na ja, auch die allgemeine Finanzlage meiner Konten erlaubte damals keine weiteren Eskapaden (die heutige auch nicht, aber die Rente ist ja nicht weit!).
Also habe ich mich der deutschen und interantionalen Mineralogie verschrieben. Ich habe bewusst aktiv geschrieben, denn mein Herz hängt an dem Pinzgau. Aber machen wir uns nichts vor, vom Ruhrgebiet ins Pinzgau ist schon ein schöner Schlappen, das macht man nur selten. Und weil man das selten macht, ist die Kondition dementsprechend im Ar..., für den Hopffeldboden reichts vielleicht gerade noch ;D
Na ja, man sammelte dann halt so vor sich hin. Was mich immer ankotzte waren Fundstellen mit 25 Leuten / m². Ich hasse das, deswegen bin ich auch kein Clara-Fan und meide eigentlich die Eifel.
Was für mich extrem wichtig ist, ist daß ich eine Beziehung zu den Mineralien aufbauen kann. So kann es sein, daß ich Stücke haben will, die von einer Fundstelle kommen an die ich gerne mal fahren möchte, oder das Stufen von längst erloschenen klassischen Lagerstätten kommen. All das gibt mir etwas wenn ich die Stufen anschaue. Ein Freund gab mir mal ein paar Aragonite aus Kamsdorf. Nicht schlecht die Teile, aber eben nur Aragonit. Trotzdem, die Geschichten die daran hängen und der Name Kamsdorf geben mir mehr als ein Schnuckiputziit aus der hintersten Mongolei. Oder was ich ganz niedlich finde sind schwarze krümel auf schwarzer Matrix, gelbe flecken auf irgendwas und Majonaise auf meiner Tastatur. Kekskrümel sind immer willkommen, genauso wie Rotweinbächlein oder KAAATZENHAAARE in der Milleritstufe! Hau ab Savanna! Seltenheiten sind mir eigentlich ein Graus. Das kommt daher, daß ich mittlerweilen weis, daß man diese eigentlich gar nicht selbst bestimmen kann, jedenfalls selten. Natürlich nehme ich eines für meine Sammlung (Beispiel Schnnebergit-Nickelschneebergit-Krempel), aber wirklich wichtig sind mir immer die klassischen Mineralien einer Lagerstätte. Ach so, seit ca. 20Jahren fotografiere ich auch Mineralien, immer digital (ich hatte noch eine der allerersten Still-Kameras). Vor drei Jahren dachte ich mir mal so, daß mein Schicksal in den Sternen geschrieben steht. Tat es auch, seitdem bin ich dauerpleite!
Aber egal, hier im Pott sammeln die guten Sammler so ganz privat vor sich hin, es hat sich ein Mäntelchen der Grabesruhe über das Land gelegt, aber dafür gibt es heute ja das Internet.
So jetzt hab ich aber genug geplaudert, das mach ich nämlich gerne wenn icg gut drauf bin. Was vielleicht noch interessant ist, dafür machen wir mal irgendwann einen neuen Thread auf. Ich bedanke mich jedenfalls für den herzlichen Empfang hier.
GA
Ulrich
PS: in der Astroszene endet ein Schreiben mit dem Wunsch "Clear Sky", CS abgekürzt. Ich führe dementsprechen jetzt für mich das GA ein, "Glück auf". GAGA heisst dann aber wieder was ganz anderes!
uwe:
Ich denke Berthold hat einen entscheidenden Hinweis gegeben. Es müssen die Fundstellen jedes Minerals als Selektionsmerkmal mit in eine solche Datei. Es muß allerings wirklich eine frei selektierende Datei sein und nicht nur Parageneselisten bekannter Fundstellen, denn es hat immer wieder Überraschungen gegeben, wenn ein für eine Fundstelle "unmögliches" Mineral nachgewiesen werden konnte. Wichtig wäre allerdings, wenn so eine Datei die Fundstellen weltweit berücksichtigen könnte. Das wird aber wohl nicht zu schaffen sein.
Schon die "Hausfundstellen" jedes Sammlers ist natürlich eine Heidenarbeit, aber irgend wann sollte man es mal angehen. Ich bin mir nur noch nicht ganz sicher, ob alle Minerale, auch die "Big Five" der Mineralogie und die Durchläufer mit in die Datei gehören.
Möglicherweise könnte es eine Gemeinschaftsarbeit mehrere über Deutschland verteilter Sammler werden. Auswahllisten der Paragenesen vom Schwarzwald, Harz und Erzgebirge zu vergleichen stelle ich mir ausgesprochen interessant vor.
Also, was denkt Ihr, sollten wir im nächsten Winter mal an die Arbeit gehen ?
Glück Auf
uwe
MM-Bär:
--- Zitat von: uwe am 20 Apr 06, 19:59 ---Auswahllisten der Paragenesen vom Schwarzwald, Harz und Erzgebirge zu vergleichen stelle ich mir ausgesprochen interessant vor.
Also, was denkt Ihr, sollten wir im nächsten Winter mal an die Arbeit gehen ?
--- Ende Zitat ---
Schaue ich mir z.B. meine Funde aus dem Frankenwald, von Friedrichssegen und Oberschulenberg an, dann sind die Parallelen mehr als offensichtlich. Das wird interessant. Ich bin dabei.
uwe:
Freut mich, daß MM-Bär Interesse zeigt. Bevor wir anfangen sollten wir uns über den Aufbau einer Datei einig sein. Die Datein der einzelnen "Mitarbeiter" müssen den gleichen Aufbau haben, damit sie jeder in seine Datei einfügen kann. Ich schlage vor, wir denken den Sommer über nach, machen auch mal paar Tests und diskutieren dann Ende September wieder darüber - keine Sorge, ich vergesse es nicht.
Laut 100-jährigen Kalender soll es bereits im Oktober wieder schneien. Das wäre dann eine interessante Winterbeschäftigung.
Gruß Uwe
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